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Domino-Effekt nach Indien-Kritik

Die USA senkten das Sicherheitsrating indischer Airlines. In Indien will man sich das nicht gefallen lassen. Doch auch die EU denkt über ein Downgrade nach.

Alan Wilson/Wikimedia/CC

Dreamliner von Air India: Nicht sicher genug?

Die indische Regierung ist empört. Die Gründe für die Herabstufung durch die USA seien äußerst fragwürdig, so eine Quelle aus dem Luftfahrtministerium laut indischen Medienberichten. Die amerikanische Behörde Federal Aviation Administration hatte Indien in der vergangenen Woche von Kategorie 1 auf Kategorie 2 herabgestuft. Das bedeutet, dass indischen Fluggesellschaften mit USA-Flügen Überprüfungen bevorstehen. Sie dürfen zudem keine weiteren Flüge mehr anbieten.

Der Grund für den Schritt: Es habe bei Punkten, die man schon vorher kritisiert habe, keinen Fortschritt gegeben, so die USA. United Airlines reagierte auf die Herabstufung. Eine Marketingpartnerschaft, welche die amerikanische Fluggesellschaft mit der indischen Jet Airways unterhalten hatte, legte sie vorerst auf Eis. Auch das Codeshare-Abkommen brach man ab.

Auch die europäische Behörde Easa prüft

In Indien gibt man sich dennoch selbstbewusst und trotzig. Man werde bis März locker wieder die Kategorie 1 erreichen, heißt es vom indischen FAA-Pendant DGCA. Aber der Schritt habe Konsequenzen. Man werde sich nun erlauben, auch selbst ausländische Flugzeuge spezielle Untersuchungen aufzuerlegen, so ein Sprecher der Behörde laut der Nachrichtenagentur TNN.

Denn: Die USA würden mit dem Schritt einen Dominoeffekt auslösen. Man laufe nun Gefahr, von Behörden aus aller Welt kritisch beäugt zu werden. Ganz falsch scheint das nicht zu sein. So berichtet etwa die indische Zeitung Business Standard, dass die EU-Behörde Easa aufgrund der FAA-Entscheidung nun auch diskutieren wolle, ob es bezüglich Indien Handlungsbedarf gebe.



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