Es gibt nur wenige amerikanische Stars, auf die sich so unterschiedliche Menschen einigen konnten wie auf Dolly Parton. Sie war eine Ikone des konservativ geprägten amerikanischen Südens, eng mit dem Bundesstaat Tennessee und der Country-Kultur und auch dem US-Militär auf besondere Weise verbunden. Gleichzeitig wurde sie von der LGBTQ+-Gemeinschaft gefeiert - der Legende nach nahm sie einmal bei einem Dolly-Lookalike-Drag-Wettbewerb teil und verlor.
Gerade diese Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, deren Lebenswelten und politische Überzeugungen oft weit auseinanderlagen, machte Parton zu einer Ausnahmeerscheinung der amerikanischen Popkultur. Als Dolly Parton am 25. August im Alter von 80 Jahren starb, zeigte sich diese besondere Stellung noch einmal. Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen der amerikanischen Gesellschaft nahmen Abschied – und auch die Luftfahrt erinnerte an die Sängerin.
Dolly Parton hatte Flugangst
Dabei war Partons eigene Beziehung zum Fliegen durchaus kompliziert. Das sind die wichtigsten Luftfahrtgeschichten rund um Dolly Parton. Mit dem Fliegen konnte sich Dolly Parton nie richtig anfreunden. 2018 sprach sie in der Radiosendung Bobby Bones Show ganz offen darüber. «Ich erzähle es jedem, das ist mir nicht peinlich. Ich fliege nicht gerne», sagte sie damals. Dabei war es nicht allein die Höhe, die ihr zu schaffen machte.
Parton litt nach eigenen Angaben auch unter Reisekrankheit und mochte Turbulenzen nicht. Vor allem aber störte sie das Gefühl, einem Flugzeug nicht einfach entkommen zu können. «Ich möchte auf dem Boden sein. Wenn ich anhalten will, möchte ich aussteigen können», erklärte sie.
Eine Boeing KC-135 heißt Miss Dolly
Ganz ohne Flugzeug ging es für einen Weltstar natürlich trotzdem nicht. Wenn Parton flog, nutzte sie nach eigener Aussage Privatjets, da ihr Linienflüge zu hektisch waren. Wann immer es möglich war, wählte sie allerdings ein Verkehrsmittel, das besser zu ihrer Flugangst passte: ihren Tourbus.
Selbst nur ungern in der Luft, und trotzdem Namensgeberin eines Flugzeuges: Im September 2004 bekam Dolly Parton bei der 134. Division der Air National Guard in Knoxville in Tennessee eine ganz besondere fliegerische Würdigung. Eine Boeing KC-135 Stratotanker trug den Namen Miss Dolly. Zudem wurde Partons Abbild als Nose Art auf dem Tankflugzeug angebracht. Die KC-135 dient unter anderem dazu, andere Militärflugzeuge während des Fluges mit Treibstoff zu versorgen.
Dolly Partons Nichte machte das Fliegen zum Beruf
Während Dolly Parton selbst lieber am Boden blieb, schlug ihre Nichte Danielle Parton genau die entgegengesetzte Richtung ein. Sie arbeitete zunächst 14 Jahre lang als Flugbegleiterin, bevor sie Pilotin wurde.
Danielle Parton flog beim Militär große Transportflugzeuge. Unter anderem steuerte sie Lockheed C-130 und C-5 und war weltweit im Einsatz. Später wechselte sie in die kommerzielle Luftfahrt und arbeitete als Linienpilotin. Auf einem 2023 veröffentlichten Foto ist sie im Cockpit eines Airbus A321 zu sehen.
Allegiant widmet Dolly Parton Flug 925
Auch nach Dolly Partons Tod bleibt ihr Name mit einem ganz besonderen Linienflug verbunden. Allegiant Air hatte bereits im Februar 2026 den «Flight #925: Destination Dollywood» angekündigt. Die Flugnummer ist kein Zufall: 925 steht für 9 to 5, einen ihrer bekanntesten Songs.
Wird Nashville International zum Dolly Parton International?
Nach dem Tod der Sängerin am 25. August im Alter von 80 Jahren bekam noch eine andere Verbindung zwischen Dolly Parton und der Luftfahrt neuen Auftrieb. Eine Petition fordert, den Nashville International Airport nach ihr zu benennen. Die Petition existiert bereits seit dem 21. Januar 2025. Damals entstand sie im Zusammenhang mit einer anderen Initiative, den Flughafen nach Donald Trump zu benennen. Die Initiatoren der Gegeninitiative schlugen stattdessen Dolly Parton vor.
Nach ihrem Tod stieg die Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer deutlich. Am 25. August 2026 waren es bereits mehr als 54.000. Aus BNA würde nach ihrem Willen der Dolly Parton International Airport. Eine Entscheidung bewirkt die Online-Petition allerdings nicht. Ob Dolly Partons Name eines Tages tatsächlich an einem Flughafenterminal stehen wird, ist daher offen.
Delta-Crew verabschiedete Dolly Parton mit «I Will Always Love You»
Die Besatzung eines Fluges von Delta Air Lines hatte sich nach der Nachricht über Dolly Parton Tod eine besondere Verabschiedung überlegt. Der Pilot meldete sich bei den Reisenden und erklärte, die Crew wolle an die Freude erinnern, die Parton der Welt gebracht habe.
Als das Flugzeug nach der Landung zum Gate rollte, erklang über die Lautsprecher «I Will Always Love You», einer ihrer bekanntesten Songs.
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