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Der langsame Tod der Tu-154

Nun ist es offiziell: Erst in zwei Jahren sind alle Tupolew Tu-154 endgültig aus dem Verkehr gezogen.

Leonid Faerberg/Wikimedia/CC

Tupolew Tu-154 von Yakutia: Nicht mehr lange in der Luft.

Es war eine klare Ansage, welche die russische Luftaufsichtsbehörde Rosawiatsia im April durchgab: Die Fluggesellschaften des Landes sollten ihre Tupolew Tu-154 möglichst rasch aus dem Verkehr ziehen. Oder allenfalls belegen, wie sie deren Sicherheit auch noch nach Jahrzehnten des Gebrauchs garantieren könnten. Vier Monate zuvor waren bei einer Maschine des Typs der Dagestan Airlines am Moskauer Flughafen Domodedowo gleich alle drei Triebwerke ausgefallen. Bei der anschließenden Notlandung starben zwei Menschen. Und im April 2010 war es eine Tu-154 gewesen, die in Smolensk mit dem polnischen Präsidenten und vielen Regierungsvertretern an Bord abgestürzt war.

Der sanfte Druck der Behörden wirkte. Die Außerbetriebsetzung aller Tu-154 dauere noch ungefähr zwei Jahre, erklärte Rosawiatsia-Chef Alexander Neradko am Montag (19. Dezember) gemäß dem Internetportal des Radiosenders Stimme Russlands. Heute sind weltweit noch rund 107 Maschinen des Typs im Einsatz, die allermeisten in Russland. Mit gegen 20 Tu-154 ist UT Air die eifrigste Benutzerin des dreistrahligen Jets für 160 bis 180 Passagiere, welcher 1968 zum Erstflug abgehoben hatte und von dem seither mehr als 1000 Stück produziert worden sind. 2006 wurde die Produktion eingestellt.

Die Lizenz weg

Eine Benutzerin der Tu-154 erhält nicht einmal mehr zwei Jahre. Am Montag entzog Rosawiatsia Dagestan Airlines die Betriebsbewilligung. Die Fluggesellchaft war verantwortlich für den Crash in Moskau. Im Untersuchungsbericht waren systematische Mängel in Bezug auf Flugbetrieb, Wartung, Pilotenausbildung sowie Arbeits- und Ruhezeiten festgestellt worden. Dagestan Airlines führte bis zum Ende sechs Tupolew Tu-154 in der Flotte.



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