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Fit für die Star Alliance

26-Punkte-Plan für Air India

Nach langem Zögern wurde Air India von der Star Alliance aufgenommen. Gewissen Mitgliedern gefällt das weniger. Nun reagierte Indiens Regierung darauf.

Boeing

Dreamliner von Air India: Bereit für die Star Alliance?

«Es ist eine neue Air India», hieß es von Star-Alliance-Vorstand Mark Schwab als Begründung. Am 23. Juni stimmten die Mitglieder des Bündnisses um die Lufthansa offiziell für die Aufnahme der indischen Nationalairline in die Allianz. Das geschah, nachdem man Air India noch im August 2012 den Beitritt zur Star Alliance verweigert hatte. Damals hatte es noch geheißen, dass die indische Nationalairline die nötigen Standards nicht erfülle, welche die Mitglieder des Bündnisses auszeichnen würden.

Trotz der Aufnahme – alle Zweifel an Air Indias Tauglichkeit scheinen noch nicht aus dem Weg geräumt. Wie die indische Zeitung The Hindu berichtet, haben einige Fluggesellschaften Sorgen geäußert, dass Air India die Besserungs-Versprechen nicht hält. Denn bei der Fluglinie gibt es einiges zu tun. Kunden beklagen sich über kaputte Unterhaltungssysteme und unfreundliches Personal. Immer wieder kommt es zu Verspätungen und Ausfällen und auch die Sauberkeit soll ein Problem sein.

Junge Flugbegleiter

In der Regierung will man dagegen nun vorgehen. Luftfahrtminister Ashok Gajapathi Raju hat der Fluggesellschaft kürzlich einen detaillierten 26-Punkte-Plan vorgelegt, der dazu führen soll, dass Air India sich mit sämtlichen Premium-Wettbewerbern messen kann. Dabei, so berichtet The Hindu, pocht er auch darauf, Themen durchzusetzen, die in der Öffentlichkeit oft kritisiert werden.

Eines davon: Das Alter der Flugbegleiter. Dieses dürfe nicht höher sein als bei den besten Mitbewerbern. Daher solle man eine Höchstgrenze einführen. Die genaue Zahl ist nicht bekannt. Doch es heißt in dem Plan offenbar, dass Flugbegleiter, welche das kritische Alter überschritten haben, als Arbeitskräfte am Boden eingesetzt werden sollen. Auch wie die Fluggesellschaft mit Verspätungen und Ausfällen umgeht, ist in dem Plan geklärt. Hier, so die Kritik, habe man die Kunden viel zu oft alleine gelassen.

Nur zweite Wahl

Raju verlangt außerdem, dass die Premium-Sitze der Nationalairline aggressiver an den Mann gebracht werden. Gerade angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch Billigflieger sei das unverzichtbar. So soll Air India in Zukunft etwa Tickets und Upgrades für die höheren Buchungsklassen kurz vor den Flügen zu Rabatten verkaufen, wenn die Sitze frei bleiben.

Dass die Star Alliance Air India plötzlich wieder wohl gesonnen ist, hat einen Grund: Das Wunschmitglied der Star Alliance war nicht mehr zu haben. Das Bündnis um Lufthansa hätte gerne Jet Airways bei sich gehabt. Doch Etihad Airways aus Abu Dhabi kaufte sich bei der indischen Airline ein. Und die Golfairline ist alles andere als ein Freund von Luftfahrtbündnissen.

Geografisch gut gelegen

In Indien spekuliert man außerdem darauf, dass Air India auch wegen der geografischen Lage ihrer Basis ein gern gesehener Partner im Kampf gegen Etihad, Emirates und Qatar sein könnte. Die Golfairlines machen den Konkurrenten auf den Strecken in der Region schon lange massive Konkurrenz. Viele Experten gehen davon aus, dass diese Gründe bei der Entscheidung zur Aufnahme weit schwerer wogen als die bessere Leistung Air Indias in den vergangenen Monaten.



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