Boeing 737-800 von Alaska Airlines: In diesem Modell passierte es.

Giftige Dämpfe in FlugzeugenVier Flugbegleiterinnen verklagen Boeing

Giftige Dämpfe in der Kabinenluft sind ein Streitpunkt. Hersteller und Fluglinien spielen ihre Gefährlichkeit herunter. Experten warnen davor. Nun verklagen Flugbegleiterinnen deswegen Boeing.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Vanessa Woods erwachte als sie am Küchenboden lag. Sie blickte auf und sah eine ihrer Kolleginnen, die über eine Sauerstoffmaske atmete und zusammenhangsloses Zeug redete. Beide waren sie zuvor an Bord der Boeing 737-800 von Alaska Airlines ohnmächtig geworden. Zwei weiteren Flugbegleiterinnen verloren zwar nicht das Bewusstsein, fühlten sich aber ebenfalls sehr schlecht.  Flug AS769 vom 12. Juli 2012 musste deshalb unplanmäßig in Chicago landen.

Drei der vier Betroffenen konnten seither nicht mehr arbeiten. Zitteranfälle sowie Nerven- und Gedächtnisprobleme machten ihnen bis heute zu schaffen, sagen sie. Und dafür wollen die Flugbegleiterinnen nun Boeing zur Rechenschaft ziehen. Sie verklagten den amerikanischen Flugzeugbauer und verlangen Entschädigung wegen mentalen und körperlicher Beeinträchtigung durch giftige Dämpfe an Bord der 737. «Ich war gesund, bis ich in dieses Flugzeug stieg. Seither bin ich nicht mehr dieselbe», so Woods zur TV-Sendung Today.

Boeing-Mitarbeiter warnte 2007

Die Atemluft in der Kabine und im Cockpit wird bei den meisten modernen Flugzeugen ungefiltert über die Triebwerke gewonnen – bei Boeing, Airbus und den anderen Herstellern. Der Fachausdruck dafür heißt Zapfluft. Verbrennt Triebwerksöl, kann es sein, dass giftige Dämpfe entstehen, die in den Passagierraum gelangen. Es entsteht das Nervengift TCP. Boeing habe seit den Fünfzigerjahren von der Gefährlichkeit und Schädlichkeit dieses Systems gewusst, so die vier klagenden Flugbegleiterinnen. Sie zitieren dabei eine E-Mail eines Mitarbeiters des amerikanischen Flugzeugbauers. Darin steht: «Ich glaube, es muss zuerst einen Grabstein geben, bevor jemand mit genug Macht sich dafür interessiert.»

Auch Experten warnen schon lange vor dem sogenannten aerotoxischen Syndrom. «Man weiß seit 1954, dass es extrem schädlich ist, Dämpfe von erhitztem synthetischen Maschinenöl ausgesetzt zu sein. Und es gibt ganz klare Hinweise auf eine erhöhte Häufigkeit solcher Gesundheitsprobleme bei Flugbegleitern und Piloten», sagte Susan Michaelis, ehemalige Pilotin und heute Beraterin für Bord-Gesundheit in einem Interview mit aeroTELEGRAPH. Die Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit und Tod sei bei Piloten 400 Prozent größer als bei Berufsgruppen, die nicht solchen Dämpfen ausgesetzt sind.

Atemprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Übelkeit

Kurzfristig sind die Folgen des aerotoxischen Syndroms brennende Augen und juckende Nase, Atemprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch ein Gefühl eingeschlafener Körperteile. Langfristig klagen die Betroffenen über chronische Müdigkeit, Atem- und Herzprobleme, Nervenprobleme, Verdauungsstörungen und chemische Überempfindlichkeit.

Mehr zum Thema

ticker-usa

US Navy sucht neue Kampfdrohne für Flugzeugträger

Boeing 737 Max 7: Klein, aber mit viel Reichweite ausgestattet.

Boeing bringt die 737 Max 7 ans Ziel - was sie den Kunden bietet

ticker-boeing-1

Boeings Tarifangebot findet erste Zustimmung bei Gewerkschaft - Streikrisiko sinkt

Flieger mit Boeing-Logo: Der Hersteller zahlt an Hinterbliebene.

Fluglinie aus Kamerun und Boeing streiten 30 Jahre nach Absturz um 179 Millionen Dollar

Video

iberia sonnenfinsternis
Die Sonnenfinsternis hielten die Menschen an vielen Orten in Europa in Atem. Iberia beobachtete sie von einem Airbus A321 XLR aus - und hielt das im Video fest.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Unglücksort: Das Wrack der ATR 72 von Voepass.
Schon lange vor dem Absturz der ATR 72 mit 62 Toten waren bei Voepass Probleme mit Wartung und Enteisung bekannt. Dennoch wurde laut Erkenntnissen der brasilianischen Bundespolizei nicht konsequent gehandelt. Ihre Ermittlungen belasten die Fluggesellschaft - aber auch die Luftfahrtbehörde Anac.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
erste boeing 737 max tarom
Die rumänische Fluglinie steht kurz vor der Übernahme ihrer ersten Boeing 737 Max. Das Flugzeug von Tarom trägt schon seine Bemalung - und die zeigt neue Designelemente.
Timo Nowack
Timo Nowack