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Star Alliance plant Zukunft ohne Check-in-Schalter

Die 27 Mitglieder des Luftfahrtbündnisses haben einheitliche Standards für den ganzen Prozess am Flughafen beschlossen. Check-in, Gepäckabgabe, Dokumentenprüfung - das alles sollen Passagiere zunehmend selbst übernehmen.

Was viele Passagiere am Fliegen nervt, ist das, was vor dem Fliegen kommt. Lange Warteschlangen vor dem Check-in-Schalter etwa gehören mit zu den größten Ärgernissen vor dem Antritt einer Reise. Die Möglichkeit, sich online einzuchecken, hat zwar den Gang zum Schalter am Flughafen theoretisch unnötig gemacht. Doch faktisch haben sich die Warteschlangen einfach verlagert. Sie entstehen nun vor der Gepäckabgabe.

Nicht nur dieses Problem, sondern den ganzen Prozess am Flughafen wollen die 27 Mitglieder der Star Alliance daher noch stärker vereinfachen. Sie beschlossen am Samstag (4. Juni) die Einführung von einheitlichen und verbindlichen Standards für Selbst-Check-in, Selbstdrucken und -anbringen von Gepäcketiketten, schnelle Gepäckaufgabe und automatische Kontrolle der Reisedokumente. «Sind sie eingeführt, bringt das unseren Kunden eine noch reibungslosere Dienstleistung, tiefere Infrastrukturkosten und tiefere Ausgaben für die Abfertigung, so das Luftfahrtbündnis in einer Medienmitteilung.

«Passagiere bevorzugen Menschen» – wirklich?

Einfach wird das nicht. Denn es gibt Widerstände. Viele Fluggesellschaften seien bereits skeptisch gewesen, als man Online-Check-in eingeführt habe, sagt Star-Alliance-Geschäftsführer Mark Schwab. «Die Passagiere wollen lieber einen Menschen sehen», habe das Argument damals gelautet. Doch in der Praxis habe sich gezeigt, dass die meisten Leute anders handeln als es vermutet worden sei. «Sie bevorzugen die Maschinen.» Die gleichen Ängste gibt es auch nun wieder. Die Verpflichtung der 27 Mitgliedsgesellschaften ist nun aber da.

Beim Check-in ist man weltweit schon relativ weit. Bei den anderen Bereichen gibt es aber noch viel zu tun. «Das ist für die meisten Mitglieder von Star Alliance doch ein ziemlich großer Schritt», so Schwab. Die Gepäckaufgabe etwa ist noch an den meisten Flughäfen noch bei weitem nicht optimiert.

Gepäcketiketten selber drucken

Wohin die Reise da gehen kann, zeigt Swiss in Genf. Die Schweizer Lufthansa-Tochter führte dort ein, was etwa Iberia und Alaska Air schon praktizieren. Beim Check-in am Heimcomputer drucken Passagiere nicht nur die Bordkarte aus, sondern gleich auch die Gepäcketikette mit dem markanten Strichcode (im Jargon: baggage tag). Die wird am Flughafen in eine Plastikhülle gesteckt und der Koffer kommt in die speziellen Sebstbedienungs-Automaten. In etwa so soll es in Zukunft an allen rund 1300 Star-Alliance-Flughäfen geschehen. Zusätzlich sollen auch Reisedokumente, die vor dem Abflug von Airlines geprüft werden müssen, künftig von Maschinen kontrolliert werden.

Ohne Menschen geht es aber zumindest am Anfang nicht. Um die Passagiere mit den neuen Systemen und Abläufen vertraut zu machen, müssten viel Mitarbeiter bereit stehen, so Schwab. Die Hilfskräfte können mit der Zeit aber abgezogen werden. Das heißt auch: Check-in-Agenten wird es in zehn Jahren wohl nur noch sehr wenige brauchen.



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