Schwarzer Bildschirm: So sieht es bald bei TAP aus.

Trend zu Wifi-LösungenTAP knipst TV-Bildschirme aus

Bei der portugiesischen Airline gibt es auf kurzen Flügen künftig keine Allgemeinunterhaltung mehr. Passagiere würden sie nicht beachten und zudem koste sie viel, so TAP. Die Fluggesellschaft folgt damit einem Trend.

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Über den Köpfen sausen Tom und Jerry in wilder Verfolgungsjagd über den Bildschirm. Unten sitzen die Passagiere und vertiefen sich in eine Zeitschrift, lesen ein Buch, hören Musik oder schlafen ganz einfach. Dem Katz-und-Maus-Spiel auf den Bildschirmen schenken sie kaum Beachtung. Das zumindest hat man bei TAP bemerkt.

«Es gibt vonseiten der Passagiere kein Interesse daran», sagt Vorstandsvorsitzender Fernando Pinto gemäß der Zeitung Diário Económico. Die TV-Bildschirme über den Köpfen der Passagiere auf Kurzstreckenflügen seien nicht mehr zeitgemäß. Sie richteten sich an diverse Leute gleichzeitig. «Das ist nicht mehr das, was die Leute wollten. Sie wollen ihren eigenen Bildschirm, der sich berühren lässt und eine riesige Auswahl an Filmen, Spielen und Musik», so Pinto. Die portugiesische Fluggesellschaft knipst die Bildschirme deshalb am 1. September aus.

Lizenzgebühren wurden für TAP immer teurer

Es ist nicht nur das fehlende Interesse, das TAP zum Schritt bewog. Es geht auch um eine Einsparung. Die Lizenzen für die gezeigten Filme kosten und wurden gemäß der Fluglinie in letzter Zeit immer teurer. Dieses Geld will sie jetzt sparen. Es spart zudem Gewicht und damit Kerosin, weil die Bildschirme ausgebaut werden können.

Lufthansa bietet auf Kurzstreckenflügen schon länger keine Überkopf-Bildschirme mehr an. In 20 Airbus A321 bietet sie seit einiger Zeit das hauseigene System Board Connect an. Passagiere können über ihr eigenes Laptop, Tablet PC oder Smartphone Filme anschauen, digitale Zeitungen lesen und Informationen über Destinationen abrufen. Die Swiss setzt dagegen vorläufig weiterhin auf die Überkopf-Fernseher. Auch in der neuen C-Series soll es sie geben.

Auch auf Langstrecke keine Bildschirme mehr

International geht der Trend in die andere Richtung. Vor allem in Nordamerika setzen Fluglinien voll auf Individualisierung via Bord-Wifi und Tablets und Smartphones. Selbst auf der Langstrecke gibt es erste solche Schritte. Die British-Airways-Tochter Open Skies ließ alle Bildschirme aus ihren Nur-Business-Fliegern ausbauen. Sie setzt ganz auf den Abruf via Tablets. Dank Gewichtseinsparung hat sich der Schritt bereits gelohnt, so das erste Fazit.

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