Airbus A330 F der Republik Ungarn: Von Wizz Air betrieben.

FrachtflügeWashington lehnt Antrag von Wizz Air für USA-Flüge ab

Die Billigairline beantragte eine Erlaubnis für Frachtflüge in die USA. Doch Washington lehnt Wizz Airs Ersuchen ab.

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Am 22. Januar schickte Wizz Air ein Dokument nach Washington. Die ungarische Billigairline ersuchte das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten darin um eine Lizenz für ausländische Fluggesellschaften. Damit hätte sie Charterflüge zwischen Europa und den USA aufnehmen können.

Mit dem Antrag, der im Februar noch ergänzt wurde, zielt Wizz Air nicht auf Langstreckenflüge für Urlauber. Es ging der Fluggesellschaft vielmehr um Frachtdienste, wie dem Antrag zu entnehmen ist. Denn sie betreibt seit der Corona-Krise einen Airbus A330 F.

Engpässe im Luftfrachttransport vermeiden

Der Frachter mit braun-weißer Lackierung, Aufschrift Hungary Air Cargo und Kennzeichen HA-LHU gehört nicht Wizz Air. Er ist Eigentum der Regierung von Ungarn. Diese will mit ihm Engpässe im Luftfrachttransport vermeiden, wie es sie während der Pandemie gegeben hatte. Betrieben wird er aber von Wizz Air.

Wurde de  Airbus A330 F anfänglich kaum genutzt, ist er inzwischen viel unterwegs. Regelmäßig fliegt er zwischen Budapest und Almaty sowie Nur-Sultan in Kasachstan. Ab und an ist er auch in Doha und im chinesischen Zhengzhou.

FAA hat Zweifel an ungarischer Aufsicht

Aus den USA-Plänen wird aber vorerst nichts. Das Transportministerium der Vereinigten Staaten hat den Antrag von Wizz Air abgelehnt. Der Grund: Die amerikanische Luftfahrtbehörde, die das Ministerium in solchen Fragen berät, habe «mitgeteilt, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht entscheiden kann, ob die Sicherheitsaufsicht über Wizz Air Hungary ausreichend ist».

Mit anderen Worten: Die Federal Aviation Administration FAA hat Zweifel an ihrem ungarischen Pendant. Sie müsse erst «weitere Informationen über die Art der Sicherheitsaufsichtsvereinbarung zwischen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit Easa und der ungarischen Zivilluftfahrtbehörde» einholen. Erst dann könne man entscheiden.

Starke Opposition gegen Wizz Air

Eigentlich handelt es sich bei solchen Anträgen meist um eine Formalität. Doch bei Wizz Air hatte es heftigen Gegenwind  gegeben. Die Southwest Airlines Pilots Association, die Air Line Pilots Association Alpa; die Allied Pilots Association, die Independent Pilots Association, die European Cockpit Association, die Association of Flight Attendants-CWA und der Gewerkschafts-Dachverband AFL-CIO haben Opposition angemeldet. Daraufhin überarbeitete Wizz Air den Antrag - aber offensichtlich nicht genug, um ein Nein aus Washington zu verhindern.

Das Verkehrsministerium weist jedoch darauf hin, dass Wizz Air den Antrag neu stellen könne, sobald man die offenen Fragen geklärt habe. Denn es geht nicht um ein Problem bei der Fluglinie selbst, sondern um eines bei der staatlichen Aufsicht. Die Airline hat bisher nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme reagiert.

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