Lockheed C-130J-30 Hercules der Armee Neuseelands: Neue Aubsildungskonzepte.

Lockheed C-130J Super HerculesVirtuelle Hercules: Neuseeland trainiert Crews jetzt zu Hause statt in Australien oder in den USA

In 58 Kisten kam der neue C-130J-Simulator nach Auckland. Mit dem Trainingssystem kann die Royal New Zealand Air Force Einsätze, Notfälle und extreme Wetterlagen realitätsnah üben. Für die Besatzungen bedeutet das mehr Training statt Flüge nach Australien oder in die USA.

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Luftfahrt

Die Royal New Zealand Air Force hat die Installation eines eigenen Simulators für ihre Lockheed C-130J Super Hercules abgeschlossen. Nun beginnen umfangreiche Tests für den künftigen Einsatz. Ziel ist es, dass Kampfpilotinnen und -piloten und Anwärterinnen und Anwärter künftig nicht mehr nach Australien oder in die USA reisen müssen, um sich auf Einsätze vorzubereiten.

Neuseeland besteht aus rund 600 dicht beieinander liegenden Inseln im Südpazifik. Entsprechend spielt die Luftwaffe des 5,3-Millionen-Einwohner-Staates eine zentrale Rolle – bei der Verteidigung gegen mögliche Gegner, beim Kampf gegen Piraterie und Schmuggel sowie im Katastrophenschutz. Damit Truppen auch bei schwierigen Wetterlagen rasch verlegt werden können, beschaffte die Royal New Zealand Air Force oder kurz RNZAF im August vergangenen Jahres einen Simulator für ihre Lockheed C-130J Super Hercules, deran der Luftwaffenbasis in Auckland steht. Auckland liegt – ebenso wie die Hauptstadt Wellington – auf der Nordinsel des ausgedehnten Archipels.

Der neue Simultor hat erste Tests bestanden

Der Simulator ist darauf ausgelegt, Cockpit und Flugumgebung mit hoher Realitätsnähe abzubilden. Solche Systeme können bis zu 26 Millionen Dollar kosten. Eine Trainingsstunde schlägt mit rund 850 Dollar zu Buche. Die echte viermotorige Transportmaschine kann bis zu 92 Soldaten, 64 Fallschirmjäger oder etwa 74 Bahren samt medizinischem Personal transportieren – eine große Verantwortung für die normalerweise zwei Piloten im Cockpit.

Das Projekt habe wichtige Meilensteine erreicht, berichtet die neuseeländische Luftwaffenführung. Der Simulator trägt den Namen „Perseus“, benannt nach dem mythischen griechischen Halbgott. Geliefert wurde er in 58 Kisten mit einem Gesamtgewicht von 49 Tonnen, die auf der Basis zusammengesetzt wurden. Transportiert wurde die Fracht in zwei Flügen mit einem der größten Flugzeuge der Welt, einer Lockheed C-5M Super Galaxy.

Die ganze Inselwelt Neuseelands abbilden

Das Trainingsgerät bildet Cockpit und Flugumgebung der Lockheed C-130J Super Hercules mit hoher Genauigkeit nach. Besatzungen können damit zahlreiche Szenarien üben – von Notverfahren bis zu schwierigen Wetterbedingungen – und das in einer kontrollierten Umgebung. Zur Trainingsanlage gehört auch eine visuelle Datenbank, die bereits in anderen Simulatoren der neuseeländischen Luftwaffe genutzt wird. Sie enthält neben der neuseeländischen Inselwelt auch antarktische Flugplätze.

«Die Datenbank enthält zudem integrierte Infrarotsignaturen, sodass wir effektives Training mit Nachtsichtgeräten durchführen können. Selbst realistische Soundeffekte für unterschiedliche Wetterlagen wie Sturm, Hagel und Gewitter können simuliert werden», erklärt die Royal New Zealand Air Force. Auch andere Besatzungsmitglieder profitieren: Luftlademeister können etwa Gewichts- und Schwerpunktberechnungen wie im echten Flugzeug durchführen.

Lockheed C-130 Hercules - ein Arbeitstier

Die Lockheed C-130 Hercules geht auf eine Ausschreibung der US-Luftwaffe aus den frühen 1950er-Jahren für ein leistungsfähiges Transportflugzeug zurück. Der Erstflug fand 1954 statt. Die erste Version der C-130J von Lockheed Martin hob am 5. April 1996 zum Jungfernflug ab. Heute nutzen die USA und zahlreiche weitere Staaten weltweit den Militärtransporter oder haben ihn bestellt. Mehr als 20 Länder in Nord- und Südamerika, Europa – darunter Deutschland, Dänemark und Italien – sowie in Asien, Afrika und im Nahen Osten gehören dazu. Weltweit sind rund 500 Exemplare sind im Einsatz.

Simulatoren sparen Treibstoff, schonen das Flugmaterial und sind aus der Ausbildung von Abfangjägern und Transportflugzeugen längst nicht mehr wegzudenken. Die Idee ist allerdings älter, als viele vermuten: Die ersten Flugsimulatoren entstanden bereits 1910 – nur sieben Jahre nachdem die Gebrüder Wright ihr erstes Motorflugzeug für zwölf Sekunden in die Luft gebracht hatten.

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