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Neues Modell

Was am Airbus A330 Neo wirklich neo ist

Mit dem A330 Neo hofft Airbus, die Boeing 787 bremsen zu können. Doch was ist am modernisierten Langstreckenflugzeug eigentlich alles neu?

aeroTELEGRAPH

Rolls-Royce Trent 7000: Das Triebwerk wurde extra für den Airbus A330 Neo entwickelt.

Neo steht für New Engine Option. Denn die wichtigste Neuerung des Airbus A330 Neo sind die neuen Triebwerke. Neo ist aber auch ein altgriechisches Wort, das so viel bedeutet wie neu, jung oder auch revolutionär. Und genau so will Airbus sein neuestes Langstreckenflugzeug positionieren. Er sei das «effizienteste Langstrecken-Großraumflugzeug der Einstiegsklasse», heißt es in Toulouse. Erstbetreiberin Tap hat kürzlich das erste Exemplar in Empfang genommen.

Der A330 Neo wurde 2014 lanciert. Er ist eine Weiterentwicklung des Langstreckenklassikers A330. Der kleinere Neo – der A330-800 – basiert auf dem A330-200, der größere A330-900 auf dem A330-300. Airbus streicht hervor, dasser «mehr Sitze, flexiblere Sitzanordnungen in der Economy-Klasse mit acht oder neun Sitzen pro Reihe», zulasse. Der A330-900 habe gegenüber der Boeing 787-9 auch einen zwischen zwei und vier Prozent geringeren Treibstoffverbrauch pro Sitz. Die Amerikaner legen freilich ähnliche Zahlen vor, welche die Überlegenheit ihres Modells belegen sollen.

Fünf Bereiche mit Neuigkeiten

Doch was ist am A330 Neo denn eigentlich wirklich alles neu?

Triebwerke: Das wichtigste Upgrade beim Airbus A330 Neo passierte bei den Motoren. Das Flugzeug wird von zwei Rolls-Royce-Triebwerken vom Typ Trent 7000 angetrieben. Sie haben ein höheres Nebenstromverhältnis von 10:1 als die alten A330-Motoren und sind deutlich sparsamer und nebenbei auch leiser. Der Motorenbauer hat sie auf Basis der Trent 700 entwickelt und Neuerungen des A350-Triebwerks Trent XWB eingebaut. Auffallendstes Merkmal: Mit einem Durchmesser von 2,84 Metern sind die Trent 7000 massiv größer – sie sind rund 37 Zentimeter dicker als die Motoren des A330.

Tragfläche: Die Flügel des A330 Neo haben eine neue Form, sie sind leicht nach oben gebogen. Zudem besitzen sie neu entwickelte Vorflügel (im Jargon Slats genannt) und eine neue Rumpfverkleidung. Dies alles führt zu einer verbesserten Aerodynamik. Insgesamt ist die Tragfläche auch länger. Der A330 Neo kommt auf eine Spannweite von 64 Metern – der klassische A330 hat 60,3 Meter.

Winglets: Auffällig sind die neuen Winglets, die Airbus wegen der Haiflossen-Form Sharklets nennt. Sie wurden vom A350 übernommen. Die Flügelspitzen werden aus Verbundstoffen gefertigt und erhöhen die Spannweite des A330 Neo. Während die Winglets des A330 1,6 Meter hoch waren, ragen die Sharklets nur noch 1 Meter in die Höhe.

Cockpit: Auch hier integrierte Airbus neue Technologie, die vom A350 stammt. So gibt es für die Piloten so genannte Head-Up Displays, ein Anzeigesystem, das Informationen auf einem durchsichtigen Bildschirm auf Augenhöhe darstellt- Es gibt elektronische Informationen und Dokumentationen (Electronic Flight Bag) oder einen Landebahn-Überrollschutz.

Kabine: Auch die Passagiere merken, dass sie in einem Neo und nicht in einem klassischen A330 sitzen. Airbus baut in die Flieger die Airspace Cabin ein, die auch in den A350 zu finden ist. Sie hat ein neues LED-Beleuchtungssystem, größere Gepäckfächer, neue Toiletten mit automatisierten Bedienelementen, ein neuer Eingangsbereich und ermöglicht volle Internet-Anbindung. Allerdings sind viele Dinge davon optional – der Kunde muss sie hinzukaufen. Die Extras werden daher nicht überall umgesetzt. Airbus streicht hervor, dass es im Innern deutlich leiser ist. Der Hersteller verspricht 3 Dezibel weniger Lärm als in einer Boeing 787, oder «nur die Hälfte der Schallenergie».



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