Festnahme von DrogenbossEmbraer E190 von Aeromexico gerät beim Start in Kugelhagel

Die mexikanischen Behörden haben den Sohn von Joaquín El Chapo Guzmán festgenommen. Dabei kam es zu einer Schießerei, in die auch ein Flugzeug von Aeromexico geriet.

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Die größte Flugzeugflotte von Mexiko betreibt keine Airline. Das Drogenkartell Sinaloa besitzt deutlich mehr Flugzeuge. Auch wenn es immer wieder beschlagnahmt wird. 586 Flugzeuge und 13 Helikopter des größten mexikanischen Drogenkartells stellte der Staat innerhalb von zehn Jahren sicher, hieß es vor einiger Zeit. Dazu entdeckte er mehr als 4729 geheime Landepisten. Und das ist nur das, was die Behörden entdeckt haben.

Kein Wunder also, dass die Festnahme einer der Schlüsselfiguren des Kartells alles andere als unauffällig verläuft. Ovidio Guzmán, Sohn des inhaftierten Drogenbosses Joaquín El Chapo Guzmán wurde am Donnerstag (5. Januar) in  Culiacán festgenommen. Und das bekamen auch die Reisenden an Bord einer Embraer E190 von Aeromexico auf unangenehme Weise mit.

Schüsse bei der Beschleunigung

«Als wir für den Start beschleunigten, hörten wir Schüsse ganz in der Nähe des Flugzeugs, und da warfen wir uns alle auf den Boden», berichtet ein Passagier, der sich an Bord von Flug AM165 befand. Zuvor waren bereits Militärjets am Flughafen gelandet. Die Embraer E190 von Aeromexico mit dem Kennzeichen XA-ALW wurde offenbar bei dem Einsatz zur Festnahme des Drogenbosses von Geschossen getroffen.

Aeromexico hat mittlerweile erklärt, dass niemand an Bord des beschossenen Fliegers verletzt wurde.  Doch der Einsatz hat immer noch Nachwirkungen, denn: Culiacán ist die Heimat des Drogenkartells Sinaloa, einer der mächtigsten kriminellen Organisationen der Welt. Die Verhaftung löste Unruhen aus. Der Flughafen von Culiacán ist seither geschlossen. Die Regierung fordert Bürgerinnen und Bürger auf, zu Hause zu bleiben.

Kurz vor Besuch von Joe Biden

Die Verhaftung erfolgte nur wenige Tage vor dem geplanten Besuch des amerikanischen Präsidenten Joe Biden in Mexiko.  Ovidio Guzmán, der nach der Verhaftung seines Vaters im Jahr 2016 zu einer Schlüsselfigur des Kartells wurde, wurde im Oktober 2019 von Sicherheitskräften festgenommen, aber schnell wieder freigelassen.

Seit 2018 wird er auch von der Drogenbehörde der USA gesucht, weil sie ihn mit dafür verantwortlich macht, dass das Land mit einer Masse an Todesfällen durch das Medikament Fentanyl zu kämpfen hat.  Washington hatte eine Belohnung von bis zu fünf Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt, die zu seiner Verhaftung führten.

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