Modell eines A380 von Air Austral: Die Airline muss Jets verkaufen.

Air Austral stellt sich die A380-Frage

Die französische Fluglinie macht Verlust. Sie verkauft nun einen Jet, streicht Strecken und prüft eine Abbestellung bei Airbus.

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23,9 Millionen beträgt das Loch alleine in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres, das Ende September zu Ende ging. Über die vollen zwölf Monate erwartet das Management von Air Austral einen Verlust von mindestens 27 Millionen. Schuld daran seien vor allem die massiven Schwankungen des Euro-Wechselkurses und der Preisanstieg um rund 50 Prozent beim Kerosin. Zusätzliches Kapital von 40 Millionen Euro sei deshalb eine Sache von «hoher Dringlichkeit» geworden, schrieb Unternehmenschef Gérard Ethève in seiner Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung der Aktionäre am 2. Dezember. Das Umfeld habe die Liquidität «stark vermindert». Das frische Geld bekam Air Austral dann auch. Der staatliche Großaktionär Sematra, eine Einheit aus Vertretern des Lokalparlaments der französischen Überseeinsel und der Wirtschafts- und Tourismuskammer, willigte ein, das Kapital um 20 Millionen Euro zu erhöhen und zugleich eine Anleihe über weitere 20 Millionen auszugeben. Er hält 46,6 Prozent der Aktien. Der Rest der Aktien befindet sich in den Händen privater Unternehmen und Personen.

Air-Austral-Chef Ethève will zugleich sparen. So strich er bereits die Flüge von der Heimbasis auf der französischen Insel La Réunion nach Sydney und Nouméa sowie den nach Bangkok. Zugleich plant er den Verkauf einer Boeing B777-200, welche das Unternehmen erst vor Kurzem erworben hatte. Die Gewerkschaften sind damit aber nicht einverstanden. Denn sie sehen die Probleme nicht im Umfeld, sondern in der Führung. In einem offenen Brief an das Management werfen sie diesem vor, eine größenwahnsinnige Expansionsstrategie gefahren zu haben, insbesondere beim Ausbau der Flotte. Der Flugzeugpark sei deshalb «überdimensioniert und in gewissen Fällen nicht an die operativen Notwendigkeiten angepasst» schrieben sie gemäß dem Onlineportal Zinfo 974. Das führe zu einer unbefriedigenden und sinkenden Auslastung.

Zwei Wochen Zeit

Zu Flottenerneuerung und -ausbau gehört auch die Bestellung von zwei Airbus A380 in der XXL-Version. Air Austral orderte den Superjumbo in einer Einklassenkonfiguration, welche 840 Sitzplätze bietet. Viele Experten hielten dies schon bei der Bestellung im Jahr 2009 für eine Fehlentscheidung. Nun geht auch der Verwaltungsrat erneut über die Bücher. Bis Ende Jahr will Großaktionär Sematra Klarheit darüber, ob die Airline die A380 wirklich braucht oder nicht und dann entsprechende Maßnahmen treffen.

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