Lufthansa-Jet und Ticket: Hohe Rückzahlungen sind fällig.

Kritik an Lufthansa«Nicht Unfähigkeit, ganz klar Vorsatz»

Die Erstattungen für stornierte Flüge sind ein Problem für Airlines und Kunden. Der deutsche Verbraucherschutz-Chef wirft Lufthansa dabei absichtliche Verzögerungen vor.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Er ist Deutschlands oberster Verbraucherschützer: Klaus Müller, Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Er wirft Fluggesellschaften und besonders Lufthansa vor, Tickets für stornierte Flüge absichtlich nur langsam zu erstatten. «Es gibt bisher nur vereinzelte Erstattungen», so Müller zur Zeitung Rheinische Post.«Selbst die Lufthansa, die wir Steuerzahler mit neun Milliarden Euro stützen, kriegt es bisher nicht auf die Reihe, ihren Kunden das Geld für ausgefallene Flüge zurückzugeben.»

Müllers Fazit: «Ich halte das nicht für Unfähigkeit, sondern ganz klar für Vorsatz.» Lufthansa habe automatisierte Erstattungssysteme abgeschaltet und spiele weiter auf Zeit. Der Verbraucherschützer kritisiert auch das Luftfahrtbundesamt. Dieses versage in seiner Aufsichtsfunktion. «Bußgelder, die eigentlich fällig wären, gibt es nicht», so Müller. «Verkehrsminister Scheuer, dem das Amt untersteht, wird seiner Verantwortung gegenüber Millionen von Reisenden nicht gerecht.»

Es geht um Milliarden

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte sich bei der Hauptversammlung des Unternehmens Anfang Mai bei den Kunden entschuldigt für verspätete Erstattungen im Zuge der Corona-Krise. Er warb für eine zeitlich begrenzte Gutscheinlösung für stornierte Tickets und warnte: «Es könnte die gesamte Reisebranche gefährden, wenn wir weiterhin in dieser Phase sofortige Bar-Erstattungen leisten müssen.» Hinzu komme, dass die Kundencenter und Prozesse nicht für diese Vielzahl von Erstattungen ausgelegt seien, so Spohr.

Lufthansa-Vorstand Michael Niggemann bezifferte damals auch die möglichen Kosten für die Lufthansa-Gruppe: «Aus den bis 31. Mai gestrichenen Flügen ergeben sich potenzielle Rückzahlungsverpflichtungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro», so Niggemann. Allerdings würde man den Kunden alternativ auch Gutscheine und flexible Umbuchungen bieten.

Lufthansa will Stau bis August abarbeiten

Bei der Außerordentlichen Hauptversammlung zur Staatshilfe entschuldigte sich Spohr dann am 25. Juni erneut für den langsamen Fortschritt bei den Rückzahlungen. «Ich versichere Ihnen: Jeder Kunde, der seinen Ticketpreis erstattet haben möchte, erhält sein Geld zurück», so der Lufthansa-Chef. «Wir haben unsere Ressourcen dafür deutlich erhöht, damit wir in spätestens sechs Wochen den Rückzahlungsstau abgearbeitet haben.» Spohr sagte, man leiste derzeit monatliche Auszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe.

Mehr zum Thema

Geparkte Lufthansa-Flieger in Frankfurt: Der Staat soll helfen.

Lufthansa drohen Rückzahlungen in Milliarden-Höhe

Austrian will Rückzahlungen in den nächsten acht Wochen erledigen

Austrian will Rückzahlungen in den nächsten acht Wochen erledigen

Ryanair will bis Ende Juli 90 Prozent der Erstattungsanträge bearbeitet haben

Ryanair will bis Ende Juli 90 Prozent der Erstattungsanträge bearbeitet haben

ticker-lufthansa

Lufthansa schickt zum Oktoberfest neue Trachtencrew auf Reisen

Video

Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.
Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies