Produktion bei Spirit Aerosystems: Eklatante Mängel.

Lieferant von Airbus und BoeingWas macht Airbus, wenn Boeing sich Spirit Aerosystems einverleibt?

Boeing ist der größte Kunde des Luftfahrtzulieferers. Um die Qualität zu verbessern, will der Flugzeugbauer Spirit Aerosystems in seinen Konzern integrieren. Das dürfte Kunde Airbus stören.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Heute ist das Viertel der Millionenmetropole Los Angeles bekannt für seine Kanäle und den Strand mit seiner kilometerlangen Promenade, die von Kunstschaffenden, Freaks und fliegenden Händlern bevölkert wird. Doch 1926 entstand in Venice auch ein Flugzeugbauer. Stearman Aircraft wurde in der Folge vor allem mit seinen Doppeldecker Model 75 bekannt.

Doch schon ein Jahr nach der Gründung verlegte das noch junge, aber sehr erfolgreiche Unternehmen seine Produktion von der Westküste der USA nach Wichita im Bundesstaat Kansas. Und nochmals zwei Jahre später wurde es Teil des integrierten Luftfahrtkonzerns United Aircraft and Transport Corporation. Lange blieb das jedoch nicht so. Nach einem Skandal um Marktabsprachen bei Luftpostaufträgen wurde der Moloch 1934 wieder aufgespalten.

Vergrößerung und Verkauf

Aus der United Aircraft and Transport Corporation wurden drei Unternehmen - United Technologies, United Airlines und Boeing. Beim neu geschaffenen Flugzeugbauer verblieb auch Stearman Aircraft. Die neue Tochter leitete den Bau mehrerer Modelle von strategischen Bombern und wurde 1941 vollständig in den Konzern integriert. Bis zu 30.000 Menschen arbeiteten zeitweise im Werk.

1996 kaufte Boeing von Rockwell International den Bereich, der Komponenten für die 737, die Internationale Raumstation und den Joint Strike Fighter lieferte und legte sie mit der Abteilung in Wichita zusammen. Doch lange hielt der Flugzeugbauer nicht daran fest. 2005 verkaufte er den gesamten Bereich an die Finanzgesellschaft Onex - Spirit Aerosystems entstand.

Mängel in Produktion

Der neue Eigentümerin investierte. 2006 kaufte sie von BAE Systems den Geschäftsbereichs Aerostructures. Er war Zulieferer von Boeing, aber noch viel mehr von Airbus. Der europäische Flugzeugbauer ist bis heute der größte Kunde des europäischen Teils von Spirit.

Das Wachstum ging nicht spurlos an Spirit Aerosystems vorbei. So kam das Unternehmen auch beim Verlust einer Stecktür einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines ins Visier der Luftfahrtbehörde der USA. Der Rundfunkanbieter NPR berichtete vor einigen Wochen von eklatanten Mängeln beim Luftfahrtzulieferer.

Pizza-Party aus falschem Grund

In der Fabrik in Wichita, wo die Rümpfe der Boeing 737 gefertigt werden, veranstalte das Management manchmal eine Pizza-Party, um den Rückgang an Problemmeldungen zu feiern. Doch ein Informant erklärte dem Blatt: «Aber wir verringern die Mängel nicht. Wir melden sie nur nicht».

Eine laufende Prüfung der FAA ergab zudem kürzlich, dass in sieben von 13 getesteten Bereichen Mängel gefunden wurden. In insgesamt 97 Fällen wurden die Vorschriften mutmaßlich nicht eingehalten, so die FAA. Spirit Aerosystems hat darauf reagiert und bereits die Aufsicht verstärkt und Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität ergriffen.

Mehr als ein Fünftel des Umsatzes mit Airbus

Doch das reicht Boeing nicht. Der Flugzeugbauer möchte Spirit Aerosystems wieder zurück in den Konzern holen, wie kürzlich bekannt wurde. Die Gespräche dazu laufen bereits. Die Amerikaner sind mit 60 Prozent Umsatzanteil der mit Abstand der größte Kunde des Unternehmens.

Doch auch Airbus bezieht viel von Spirit Aerosystems. 22 Prozent des Umsatzes des amerikanischen Zulieferers von 5 Milliarden Dollar gehen an den europäischen Flugzeugbauer. So baut etwa die Pylone des Airbus A220, Flügelteile des A320 oder Teile einer Rumpfsektion des A350.

Boeing in Schach halten

In Toulouse wird man deshalb ganz genau verfolgen, was mit Spirit Aerosystems passiert. Was Airbus sicher nicht will ist, dass Boeing Konstruktionsdetails bekommt oder Druck ausüben kann.

Mehr zum Thema

Fachleute des NTSB inspizieren die Teile.

Der Boeing 737 Max 9 fehlten bei der Auslieferung die entscheidenden Bolzen

Ein Experte der NTSB untersucht die Stelle, aus der das Paneel bei Alaska Airlines ...

Was passierte als sich das Paneel der Boeing 737 Max 9 löste?

Produktion der 737 Max: Unter der Lupe.

Mechaniker nutzten Seife als Schmiermittel für Boeing 737 Max

ticker-boeing-1

Erholung bei Verkehrsflugzeugen braucht länger - Boeing startet vorerst kein neues Flugzeugprogramm

Video

wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack
united crj 450 interior
Neun Sitze weniger, dafür eine Business Class und mehr Komfort. United Airlines will bis 2028 rund 50 Regionalflugzeuge vom Typ Bombardier CRJ 200 umrüsten und verpasst ihnen dazu gleich einen neuen Namen: CRJ 450.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies