Unglücksflug PC2193Was über das Pegasus-Unglück in Istanbul bekannt ist

Drei Menschen starben beim Landeunfall von Pegasus Airlines am Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen, 179 wurden verletzt. Die Fakten zu Unglücksflug PC2193.

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«Unser Schmerz ist groß». In einer Medienmitteilung bestätigte Pegasus Airlines in der Nacht auf Donnerstag, dass beim Unglück von Flug PC2193 am Mittwoch (5. Februar) drei Passagiere gestorben sind. Die Boeing 737 der türkischen Billigairline war am Vorabend am Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen über die Piste hinausgeschossen, einen Abhang hinuntergerutscht und in drei Teile zerbrochen. Was ist bisher über den Unfall bekannt?

Der Flugverlauf: Unglücksflug PC2193 startete mit 43 Minuten Verspätung in Izmir. Bei der Landung in Istanbul ging ein Gewitter über der Region nieder. Es fegten Winde aus Südwesten mit Geschwindigkeiten von 40 bis 65 Kilometern pro Stunde über den Flughafen.

Der Unfall: Bei der Landung auf Piste 06 am Flughafen Sabiha Gökçen um 18:19 Uhr Ortszeit hatte die Boeing 737 von Pegasus Airlines viel Rückenwind. Überlebende Passagiere berichten, dass die Maschine beim Anflug gewackelt habe, auch nach der Landung habe es weiter gewackelt. Gemäß dem auf Zwischenfälle spezialisierten Portal Aviation Herald setzte sie erst rund 1000 Meter vor dem Ende der Landebahn oder 1950 Meter nach der Landeschwelle auf. Sie überschoss die Piste und fiel danach eine Böschung hinunter. Ein Triebwerk fing dabei Feuer, der Rumpf zerbrach in drei Teile. Die Unfallstelle liegt rund 20 Meter unterhalb der Piste.

Der Flug: PC2193 wird von Pegasus täglich durchgeführt und führt vom Adnan Menderes Airport in Izmir zum Sabiha Gökçen Airport in Istanbul. Auf der Strecke sind Boeing 737, Airbus A320 Neo und manchmal auch A320 unterwegs. Die Reise dauert zwischen 45 und 50 Minuten.

Das Flugzeug: Die verunglückte Boeing 737-800 trug das Kennzeichen TC-IZK. Sie war elf Jahre alt und gehörte der irisch-japanischen Leasinggesellschaft SMBC Aviation Capital. Pegasus war die zweite Betreiberin des Jets. Von 2009 bis 2016 stand er bei Air Berlin im Einsatz.

Der Flughafen: Istanbul-Sabiha Gökçen liegt auf der asiatischen Seite von Istanbul. Der Flughafen ist das Drehkreuz von Pegasus Airlines. Er besitzt eine betonierte Start- und Landebahn 06/24 von 3000 Metern Länge und 45 Metern Breite. Am Ende von Piste 06 befindet sich eine 65 Meter lange Stoppfläche, dahinter stehen Antennen und eine Mauer, dann folgt ein Abhang.

Die Fluggesellschaft: Pegasus Airlines ist eine private türkische Billigfluglinie. Sie wurde 1991 ursprünglich mithilfe von Aer Lingus als Charterairline gegründet. Seit 2005 ist sie als Lowcost-Anbieterin unterwegs, inzwischen ist die Flotte 83 Flugzeuge stark, zu ihr zählen Boeing 737-800, Airbus A320, A320 Neo und A321 Neo. Pegasus gehört nach Passagierzahlen zu den zehn größten Fluggesellschaften in Europa.

Die Unfallstatistik: Einen ähnlichen Landeunfall verzeichnete die Fluggesellschaft 2018 in Trabzon. Damals schlitterte ebenfalls eine Boeing 737 von der Piste. Sie glitt danach einen Abhang hinab ins Meer. Beim Unglück wurde niemand verletzt. Offizielle Untersuchungsergebnisse liegen bis heute nicht vor. Ein Pilot sprach nach dem Unfall davon, dass ein Triebwerk plötzlich Schub entwickelt habe. Bis zum jetzigen Unglück gab es bei Zwischenfällen mit Fliegern von Pegasus Airlines keine Verletzten oder Toten.

Die Besatzung: An Bord der Boeing 737 befanden sich zwei Piloten und vier Flugbegleiter. Weitere Informationen sind bisher nicht bekannt.

Die Passagiere: Dazu gibt es unterschiedliche Angaben. Während der türkische Gesundheitsminister von 171 Insassen sprach, nannte der Gouverneur von Istanbul eine Zahl von 177 Passagieren, 175 Erwachsene und zwei Babys.

Die Opfer: Auch hier gibt es bisher widersprüchliche Angaben. Gemäß dem türkischen Gesundheitsministerium wurden beim Unglück 179 Menschen verletzt. Es gab drei Todesopfer - alle waren sie Passagiere. Der Gouverneur von Istanbul schrieb am Donnerstagabend dann bei Twitter, insgesamt seien 180 Menschen verletzt in Krankenhäuser eingeliefert worden. Davon seien 92 mittlerweile wieder entlassen, 88 befänden sich derweil weiterhin im Krankenhaus, 14 auf Intensivstationen.

Die Ermittlungen: Laut türkischen Medien behandelt die Staatsanwaltschaft die beiden Piloten als Verdächtige und prüft, ob die Cockpitcrew fahrlässig den Tod und die Verletzungen von Passagieren verursacht habe. Mit Einwilligung eines Richter ließ die Staatsanwaltschaft demnach Blutproben der Piloten nehmen, um Tests auf Alkohol und Drogen durchführen zu lassen. Zudem wurden auch ihre Mobiltelefone beschlagnahmt. Weiterhin laufen übliche Flugunfalluntersuchungen. So wird etwa die Blackbox ausgewertet sowie die Bilder von Überwachungskameras des Flughafens Sabiha Gökçen.

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