Letzte Aktualisierung: um 11:02 Uhr
Partner von  

Gangster überfallen Schweizer Jet

Eine geparkte Fokker 100 von Helvetic Airways wurde von bewaffneten Männern in Brüssel überfallen. Die Bande hatte es auf die wertvolle Fracht abgesehen.

Helvetic Airways

Fokker 100 von Helvetic Airways: Wertvolle Fracht geladen.

Es ist ein Szenario wie aus einem Film. Um 19:47 Uhr durchbrachen am Montagabend (18. Februar) ein Audi-Kombi in Polizeifarben und ein Mercedes-Lieferwagen die Schranken des Flughafens Brüssel Zaventem. Im Innern der beiden Fahrzeuge saßen mehrere schwer bewaffnete und maskierte Männer. Sie hatten ein klares Ziel. Sie fuhren direkt zur Fokker 100 von Helvetic Airways, die auf dem Vorfeld geparkt war. Die schweizerische Fluglinie verbindet die belgische Metropole im Auftrag der Swiss mit Zürich.

Beim Jet waren Mitarbeiter gerade daran, Spezialfracht einzuladen. 29 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder befanden sich bereits an Bord der Maschine, die um 20:05 in Richtung Zürich starten sollte. Gemäß einer Mitteilung der Swiss handelte es sich um «Wertsendungen», unter anderem auch Diamanten.

Mit vorgehaltener Waffe

Die Gangster forderten die Mitarbeiter der Transportfirma mit vorgehaltener Waffe auf, ihnen die wertvolle Fracht zu übergeben. Danach flüchteten sie mit der Beute in ihre Autos erneut über die Flughafenschranke. Der Überfall soll nur rund zehn Minuten gedauert haben, so lokale Medien. Verletzt wurde dabei niemand.

Der Flughafen Brüssel bestätigte den bewaffneten Überfall. Die Täter flüchteten nach ihrem Überfall erfolgreich und setzten später ihren Lieferwagen in Brand. Sie fuhren danach mit einem anderen Fahrzeug weiter. Von ihnen fehlt bisher jede Spur. Helvetic Airways und Swiss arbeiten mit den Behörden zusammen, um die Räuber zu finden. Man setze «alles daran, die notwendigen Maßnahmen einzusetzen um den Vorfall aufzuklären.»

Kritik am Flughafen

Experten kritisierten den Flughafen Brüssel wiederholt wegen mangelnder Sicherheitvorkehrungen. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu ähnlichen Überfällen. So wurden 2005 aus einem Fedex-Lager auf dem Gelände Diamanten entwendet, 2001 wurden Edelsteine aus einer Lufthansa-Maschine geraubt. Die belgische Stadt Antwerpen gilt als Weltzentrum des Diamantengroßhandels.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.