Airbus A340 von Swiss: Nachfolger gesucht.

«Airbus A350 oder Boeing B787»

Die Swiss will ihre A340 ab 2014 ersetzen. Flottenspezialist George Reeleder erklärt, welche Flugzeugwahl er für die wahrscheinlichste hält.

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strong>Die Swiss will ihre 15 Airbus A340-300 ab kommendem Jahr ausmustern und durch neuere Flugzeuge ersetzen. Wie dringend ist diese Ablösung?

George Reeleder*: Dringend ist es überhaupt nicht. Der Airbus A340 wurde durch die steigenden Kerosinpreise zwar zu einem weniger wirtschaftlichen Flugzeug. Der erstarkte Franken dämpfte aber diesen Effekt für die Swiss etwas. Zudem zieht die Fluglinie viele lukrative First- und Businesspassagiere an. Daher kann die Rechnung für sie weiterhin aufgehen. Auch vom Alter her besteht also kein dringender Handlungsbedarf. Die Flieger sind inzwischen zwar gegen zwölf Jahre alt und damit auch nicht mehr taufrisch. Zieht man aber die fünf geleasten Maschinen ab, sinkt das durchschnittliche Alter der Swiss-A340 auf rund neun Jahre.

Die Swiss müsste gar nicht handeln?

Reeleder: Ich würde sicherlich die Verträge der fünf geleasten A340 nicht mehr erneuern und dafür künftig weitere A330 einsetzen. Das wäre sinnvoll.

A330 reichen aus?

Reeleder: Für viele Strecken durchaus. Die Swiss setzt ja künftig auch nach Peking einen A330 ein. Überhaupt stellt sich die Frage, weshalb sie nicht gleich alle A340 durch A330 ersetzen sollte. Airbus versprach in den letzten Monaten ja mehrere Verbesserungen am A330-300. Der Flugzeugtyp soll künftig eine Reichweite von bis zu 11'300 Kilometer erreichen. Das würde der Swiss für alle Destinationen genügen.

Dennoch kommen bald noch effizientere Langstreckenflugzeuge auf den Markt. Die sind aber 2014 noch nicht verfügbar. Viele tippen deshalb darauf, dass die Swiss von der Mutter Lufthansa A340-600 zur Überbrückung bekommt.

Reeleder: Ich glaube nicht daran. Für mich würden A330 als Überbrückung wie gesagt mehr Sinn machen. Die hat die Swiss ja schon in der Flotte.

Kürzlich erklärte Swiss-Chef Harry Hohmeister, man prüfe auch die Boeing B747-8 als Ersatz für die A340.

Reeleder: Ein Entscheid für den neuen Jumbo-Jet halte ich für absolut unmöglich. Die B747-8 ist schlicht zu groß für die Swiss.

Auch die Boeing B777-300ER wird offenbar geprüft.

Reeleder: Auch sie ist eine sehr unwahrscheinliche Wahl. Sie ist sehr groß und zudem nicht Teil des Flugzeugparks der Mutter Lufthansa. Die Zeiten, in denen alle Konzerntöchter alleine entscheiden konnten, sind endgültig vorbei. So sehr die Swiss betont, bei der Wahl der neuen Flugzeuge unabhängig zu sein - sie ist es nicht. Die Flottenstandardisierung bringt konzernweite Kostenersparnisse und macht daher viel Sinn. Der Entscheid für einen neuen Langstreckenflieger ist ein langfristiger. Und da wird die Lufthansa mitreden, zumal sich bei ihr die Frage ja genauso stellt.

Was bleibt also als Alternative?

Reeleder: Gerade weil der Entscheid so langfristig ist, sehe ich nur die Wahl zwischen dem Airbus A350-900 und der Boeing B787–9 oder B787-10.

* George Reeleder ist Partner des Beratungsunternehmens Aviation Strategy Group in Montreal.

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