Airbus A380 von Lufthansa: Auch die verbleibenden acht wackeln.

Langstreckenjets auf dem PrüfstandWirft Lufthansa den A380 ganz aus der Flotte?

Der Luftfahrtkonzern ist pessimistischer, was die Erholung der Passagierzahlen angeht. Jetzt könnte Lufthansa auf der Langstrecke ganze Teilflotten aussortieren.

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Als Lufthansa im Juni mehrere Boeing 747-400 zum Flughafen Twente-Enschede flog, sorgte das für Aufsehen. Denn an dem Airport ist auch die Firma AELS ansässig, deren Namenskürzel für Aircraft End-of-Life Solutions steht. So gab es Berichte, Lufthansa würde ihre Jumbojets an dem kleinen niederländischen Airport gleich verschrotten lassen.

Doch die Fluggesellschaft widersprach und erklärte, sie würde die Vierstrahler am Flughafen Twente-Enschede lediglich einlagern. Im Hintergrundgespräch mit aeroTELEGRAPH zeigte sich damals ein Insider, der namentlich nicht genannt werden wollte, skeptisch, dass alle Boeing 747 den Airport wieder verlassen werden.

Airbus A340, A380 und Boeing 747-400

Nun berichtet das Portal Aero, dass Lufthansa die permanente Stilllegung ganzer Langstrecken-Teilflotten prüft. Schon vergangene Woche erklärte der Vorstand demnach im Intranet, man werde «in den kommenden Wochen über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entscheiden». Laut Informationen das Portals soll es um Airbus A340, A380 und Boeing 747-400 gehen, die Lufthansa ganz ausflotten könnte.

Von der Boeing 747-400 hat Lufthansa im Zuge der Pandemie fünf schon in den Ruhestand geschickt, acht weitere wackeln nun. Vom Airbus A380 hat die Fluglinie 14 Exemplare. Sechs davon, die bereits an Airbus mit voraussichtlichen Übergangsterminen in 2022 und 2023 verkauft wurden, werden aber eh nicht mehr in den Betrieb zurückkehren.

«Flugzeugtypen, die wir absehbar nicht mehr betreiben»

Vom Airbus A340 betreibt Lufthansa selber 17 Exemplare der Variante A340-600. Sie wurden im Zuge der Corona-Krise eingelagert und ihr Einsatz im Liniendienst ist mindestens für die kommenden ein bis eineinhalb Jahre nicht vorgesehen. Darüber hinaus verfügt Lufthansa über 17 A340-300, Tochter Swiss über fünf und deren Schwester Edelweiss über vier A340-300.

Der drohende Abbau der Teilflotten belastet laut Insidern aktuell auch die Verhandlungen zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. «Lizenzerhaltende Maßnahmen für Flugzeugtypen, die wir absehbar nicht mehr betreiben, werden gestoppt», erklärte das Unternehmen laut Aero gegenüber den Piloten.

Erholung bis frühestens 2024 erwartete

Nach einem Milliardenverlust im zweiten Quartal hatte sich die Lufthansa-Gruppe vergangene Woche pessimistischer für die Erholung der Passagierzahlen gezeigt. Konzern-Chef Carsten Spohr sagte, man erwarte eine Rückkehr zum Niveau des Jahres 2019 nun nicht mehr für 2023, sondern frühestens bis 2024. Vor allem auf der Langstrecke sind die Aussichten aufgrund von Pandemie und einhergehenden Reisebeschränkungen unsicher.

Lufthansa erwartet für die Langstrecke aber auch neue Flugzeuge. Bei Boeing hat sie 20 Exemplare der 787-9 bestellt sowie 20 Boeing 777-9. Von Airbus wird Lufthansa 27 weitere Flugzeuges des Typs A350-900 erhalten - 16 der Flieger hat sie schon.

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