Es ist die Überraschung der Messe. IAG unterzeichnet eine Absichtserklärung zum Kauf von 200 Boeing 737 Max für Level, Vueling und British Airways. Die Bestellung teilt sich auf auf 737-8 und 737-10.

200 Flugzeuge von BoeingWie IAG seine 737-Max-Order erklärt

Trotz Abstürzen und Groundings will die British-Airways-Mutter viele neue 737 Max. Die offiziellen Begründungen lassen den wohl wichtigsten Grund dafür ungenannt.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es ist ein riesiger Erfolg und Befreiungsschlag für Boeing: IAG hat eine Absichtserklärung über den Kauf von 200 Boeing 737 Max unterzeichnet. Es ist die erste große Order seit dem Grounding des Modells. Aber warum setzt der Luftfahrtkonzern, zu dem British Airways, Iberia, Level, Vueling und Aer Lingus gehören, auf einen Flieger, der zurzeit nicht mal abheben darf und dessen Image in der Öffentlichkeit deutlich angeschlagen ist?

In der IAG-Mitteilung wird Konzernchef Willie Walsh mit den Worten zitiert, die 737-8 und 737-10 - das Wort Max verwendet IAG nicht - würden «eine großartige Ergänzung» zur aktuellen Kurzstreckenflotte sein. Boeing verweist darauf, dass IAG zurzeit in diesem Bereich fast nur auf Flugzeuge der Airbus-A320-Familie setzte. Daher ziehe Walsh die 737 Max in Erwägung im Sinne von Diversifizierung, und um den Wettbewerb anzukurbeln.

Flieger zum Schnäppchenpreis?

Bei der Unterzeichnung des Vertrages bei der Luftfahrtmesse in Paris erklärte Walsh, eine diversifizierte Flotte mit effizienten Jets sei essenziell für die Zukunft von IAG. Zudem bestätigte er, was er in der Vorwoche bereits im Interview mit aeroTELEGRAPH erklärte: Er schätzt den Wettbewerb. «Teils scheint der Eindruck zu herrschen, dass wir immer ein reiner Airbus-Betreiber sein werden», so Walsh im Interview. «Aber das ist nicht gesund. Zwischen den Flugzeugbauern muss Wettbewerb herrschen.»

Der wohl wichtigste Grund dürfte aber der Preis sein. Boeing beziffert das Geschäft auf mehr als 24 Milliarden Dollar nach Listenpreisen. Bei Bestellungen dieser Größe sind schon in normalen Situationen hohe Rabatte üblich. Nach den Abstürzen und dem Grounding der 737 Max dürfte IAG allerdings in der Lage gewesen sein, den Preis noch deutlich weiter zu drücken, als üblich.  Boeing gibt die Flieger zum Schnäppchenpreis ab, erhält dafür aber einen riesigen öffentlichen Vertrauensbeweis - so könnte der Deal aussehen.

Walsh war selber im Max-Simulator

Dafür nimmt IAG ein Risiko in Kauf. So könnten etwa die Luftfahrtbehörden das Flugzeug erst später wieder zulassen, als von Boeing erhofft. Passagieren könnte auch mittelfristig das Vertrauen in den Flieger fehlen. Willie Walsh scheint dagegen zuversichtlich.

Zum einen dürfte der IAG-Konzernchef dabei auf den Faktor Zeit setzen. Die 737 Max werden nämlich erst ab 2023 an IAG geliefert. Zum anderen erklärte Walsh bereits im Interview mit aeroTELEGRAPH, dass er sich im Flugsimulator von den Fähigkeiten des Jets überzeugen ließ. «Ich hatte die Möglichkeit, in London Gatwick in einem 737 Max-Simulator zu fliegen und das MCAS im Betrieb zu sehen. Mit den Änderungen, die Boeing einführt – vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden – ist das Problem aus technischer Sicht gelöst», so der Ire. Er betonte nun auch in Paris mehrmals, dass er volles Vertrauen in Boeing und den Flieger habe.

Mehr zum Thema

Boeing 737-400 von British Airways (Archivbild 2012): Die Fluglinie setzte bereits früher einmal auf das Modell.

IAG erlöst Boeing und will 200 Boeing 737 Max

Willie Walsh: Der 59-Jährige übernimmt das Ruder im April.

«Sechs weitere Airbus A380 würden Sinn machen»

Boeing 737 Max: Sie bereitete dem Flugzeugbauer viele Sorgen.

Investment-Firma verklagt Boeing, obwohl sie nie eine einzige Aktie besaß

ticker-boeing-1

Boeing entwickelt KI-Plattform für Flugzeugwartung mit Microsoft

Video

lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin