Computer ersetzt Fluglotsen

«Cleared to land», das könnte bald eine Maschine sagen, falls Tests für ein virtuelles Kontrollsystem erfolgreich verlaufen.

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Viel ist am Raleigh County Memorial Airport nicht los. Mit Colgan Air und Silver Airways fliegen von ihm aus nur gerade zwei Fluggesellschaften zusammen insgesamt drei Ziele an. Doch der Flughafen fünf Kilometer östlich des Geschäftsviertels der Kleinstadt Beckley im Bundesstaat West Virginia könnte schon bald Geschichte schreiben. Denn er dient nun für ein bedeutendes Experiment. Hier wird ein virtueller Kontrollturm getestet. Das System habe großes Potenzial für kleinere Flughäfen, sagt David Byers, Entwicklungsingenieur des amerikanischen Herstellers Quadrex Aviation. Die Kosten für den laufenden Unterhalt und den Bau neuer Tower könnten so eingespart werden.

Laut der Regionalzeitung Register Herald macht sich die amerikanische Luftfahrtbranche seit längerem Gedanken, ob an kleinen Flughäfen mit wenig Verkehr bemannte Kontrolltürme überhaupt nötig sind. Schon jetzt verzichten Airports wie Raleigh Memorial teilweise auf Fluglotsen. Die Piloten im Luftraum um diese Flughäfen geben sich gegenseitig ihre Position und den beabsichtigten Flugweg durch, um sich abstimmen zu können. Bei höherem Verkehrsaufkommen muss der Flugbetrieb aber extern geregelt werden. Und genau das soll nun ein Computer übernehmen - ähnlich einer normalen Verkehrsampel. Automatisch bestimmt die Maschine, wer wann wohin fliegen kann.

Nahe bei Washington

In der Testphase versuche man zu eruieren, inwiefern das System mit gesteigertem Verkehrsaufkommen zurechtkomme, so Byers. «Macht es genau das, was ein realer Fluglotse machen würde?», laute die Frage. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 2 bis 5 Millionen Dollar. Der Flughafen Raleigh sei der ideale Standort für die Tests, so Byers, da er nahe bei Washington liege. So könnten sich Politiker einfach von der Technologie überzeugen.

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