Superjet 100 von Sukhoi: Doch kein Goldesel

Superjet macht Sukhoi Probleme

Das Programm für den Mittelstreckenflieger drückt die Mutterfirma massiv tiefer in die roten Zahlen. Der Druck auf die Russen steigt.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Von 16,9 Millionen im Vorjahr auf 100,3 Millionen Dollar vergrößerte sich bei Sukhoi der Verlust in den ersten sechs Monaten. Der Umsatz des russischen Flugzeugbauers fiel von 20,12 Milliarden auf 5,64 Milliarden, also um über 70 Prozent. Das Management gibt sich trotz der miserablen Zahlen gelassen. Man habe sie erwartet. Grund sei auch der Start des Superjet-100-Programms in diesem Jahr. In der zweiten Jahreshälfte seien die Bestellungen aber auf 179 Flieger gestiegen. Mit Yakutia Airlines werde bald der zweite russische Anbieter den neuen Flieger einsetzen und außerdem werde man noch vor Ende des Jahres den ersten Flieger an die indonesische Sky Aviation ausliefern. Die Zufriedenheit der Kunden zeige sich auch darin, dass die mexikanische Interjet zusätzlich zu den bereits bestellten 20 Superjets Ende des vergangenen Monats noch zehn weitere geordert habe. Zudem habe man von der Vnesheconombank einen Kredit über eine Milliarde Dollar erhalten, der bis 2024 läuft. Alles in Butter also.

Oder doch nicht? Für Branchenkenner ist das ganze ein bisschen arg optimistisch. Der tödliche Absturz eines Superjets bei einem Demonstrationsflug im Mai in Indonesien habe dem Unternehmen mehr geschadet als es zugebe, heißt es. Außerdem würden die Superjets zu einem Preis verkauft, der nicht kostendeckend sei, kritisiert Roman Gusarow, Chef des russischen Fachportals Avia in einem Artikel des Nachrichtenportals BFM. Zum einen hätten die Kunden ein Vertrauensproblem. Aber auch Wartung und Service bei Sukhoi wären alles andere als erstklassig. Wettbewerber wie Embraer aus Brasilien würden davon profitieren und mit besseren Angeboten mehr Bestellungen einheimsen. Laut verschiedenen Medienberichten in Russland müsste Sukhoi mindestens 300 Bestellungen im Jahr einholen, um aus den roten Zahlen zu kommen.

Vertrauens- und Serviceproblem

Auch die Kunden sind nicht alle zufrieden mit der Maschine. Die Leistung des neu entwickelten Flugzeuges sei schwächer als versprochen, hieß es etwa von Aeroflot. Technische Probleme führten immer wieder zu Ausfällen und so sei die Betriebszeit bedeutend geringer als erwartet, sagte Vize-Chefingenieur Konstantin Mochna bereits im März. 25 Superjets bestellte Aeroflot, zehn sind bereits in der Flotte der Airline. Der letzte nahm im September seinen Dienst im Linienverkehr auf. Auch mit Erstkundin Armavia gab es einiges Gerangel, weil die Airline die Betriebskosten des Jets für viel zu hoch hielt.

Mehr zum Thema

Tu-204: Immer mehr alte Flieger kehren in die Flotten russischer Airlines zurück.

Boeing 747, Antonov An-148, Ilyushin Il-96, Tupolev Tu-204: Russland holt immer mehr alte Jets zurück in die Flotten

Il-76 von Aviacon Ziatrans: In den Iran geflogen.

Ilyushin Il-76 pendeln auffällig oft zwischen Russland und Teheran

nordatlantik

Russische Raketen-Warnung sorgt für Stress auf Flügen zwischen Europa und Nordamerika

A320 von Ural Airlines: Auch bei der Airline kam es kürzlich zu Problemen mit einem Triebwerk.

Russische Fluggesellschaften leiden unter unheimlicher Serie an Triebwerkspannen

Video

Die Fokker 50 nach der Notlandung: Niemand kam bei dem Unglück ums Leben.
In Somalia musste eine Fokker 50 notlanden. Dabei ist das Flugzeug von Starsky Aviation über die Piste hinausgeschossen und am Strand zum Stillstand gekommen. Verletzt wurde niemand.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Zwei der drei Löschfahrzeuge am Flughafen St. Helena: Weil alle Fahrzeuge defekt sind, darf der Flughafen kein Flüge mehr abfertigen.
Die Atlantikinsel St. Helena ist aktuell nicht mehr per Flugzeug erreichbar. Alle drei Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr sind defekt. Wann der Flugverkehr wieder starten kann, ist unklar.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies