Modell eines A380 von Air Austral: Die Airline muss Jets verkaufen.

Air Austral stellt sich die A380-Frage

Die französische Fluglinie macht Verlust. Sie verkauft nun einen Jet, streicht Strecken und prüft eine Abbestellung bei Airbus.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

23,9 Millionen beträgt das Loch alleine in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres, das Ende September zu Ende ging. Über die vollen zwölf Monate erwartet das Management von Air Austral einen Verlust von mindestens 27 Millionen. Schuld daran seien vor allem die massiven Schwankungen des Euro-Wechselkurses und der Preisanstieg um rund 50 Prozent beim Kerosin. Zusätzliches Kapital von 40 Millionen Euro sei deshalb eine Sache von «hoher Dringlichkeit» geworden, schrieb Unternehmenschef Gérard Ethève in seiner Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung der Aktionäre am 2. Dezember. Das Umfeld habe die Liquidität «stark vermindert». Das frische Geld bekam Air Austral dann auch. Der staatliche Großaktionär Sematra, eine Einheit aus Vertretern des Lokalparlaments der französischen Überseeinsel und der Wirtschafts- und Tourismuskammer, willigte ein, das Kapital um 20 Millionen Euro zu erhöhen und zugleich eine Anleihe über weitere 20 Millionen auszugeben. Er hält 46,6 Prozent der Aktien. Der Rest der Aktien befindet sich in den Händen privater Unternehmen und Personen.

Air-Austral-Chef Ethève will zugleich sparen. So strich er bereits die Flüge von der Heimbasis auf der französischen Insel La Réunion nach Sydney und Nouméa sowie den nach Bangkok. Zugleich plant er den Verkauf einer Boeing B777-200, welche das Unternehmen erst vor Kurzem erworben hatte. Die Gewerkschaften sind damit aber nicht einverstanden. Denn sie sehen die Probleme nicht im Umfeld, sondern in der Führung. In einem offenen Brief an das Management werfen sie diesem vor, eine größenwahnsinnige Expansionsstrategie gefahren zu haben, insbesondere beim Ausbau der Flotte. Der Flugzeugpark sei deshalb «überdimensioniert und in gewissen Fällen nicht an die operativen Notwendigkeiten angepasst» schrieben sie gemäß dem Onlineportal Zinfo 974. Das führe zu einer unbefriedigenden und sinkenden Auslastung.

Zwei Wochen Zeit

Zu Flottenerneuerung und -ausbau gehört auch die Bestellung von zwei Airbus A380 in der XXL-Version. Air Austral orderte den Superjumbo in einer Einklassenkonfiguration, welche 840 Sitzplätze bietet. Viele Experten hielten dies schon bei der Bestellung im Jahr 2009 für eine Fehlentscheidung. Nun geht auch der Verwaltungsrat erneut über die Bücher. Bis Ende Jahr will Großaktionär Sematra Klarheit darüber, ob die Airline die A380 wirklich braucht oder nicht und dann entsprechende Maßnahmen treffen.

Mehr zum Thema

emirates airbus a380 flagge 02

Emirates setzt nationales Ausrufezeichen auf Airbus A380

emirates airbus a380

Emirates kauft im großen Stil Airbus A380

Airbus A380 von Qatar Airways: Die Fluglinie will ihr Netz über Beteiligungen stärken.

Qatar Airways lässt alle Airbus A380 bis Juni am Boden

airbus a380 f wwow

Der erste Airbus A380 fliegt wieder

Video

Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Sukhoi Su-57: Erstflug absolviert.
Die neue Variante des russischen Kampfjets soll nicht nur Pilotinnen und Piloten ausbilden, sondern künftig auch Kampfdrohnen koordinieren. Moskau positioniert die Sukhoi Su-57D damit noch stärker als Antwort auf amerikanische Tarnkappenflugzeuge wie die Lockheed Martin F-35.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
md 11 ups unglueck ntsb
Der tödliche Absturz einer McDonnell Douglas MD-11 von UPS im Jahr 2025 wurde durch ein beschädigtes Teil in der Triebwerksaufhängung ausgelöst. Nun ist klar: Boeing beschäftigte sich schon länger mit solchen Schäden, als bisher bekannt war. Und es gab weitere Fälle. Behörden und Airline wollen die Schwere des Problems nicht erkannt haben.
Timo Nowack
Timo Nowack