Triebwerksaufhängung eines Airbus A380: Die Verbindung muss Gewicht und Schub standhalten können.

TriebwersaufhängungDas unscheinbare Bauteil, das eine Mammutarbeit leistet

Ohne Flügel und Triebwerke können gewöhnliche Flugzeuge nicht abheben. Um beide Komponenten miteinander zu einen, muss ein wenig beachtetes Bauteil enorme Arbeit leisten.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Destination Manager (w/m/d)

DERTOUR Destination Services AG
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse / Fluglotsin (w/m/d)

Studium
Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Top jobs
Langen b. Frankfurt
Deutschland
AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Unter Ingenieuren gibt es einen Witz: Was antwortet ein Konstrukteur auf die altbekannte Frage, ob ein Glas zur Hälfte voll oder leer ist? Er würde nüchtern feststellen, dass das Glas doppelt so groß ist, wie es sein müsste.

Jeder angehende Luftfahrtingenieur lernt, nur mit den nötigsten Bauteilen zu konstruieren - das spart Gewicht. Diesem Grundsatz wird der Begriff Triebwerksaufhängung nicht ganz gerecht. Damit Motoren und Flugzeug miteinander funktionieren können, reicht es nicht nur aus, diese statisch miteinander zu verbinden. Die Verbindungselemente müssen weit mehr leisten, als ihr Name vermuten lässt.

Nur wenige Bolzen

Triebwerke sind mit der Tragfläche verbunden. Mit wenigen Metallbolzen, nicht dicker als ein Arm, werden die Motoren an einem sogenannten Pylon montiert. Diese von der Tragfläche abgehende Strebe hält das Triebwerk sowie die als Gondel bezeichnete Außenhülle des Motors.

Die Metallbolzen müssen eine Mammutaufgabe bewältigen. Ein aktuelles Beispiel: Für die Boeing 777X hat General Electric das größte Triebwerk der Welt entwickelt, das Boeing nach Versuchen an einer Boeing 747 derzeit am ersten Prototyp der 777-8 in der Luft testet.

Besonders nach vorne wird gezogen

Ein einziges Exemplar des GE9X wiegt samt Aufhängung und Pylonen ungefähr 18 Tonnen. Nicht nur diese enorme Gewichtslast müssen die Pylone mit Sicherheitsmarge halten können. Auch übertragen sie den Schub der Motoren an das Flugzeug. Diese Kräfte sind nicht zu unterschätzen.

Mit einer maximalen Kraft von 470 Kilonewton zieht das Triebwerk mit einer vergleichbaren Gewichtskraft von annähernd 48 Tonnen an der Aufhängung. So sind Aufhängungen mitunter dafür verantwortlich, dass sich ein Flugzeug überhaupt nach vorne bewegen kann.

Verschiedene Legierungen

Die Bolzen müssen daher besonders fest sein. Ermüdungsbrüche dürfen unter keinen Umständen auftreten. Aufgrund der Nähe zu den Triebwerken und deren Abwärme müssen sie zudem sehr hohen Temperaturen standhalten können. Bis zu 500 Grad Celsius sind die Bolzen ausgesetzt, schreibt der Technologiekonzern Voestalpine.

Damit die Aufhängungen dies wegstecken können, werden die Verbindungsteile aus speziellen Legierungen gefertigt. Für leichte Konstruktion verwenden Hersteller Titanmischungen, für sehr hohe Belastungen wiederum Stahllegierungen mit Chrom und Molybdän. Für hohe Temperaturen greift Voestalpines Metallfertigungstochter Böhler für die Bolzen auf ein Nickel-Basis-Gemisch zurück, schreibt das Unternehmen.

Komplexes Innenleben

Als blanke Metallzylinder können Hersteller die Bolzen und die Pylone nicht belassen. Große stromlinienförmige Verkleidungen sorgen für eine bessere Aerodynamik und sparen somit auch Treibstoff. Ebenso schützt diese Außenhaut auch das komplexe Innenleben der Pylone.

Innerhalb der Aufhängungen sind auch Leitungen für Elektrik und Treibstoff untergebracht. Ohne Treibstoff oder Informationen könnten Flugzeug und Motoren selbstverständlich nicht zusammen arbeiten.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Aufnahmen von Triebwerksaufhängungen und Pylonen.

Mehr zum Thema

«Blended Winglets» an einer Boeing 737-800. Boeing führte diese Bauform Ende der 1990er-Jahre mit der NG-Baureihe ein.

Alles, was Sie über Winglets wissen sollten

Airplane cabin: Air is almost as sterile as an operating room.

Warum man sich im Flugzeug kaum anstecken kann

Flugzeuge von Lufthansa in Schönefeld.

Der Unterschied zwischen Parken und Lagerung

Anschub: Ohne Triebwerke wären Flugzeuge nur Zeug.

Können Sie diese Flugzeugtriebwerke erkennen?

Video

Der Moment bevor das Kleinflugzeug mit dem Helikopter Kollidiert: Jetzt ist der NTSB-Bericht erschienen.
Vor zwei Wochen kollidierten eine Cessna 150 und ein Bell 407 an einem Flugplatz in Pennsylvania. Was in den letzten Sekunden davor geschah, zeigt nun der erste Zwischenbericht der Untersuchungsbehörde NTSB.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A400M der Roal Air Force nach der Landung in Jan Mayen: Mit dem Transporter wurden Nato-Kontingente in die Arktis verlegt.
US-Marines, britische Royal Marines und norwegische Soldatinnen und Soldaten üben auf Jan Mayen. Airbus A400 M und Lockheed C-130 brachten für die Manöver neben Truppen auch Material auf die abgelegene Arktisinsel.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Jetblue führt eine neue Business-Class auf Inlandsflügen ein: Blue First soll noch 2026 starten.
Mit Blue First nähert sich die US-Airline immer mehr der Konkurrenz an. Die neue Kabine von Jetblue bietet eine Business Class im Inland mit breiten Sesseln, eigenem Cocktail-Menü und Bento-Box.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies