Crew von Tunisair: Es gibt Spannungen in der Belegschaft.

Uniform-StreitWarum es zum Mini-Grounding bei Tunisair kam

Letzte Woche stellte die Fluggesellschaft ihre Flüge kurzzeitig ein. Auslöser war ein Streit zwischen Mitarbeitern um ihre Uniformen. Doch die Krise bei Tunisair geht tiefer.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Für Außenstehende ist es schwer zu verstehen, was gerade bei Tunisair vorgeht. Vergangenen Donnerstag (9. März) kam es am Aéroport International de Tunis-Carthage vor dem Abflug eines Flugzeuges nach Paris zu einem Streit zwischen einem Techniker und einem Piloten. Der war offenbar so heftig, dass die Polizei einschreiten musste.

Daraufhin verordnete die Unternehmensführung die Einstellung des Flugbetriebes. Als Begründung wurde angegeben, man wolle die Sicherheit der Passagiere nicht gefährden. Tunisair richtete zusammen mit dem Transportministerium gleichzeitig einen Krisenstab ein, der sich um die Wiederaufnahme des Flugbetriebes kümmerte. Nach rund vier Stunden Mini-Grounding hoben die Flugzeuge der tunesischen Nationalairline am Mittag dann auch wieder ab.

Zu ähnlich?

Der Grund für den Streit klingt trivial: Die neuen Uniformen der technischen Angestellten sehen in den Augen der Piloten den ihrigen zu ähnlich. Dadurch fühlen sie sich in ihrer Ehre verletzt. Umgekehrt hatten die Techniker vor einigen Wochen bereits mit einem Sitzstreik dagegen protestiert, wie sie von den Piloten behandelt werden. In tunesischen Medien wird über große Spannungen zwischen den Berufsgruppen berichtet, die sich bereits über drei Monate hinziehen.

Doch der Konflikt geht noch viel tiefer. Seit dem Arabischen Frühling geht es Tunisair schlecht. Die Anschläge in Tunesien 2015 ließen die Besucher- und damit auch die Passagierzahlen nach einer ersten zaghaften Erholung einbrechen. Vergangenen Dezember präsentierte die tunesische Fluggesellschaft für 2015 denn auch wieder einen Verlust von 71 Millionen Dinar oder umgerechnet 29 Millionen Euro.

Stetige Verluste

Bei Tunisair liegen deshalb Entlassungen in der Luft. Noch beschäftigt die Fluglinie mehr als 8000 Menschen, oder rund 250 pro Flugzeug, wie Ex-Chef Farouk Ben Ammar in einem Artikel festhält. Nötig wären in seinen Augen etwas mehr als 3000. Die Lage verschärft sich für Tunisair noch, weil dieses Jahr ein Opensky-Abkommen mit der Europäischen Union in Kraft treten wird.

Mehr zum Thema

So nah kommt man Giraffen sonst nie wie im  Royal Livingstone

Sambia: Giraffen füttern, raften und baden am Abgrund

Eine Dash 8 von Air Kenya und die bisherigen Stopps der Auslieferungsroute: Kleiner Flieger, langer Weg.

So fliegt eine Dash 8-200 von Kanada nach Kenia

Flieger von Air Senegal: Airline in der Krise.

Regierung stellt Notfallplan zur Rettung von Air Sénégal vor

Airbus C295  (hier bei der Auslieferung): Fliegt für Senegals Luftwaffe.

Armee übernimmt Inlandsstrecken im Senegal

Video

Flugzeug auf Zug: Waghalsiges Manöver.
Ein Pilot, ein fahrender Güterzug – und kaum Platz für Fehler. In der Türkei ist ein außergewöhnliches Landemanöver gelungen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Bildschirmfoto 2026-02-16 um 095023
Nach 16 Jahren im Dienst hat der Flugzeugbauer sein letztes Dreamliner-Testflugzeug ausgemustert. Die Boeing 787-8 sollte ursprünglich einen anderen Zweck bekommen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.
Kurz vor dem Abheben entschied sich die Crew eines Fluges von Latam zum Startabbruch. Die Boeing 777-300 ER kam erst am Ende der 3700 Meter langen Piste von São Paulo-Guarulhos zum Stehen. Erfolgte der Abbruch zu spät?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies