GE90 an einer Boeing 777: Ein Kind der Ölkrise.

Triebwerk der Boeing 777Das GE90 läuft und läuft und läuft und...

Seit bald 25 Jahren treibt das GE90 die Boeing 777 an. Jetzt hat das leistungsstarke Triebwerk einen gigantischen Meilenstein erreicht: 100 Millionen Flugstunden.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Das GE90 ist ein Kind der Ölkrise. Als Druckmittel gegen die westlichen Industriestaaten drosselte die Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten 1973 bewusst die Fördermengen um etwa fünf Prozent. Der Preis des Rohstoffes schoss dadurch von rund drei Dollar pro Fass auf über zwölf  Dollar hoch. Das löste eine weltweite Wirtschaftskrise aus.

Die USA waren wie alle Industriestaaten geschockt. Die Weltraumbehörde Nasa schrieb deshalb umgehend einen Wettbewerb aus, um die Abhängigkeit der ebenfalls arg gebeutelten Luftfahrtbranche vom Öl zu verringern. Triebwerkshersteller wurden eingeladen, einen neuen Motor für Zivilflugzeuge zu entwickeln, der deutlich sparsamer ist. Energy Efficient Engine hieß das Projekt, an dem sich auch General Electric beteiligte.

Ein Technologiesprung

Die Vorarbeiten aus dem Nasa-Wettbewerb flossen bei General Electric in den Achtzigerjahren in die Entwicklung eines ganz neuen Triebwerks ein. Die Amerikaner machten den Technologiesprung aber nicht alleine. Sie arbeiteten mit der französischen Snecma, der japanischen IHI und der italienischen Avio zusammen. Das Resultat wurde im Januar 1990 vorgestellt.

Das für die Boeing 777 entworfene Triebwerk GE90 war seiner Zeit voraus. Erstmals bekam ein Flugzeugmotor Fan-Schaufeln aus Verbundstoffen und erstmals erreichte einer im Test eine Schubkraft von 569 Kilonewton. Das war ein Rekord, der 13 Jahre lang Bestand haben sollte.

«Schlimmste Sammlung von Powerpoint-Folien»

Schon 1992 startete das Testprogramm, bei dem GE Aviation und ihre Partner 13 verschiedene Motoren auf Herz und Nieren prüften. Nicht immer lief dabei alles gut. Im Mai 1995, wenige Monate vor der Indienststellung des GE90, musste GE-Ingenieur Russ Sparks Erstkunde British Airways über den Stand der Entwicklung informieren. «Es war die schlimmste Sammlung von Powerpoint-Folien meiner Karriere», erzähle er später einmal.

«Ich sagte, dass wir einen schlechten Fan-Schaufel-Test hatten, dass das Flugtestprogramm vorübergehend gestoppt worden war, dass wir einen Kompressorausfall hatten und dass wir nicht herausfinden konnten, warum wir Abgastemperatur-Marge verloren», so Sparks weiter. Die Briten aber schätzten die Offenheit. Und GE löste die Probleme. Im November nahm British Airways ihre erste mit GE90 ausgerüstete Boeing 777 in Betrieb.

Am Anfang Konkurrenz durch Pratt & Whitney und Rolls-Royce

Die Boeing 777 wurde von British Airways danach auf der Strecke London - Boston im Transatlantikverkehr eingesetzt. Nach einem Jahr zeigte sich der Hersteller zufrieden. Man habe eine Einsatzzuverlässigkeit von 99,97 Prozent erreicht, erklärte GE Aviation.

Gute Ergebnisse waren wichtig. Denn damals hatte das Unternehmen noch Konkurrenz. Betreiber der Boeing 777-200 und -200 ER konnten auch das PW4000 von Pratt & Whitney oder das Trent 800 von Rolls-Royce wählen. Das änderte sich erst mit den Versionen 777-200 LR, 777F und 777-300 ER. Das GE90 in seiner Variante GE90-115B wurde mit ihnen zum exklusiven Antrieb der Triple Seven.

100 Millionen Flugstunden, 90 Milliarden Kilometer

Kürzlich erreichte das GE90 einen besonderen Meilenstein: Es konnte 100 Millionen Flugstunden feiern. In dieser Zeit hat es Passagiere über insgesamt 90 Milliarden Kilometer getragen. «Das entspricht 300 Reisen zur Sonne und zurück», schreibt GE Aviation in einer Mitteilung. «Das GE90 hat sich für unsere Kunden als äußerst zuverlässig erwiesen. Wir freuen uns sehr, die 100-Millionen-Stunden-Leistung zu feiern», kommentiert Mike Kauffman, Chef des GE90-Programms von GE Aviation.

Das GE90 bleibt für GE Aviation auch noch eine ganze Weile ein gutes Geschäft. Boeing hat aktuell noch 62 offene Bestellungen für 777 abzuarbeiten. Und alle brauchen die Triebwerke der Amerikaner. Zudem liefern sie mit dem GE9X auch das Triebwerk für den Nachfolgeflieger Boeing 777X.

Sind Sie Fan des GE90? Unsere exklusives Badetuch mit dem Motiv des Kult-Triebwerks können Sie jetzt hier bestellen.

Mehr zum Thema

Das leistet das Monster-Triebwerk

Das leistet das Monster-Triebwerk

Mann, sind die dick, Mann! Das GE9X-Triebwerk auf dem Weg zum Erstflug im März 2019.

Ein Triebwerk, dicker als ein Airbus A320

Boeing 747-400 von General Electric: Großer Rumpf macht den Jumbo zum geeigneten Testflieger.

Wie das größte Triebwerk der Welt im Flug getestet wird

ticker-boeing-1

Boeing erhält F-15-Rahmenvertrag über bis zu 113 Milliarden Euro

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack