Auf dem Weg ins Museum: Die Tu-154 ist fast zu groß für die Straße.

Fahrt ins MuseumDie letzte Reise von Vaclav Havels Tupolev Tu-154

Das ehemalige tschechische Staatsflugzeug kommt ins Luftfahrtmuseum Kunovice. Für die Überführung der mehr als 40 Meter langen Tupolev Tu-154 musste sich die Transportfirma etwas einfallen lassen.

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Die Tupolev Tu-154 war seit den Achtzigerjahren im Dienst der Führung der damaligen Tschechoslowakei. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und der Spaltung des Landes blieb das Modell auch für die Tschechische Republik im Einsatz. Die Präsidenten Václav Havel und Václav Klaus flogen ebenso mit den Maschinen, wie die tschechischen Eishockeyhelden von Nagano, die nach ihrer Goldmedaille 1998 mit einer Tu-154 aus Japan zurückgebracht wurden.

Ihre letzte Reise führte die letzte Tupolev Tu-154 nun vom Militärflugplatz Prag-Kbely ins Luftfahrtmuseum Kunovice im Südosten des Landes. Die 400 Kilometer zu ihrem neuen und womöglich letzten Standort erfolgten für einmal nicht auf dem Luftweg, sondern auf der Straße. Alleine die Vorbereitung für die schwierige Überführung dauerte insgesamt ein Jahr, wie die zuständige Firma Universal Transport schreibt.

Straßenbeschilderungen entfernt

Für die Beförderung mussten zunächst die Tragflächen, Turbinen und das Heckleitwerk demontiert werden, die von Universal Transport einzeln ans Ziel gebracht wurden. Der mehr als 40 Meter lange, 25 Tonnen schwere Flugzeugrumpf hat einen Durchmesser von knapp vier Metern. Aufgrund dieser Übermaße mussten auf Teilen der Strecke für die Durchfahrt Straßenbeschilderungen entfernt sowie Oberleitungen von Straßenbahnen abgeschaltet werden.

Der Rumpf der Tupolev wurde auf einem 40 Meter langen Tieflader in drei Etappen über Milovice an ihren Bestimmungsort gebracht. So war das Flugzeug einen Tag und zwei Nächte auf den Straßen unterwegs, unter großem Interesse der Öffentlichkeit, wie Bilder von Universal Transport belegen.

Kultflieger der sowjetischen Luftfahrtindustrie

Die ehemalige Staatsmaschine ist nicht nur ein Zeitdokument der bewegten jüngsten Geschichte des Landes, sondern auch Zeugnis der einst stolzen sowjetischen Luftfahrtindustrie. Von 1968 bis 2006 wurden rund 1000 Stück der Tu-154 produziert. Als Gegenstück zur Boeing 727 der westlichen Welt war die Tu-154 das Rückgrat der Luftfahrt der Sowjetunion und der sozialistischen Bruderstaaten.

Auch wenn die Tu-154 über die gesamte Lebensspanne kein unsicheres Flugzeug war, sorgten Abstürze und Zwischenfälle für das Ende der Erfolgsserie. Beim berühmtesten Unglück, dem Absturz der polnischen Präsidentenmaschine in Smolensk im Jahr 2010, kamen der damalige Präsident Lech Kaczyński und 95 weitere Menschen ums Leben.

In Russland ausgemustert

Obwohl noch 2013, lange nach dem Ende der offiziellen Serienproduktion eine letzte Tu-154 ausgeliefert wurde, ist der Flugzeugtyp heute nur noch an wenigen Orten anzutreffen. Auch bei russischen Fluggesellschaften fliegt die Tu-154 inzwischen kaum mehr im regulären Betrieb. Ein paar Maschinen werden für VIP-Transporte eingesetzt, einige sind Militärtransporter und weniger als ein halbes Dutzend wirklich noch Passagierflieger.

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