Boeing 777 mit dem Kennzeichen HZ-AKF: Die von Saudia stillgelegte Maschine geht an die US-Armee.

ExplosionstestsUS-Armee kauft Boeing 777, um sie zu sprengen

Eine Boeing 777, die früher für Saudia Passagiere durch die Welt flog, kehrt in die USA zurück. Dort erwartet sie das sichere Ende per Sprengstoff.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Es ist keine alltägliche Ausschreibung, welche die U. S. Army im vergangenen März startete. Man suche nach einer «Boeing 777-(jeglicher Serie) in Passagierkonfiguration mit funktionierender Druckkabine» und nach «spezifischen Frachtsektionen von Boeing 747-(jeglicher Serie), herausgeschnitten zwischen den Sektionen 720 bis 980 oder 1500 bis 1800». Der Zweck: «Zerstörerisches Testen».

Der Jet und die Flugzeugteile müssen zum Aberdeen Proving Ground im Bundesstaat Maryland geliefert werden. Dort prüfen die Streitkräfte der USA seit langem die Wirksamkeit von Waffen. Sie testen aber zusammen mit dem Ministerium für Innere Sicherheit (Department of Homeland Security) auch, wie verletzlich Passagierflugzeuge bei Terroranschlägen sind. «Commercial aircraft vulnerability testing» nennt sich das im Jargon. Und dafür sind die Boeing 777 und die 747-Teile vorgesehen.

Frachtraum voll eingerichtet

Die Bedürfnisse hat die Armee akribisch aufgelistet. Die Boeing 777 müsse voll und in einer üblichen Passagierkonfiguration eingerichtet sein. Sie müsse also Bordküchen, Toiletten, Trennwände, Türen, Gepäckablagen, Sitze und Deckenverkleidungen besitzen, heißt es in der Ausschreibung. Sie müsse auch bis zur Lieferung flugtauglich sein, danach reiche es, wenn die Druckkabine noch funktioniere. Auch der Frachtraum müsse noch voll ausgestattet sein.

Den Auftrag hat sich Clear Sky Aviation gesichert. Das Unternehmen aus Marana im Bundesstaat Arizona darf der U. S. Army den Rumpf einer Boeing 777 und den Frachtraum einer Boeing 747 liefern. Wie das Nachrichtenportal The War Zone berichtet, hat sich das Unternehmen für eine Boeing 777-200 entscheiden, die früher für Saudia flog. Die Maschine mit dem Kennzeichen HZ-AKF wurde im August 2017 ausgemustert.

Gegenmaßnahmen ergreifen

Es ist nicht das erste Mal, dass die Armee der USA zusammen mit dem Ministerium für Innere Sicherheit Flugzeuge als Testobjekte verwendet. Auch andere Staaten tun das ab und an (siehe unten stehenden Videos). Solche Feldversuche sind wichtig, um das Verhalten von Verkehrsfliegern bei der Detonation unterschiedlicher Sprengstoffe zu erforschen und daraus ableitend Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Da sich auch die Terroristen weiter entwickeln, müssen die Tests zudem immer wieder wiederholt werden.

Wann die nun gekaufte Boeing 777 gesprengt wird, ist nicht klar. Clear Sky Aviation muss sie aber bis im November 2018 abgeliefert haben.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.

Warum wenige Jahre alte Airbus und Boeing-Flugzeuge schon verschrottet werden

ticker-boeing-1

Sturm lässt Teil einer Wand des Boeing-Werks in Wichita einstürzen

ticker-boeing-1

Streikrisiko sinkt: Boeing erzielt vorläufige Einigung mit 17.000 Ingenieurs- und Technik-Fachkräften

Video

Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.
Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies