Tap-Flieger: Bald unter lateinamerikanischer Kontrolle?

Avianca vor Übernahme von TAP

Nur noch einen Bieter gibt es für die portugiesische Nationalairline. Und der könnte den Verkauf schon bald unter Dach und Fach bringen.

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Einst reisten portugiesische Seefahrer nach Südamerika um dort Schätze zu heben, heute geht die Reise immer öfter auch in die andere Richtung. Der brasilianisch-kolumbianische Investor Germán Efromovich ist so ein neuer Abenteurer. Unterwegs ist er nicht mit einer Karavelle, sondern mit dem Jet und seine Absichten sind freilich völlig friedlich. Der 64-Jährige steht mit seiner Synergy Group kurz davor, die traditionsreichen Transportes Aéreos Portugueses oder kurz TAP zu übernehmen. Am Mittwoch wird er in Lissabon Fernando Pinto treffen, den Chef der Nationalairline des Landes in Europas äußerstem Westen. In den Gesprächen wird es um Details der Übernahme gehen, wie die Wirtschaftszeitung Diario Economico schreibt.

Die Politik mischt sich ebenfalls bereits kräftig ein. Bereits übers Wochenende trafen sich der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und Portugals Premier Pedro Passos Coelho. Eines der Ziele des Staatsbesuches sei, den Verkauf von TAP festzuzurren, berichtet der Radiosender RCN. Der Zukauf werde Avianca weiter stärken und zu einem weltweit wettbewerbsfähigen Anbieter machen, so der Präsident. «Früher haben die Europäer bei uns eingekauft, nun kaufen wir bei ihnen ein», so Santos. Bis Ende des Jahres will Portugal den Verkauf über die Bühne bringen.

Perfekte Synergien

Efromovich ist mit seiner in Rio de Janeiro sitzenden Synergy mittlerweile der einzige übrig gebliebene Bieter für Portugals Nationalairline. Andere Interessenten wie die Lufthansa, IAG um British Airways und Iberia, Etihad, Delta oder Virgin Atlantic sahen sich laut Medienberichten zwar die Unterlagen zum Verkauf an, doch konkrete Offerten gingen in der Folge keine ein. Efromovich kontrolliert bereits 100 Prozent von Avianca Brasil und mehr als 60 Prozent der kolumbianischen Avianca-Taca. Er könne auf diesem Planeten keine Fluglinie erkennen, die ergänzender für sein Portfolio wäre, kommentierte er das Interesse an TAP im Oktober. Er wolle mit Hilfe der portugiesischen Airline ein weltumspannendes Netzwerk schaffen.

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