Boeing 787-9 von Vistara: Bald öfter in Frankfurt zu sehen.

Auch Flug nach Frankfurt betroffen100 Bombendrohungen in einer Woche - Indiens Luftfahrt im Chaos

Indiens Luftfahrt kämpft mit Umleitungen, Verspätungen sowie Streichungen. Auslöser ist aber nicht einer der üblichen Gründe wie schlechtes Wetter. Reisende sind nervös.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Erst gerade war auch ein Flug nach Deutschland betroffen: Eine Boeing 787 von Vistara befand sich auf Flug UK25 am Sonntag (20. Oktober) auf dem Weg von Delhi nach Frankfurt. Doch schon über Afghanistan musste der Flieger mit rund 240 Leuten an Bord wieder kehrtmachen. Der Grund: Eine Bombendrohung war eingegangen.

Eigentlich hatte die Crew erbeten, in Afghanistan außerplanmäßig zu landen. Doch das Land erlaubte das nicht. Also musste der Dreamliner umkehren und wieder nach Delhi fliegen. Dort landete er sicher und die Drohung entpuppte sich als falsch. So wie etwa 100 andere in nur einer Woche.

Sechs Drohungen an einem Tag bei Vistara

Indiens Luftfahrt kämpft aktuell mit einer Häufung an solchen Drohungen, die sich auf Flüge aller Airlines des Landes beziehen. Die Zahl der Drohungen allein in der vergangenen Woche übersteigt mit großem Abstand alles bisher Dagewesene. Zum Vergleich: Zwischen 2014 und 2017 wurden für indische Flügen insgesamt etwa 120 Bombendrohungen ausgesprochen, berichtet die Zeitung The Guardian.

Allein die Airline Vistara meldete am selben Tag, an dem der Frankfurt-Flug umkehren musste, sechs solcher Vorfälle. Und nur einen Tag vorher hatte bereits ein Flugzeug der Fluglinie auf dem Weg nach London in Frankfurt landen müssen.

Das System Luftfahrt unter Druck

Auch Flieger von Air India und Indigo waren in der vergangenen Woche betroffen. Ein Air-India-Flug musste aus dem Grund im kanadischen Iqaluit landen. 18 Stunden saßen dort die Fluggäste, die auf dem Weg von Delhi nach Chicago waren, fest. Ein Flugzeug der kanadischen Luftwaffe brachte sie schließlich ans Ziel.

Mittlerweile beschäftigt das Problem auch die indische Regierung. Denn nicht nur sind solche außerplanmäßigen Landungen teuer, die Umleitungen und Verspätungen in der Folge bringen auch das gesamte System Luftfahrt durcheinander. Zudem werden viele Reisende panisch oder vermeiden es, zu fliegen. Der indische Minister für Zivilluftfahrt bezeichnete die Zunahme der Drohungen als «sehr besorgniserregend».  Gegen die Verantwortlichen würde ermittelt und sie würden «ordnungsgemäß verfolgt», so Kinjarapu Ram Mohan Naidu.

Schwere Strafen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die Drohungen folgen laut Medienberichten meist einem bestimmten Muster: Es beginnt mit Ankündigungen in den Sozialen Netzwerken. Kurz darauf gibt es dann weitere Posts oder Anrufe mit ähnlichem Inhalt. Wer genau dahinter steckt, bleibt aktuell unklar. Bislang gab es in dem Fall nur eine Verhaftung eines Minderjährigen. Doch die Drohungen treffen offenbar weiter ein. Man arbeite daran, die Strafen zu verschärfen und setze jeden, der Drohungen ausspricht auf eine Flugverbotsliste, so die Regierung.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Bombendrohungen im Luftfahrtbereich schwere Straftaten. In Deutschland wird dies als Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (§126 StGB) oder als Störung des Luftverkehrs (§ 315 StGB) geahndet, was Haftstrafen von bis zu fünf Jahren oder mehr nach sich ziehen kann.

Straf- und zivilrechtliche Folgen

Ähnliche Regelungen gelten in Österreich (§282 StGB) und der Schweiz (Art. 258 StGB), wobei Drohungen und falsche Alarmierungen mit hohen Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden. Solche Delikte führen zusätzlich zu zivilrechtlichen Konsequenzen, zum Beispiel Schadensersatzforderungen für entstehende Kosten durch Evakuierungen und Flugumleitungen.

Mehr zum Thema

Erneute Bombendrohung stoppt Flugverkehr am Airport Basel

Erneute Bombendrohung stoppt Flugverkehr am Airport Basel

Droh-Mail erreichte Minsk nach Umkehr von Ryanair-Jet

Droh-Mail erreichte Minsk nach Umkehr von Ryanair-Jet

Heckflosse von Turkish Airlines: Die Türken haben Venezuela noch im Flugplan.

Airline-Mitarbeiter wegen Bombendrohung gefeuert

In Dehli wird ein Straßenhund vermisst: Das ist einer von zahlreichen Tweets.

Der Flughafen Delhi hat ein Problem mit bissigen Straßenhunden

Video

Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Moment der Kollision: Zum Glück verletzte sich der Fahrer nur leicht.
Eine Boeing 767 von United Airlines berührte beim Anflug in Newark einen Lastwagen und einen Lichtmast. Flug UA169 landete dennoch sicher. Brisant: Weder Cockpit noch Flugsicherung registrieren die Kollision zunächst.
Laura Frommberg
Laura Frommberg