Boeing 737 von Southwest: Verabschiedet sich die Airline von der Einheitsflotte?

Wegen 737 MaxWird Southwest Airlines Boeing untreu?

Wegen des Groundings muss Southwest Airlines Tausende Flüge streichen. Nun denkt die Billigairline ernsthaft darüber nach, ihre Einheitsflotte aufzugeben.

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Southwest Airlines ist die größte Betreiberin von Boeing 737 der Welt. Hunderte Flugzeuge des Typs hat die Billigairline seit der Gründung 1967 bestellt. Für vier Versionen der 737 war die Billigairline aus den USA Erstkundin. Umso stärker dürfte es den Hersteller treffen, dass diese Kundin nun die Möglichkeit in Betracht zieht, bei der Konkurrenz Flugzeuge zu bestellen.

«Wir haben unsere Zukunft in die Hände von Boeing gelegt und dann wurde die Max gegroundet», sagte Vorstandsvorsitzender Gary Kelly vergangene Woche dem Nachrichtensender CNBC. Seine Airline musste seit dem Beginn des globalen Flugverbots Anfang März Tausende Flüge streichen. Noch bis Februar plant sie derzeit ohne den Flieger.  34 Boeing 737 Max befinden sich aktuell in der Flotte von Southwest, bis Ende des Jahres hätten es eigentlich 40 Exemplare sein sollen.

Gespräche über Alternativen

Schon vor einer Weile hatte Kelly erklärt, dass man sich mit Boeing über Kompensationszahlungen unterhalte. Doch das reicht dem Aufsichtsrat der Billigairline offenbar nicht aus. Wie er bei der Präsentation der Quartalszahlen vor Analysten sagte, habe das Gremium ihm aufgetragen, auch mit anderen Herstellern zu sprechen.

Viele Alternativen zur 737 Max gibt es schlicht nicht. Im Grunde kommt derzeit nur der Airbus A320 in Frage. Zwar habe es große Vorteile, ein Boeing-Kunde mit nur einem Flugzeugtyp zu sein. Aber in Anbetracht der aktuellen Situation sei man verpflichtet, sich auch mit der Frage nach Alternativen auseinanderzusetzen, so Kelly. «Wir gucken uns das ernsthaft an.»

Auch den A220 angesehen

Im April hatte es bereits Gerüchte gegeben, dass Southwest mit dem Airbus A220, der ehemaligen C-Series, liebäugelt. Ein Team der Fluggesellschaft war nach Europa gereist, um mit einem Betreiber zu reden. Doch der A220 ist deutlich kleiner als die Boeing 737 und wäre höchstens eine Ergänzung zu aktuellen Flotte.

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