Flieger von Kenya Airways: Die Airline macht schon länger Verluste.

FinanznotStaat muss Kenya Airways stützen

Die kenianische Nationalairline soll wieder ganz ins Staatshand übergehen. Erst einmal braucht sie jedoch Geld zum Überleben.

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Nach der Privatisierung von Kenya Airways im Jahr 1996 hielt der Staat noch 48,9 Prozent an der Fluggesellschaft, der Rest ging an private Partner. Doch im Sommer vergangenen Jahres beschloss das Parlament, die Airline wieder komplett zurückzukaufen. Ausbaupläne und rückläufige Passagierzahlen hatten in den Jahren zuvor die Schuldenlast von Kenya Airways wachsen lassen. Dem wollte die Regierung nicht mehr weiter zuschauen.

Nun muss der Staat einspringen, damit die klamme Fluggesellschaft überhaupt den Betrieb aufrecht erhalten kann. Kenya Airways sei von zentraler Bedeutung für das Land ,«und die Regierung kann es sich nicht leisten, sie zu verlieren», sagte der neue Finanzminister Ukur Yatani laut der Zeitung Standard. «Wir haben einen Plan und das Finanzministerium sucht nach Ressourcen für Kenya Airways, um sicherzustellen, dass sie nicht zusammenbricht.»

Neuer Airline-Chef gesucht

Die Fluggesellschaft schreibt schon seit dem Jahr 2013 Verluste. Im vergangenen Dezember gab sie eine Gewinnwarnung heraus. Demnach wird der Verlust für 2019 nochmal rund 25 Prozent größer ausfallen als im Vorjahr. Als Grund nannte sie einen schärferen Wettbewerb. Neben den roten Zahlen und dem fortlaufenden Projekt der Wiederverstaatlichung steht Kenya Airways parallel noch vor einer weiteren Herausforderung: einem Chefwechsel.

Seit Sommer 2017 hatte der polnische Ex-Lot-Chef Sebastian Mikosz die kenianische Fluglinie geführt. Im Mai 2019 kündigte er jedoch an, aus persönlichen zum Ende des Jahres auszuscheiden. Interimsmäßig für ihn übernommen hat nun Allan Kilavuka, Chef von Jambojet, der Billigtochter von Kenya Airways. Er soll sowohl die Mutter- als auch die Tochterfluglinie führen, bis ein neuer Chef gefunden und ernannt ist.

Verstaatlichung in diesem Jahr

Auch 2015 und 2017 hatte der Staat Kenya Airways schon unter die Arme greifen müssen. Im November 2019 hatte der damalige Airline-Chef Mikosz in Aussicht gestellt, dass die Wiederverstaatlichung im Jahr 2020 abgeschlossen werden soll.

Die Flotte von Kenya Airways besteht aus knapp 40 Jets. Auf der Kurz- und Mittelstrecke ist sie mit Boeing 737 und Embraer E190 unterwegs. Auf der Langstrecke bringt sie Boeing 777 und 787 zum Einsatz, unter anderem Richtung New York, Amsterdam und Paris.

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Redaktion