Letzte Aktualisierung: um 19:56 Uhr

Lissabon

Tap-Pilot lässt Präsident von Slowenien stehen

Der Präsident von Slowenien erschien nach einem Staatsbesuch zu spät am Check-in. Deshalb ließ der Pilot von Tap ihn und seine Delegation nicht mehr an Bord. Das sorgt in Portugal für Diskussionen.

Es war der erste Staatsbesuch nach der Pandemie. Vergangene Woche besuchte der slowenische Präsident Borut Pahor seinen portugiesischen Kollegen Marcelo Rebelo de Sousa. Sie sprachen über die bilateralen Beziehungen ihrer Länder und über die aktuelle Lage der Welt.

Für die Rückreise in sein Heimatland wählte Pahor einen Flug von Tap. Dabei gab es aber ein Problem. Wie die Zeitung Correio da Manhã berichtet, erschienen der slowenische Präsident und seine 15-köpfige Delegation zu spät beim Check-in am Flughafen Lissabon. Der Pilot entschied sich deshalb, keine Ausnahme zu machen und den hohen Fluggast und seinen Begleittross nicht mehr an Bord zu lassen.

Gemäß internen Vorschriften gehandelt

Und so flog die Maschine von Tap ohne den Staatsgast an Bord ab. Für den musste der portugiesische Staat einen Privatjet mieten, was Kosten von rund 40.000 Euro verursachte. «Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die durch diese Situation entstanden sind, aber in allen Phasen des Verfahrens wurden die geltenden Vorschriften und Gesetze angewendet und eingehalten», erklärte die portugiesische Nationalairline in einer Stellungnahme.

Dennoch wurde Kritik am Verhalten des Piloten laut. Er habe sich «unnachgiebig gezeigt», hieß es und damit beinahe für eine diplomatische Verstimmung zwischen den beiden Ländern gesorgt. Die Gewerkschaft der portugiesischen Pilotinnen und Piloten Sindicato dos Pilotos da Aviação Civil erklärte jedoch, er habe so gehandelt, wie das die internen Vorschriften verlangten.

Airlines kennen genaue Regeln

Bei vielen Fluggesellschaften gibt es genaue Regeln in Bezug auf die Verzögerung eines Fluges. Wollen Pilotinnen und Piloten davon abweichen, brauchen sie dazu das Okay der Betriebsleitzentrale. Denn Verspätungen haben meistens nicht nur für einen Flug Folgen, sondern auch für die nachfolgenden – und sind entsprechend teuer.