Spirit-Flieger: Die Airline war lange ohne Freundlichkeit erfolgreich.

FreundlichkeitsoffensiveSpirit macht auf Ryanair

Nur noch billig reicht nicht mehr. Das hat Ryanair schon vor einiger Zeit erkannt. Nun erlebt Spirit Airlines in den USA dasselbe.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

In den meisten Fällen läuft es mit den Trends anders herum – von den USA aus schwappen sie nach Europa herüber. Doch nun macht Spirit Airlines das, was man in Europa schon länger erkannt hat: Die amerikanische Ultra-Billigfluglinie will freundlicher werden und so ihre Stagnation überwinden. Ganz, wie man das bereits vor einiger Zeit bei der irischen Ryanair beschlossen hat.

Und auch die Entstehungsgeschichte dieser Erkenntnis ist Ryanairs Erweckungserlebnis ähnlich. Lange kokettierte Spirit nämlich damit, dass sie gar nicht freundlich sein wolle, sondern einfach extrem billig. So lautete denn auch einer der Werbesprüche «Cheap seats for a cheap ass» - ein Spruch, der leider eher schwer übersetzbar  - aber ganz bestimmt nicht höflich - ist.

Andere zogen nach

Und immerhin konnte Spirit die Versprechen halten. Lange Zeit konnten die Konkurrenten mit Tarifen von 30 bis 40 Dollar für Inlandsflüge nicht mithalten. Das hat sich inzwischen geändert. Southwest, Delta, American und Co. bieten eigene Spar- oder Ultrabilligtarife an oder verscherbeln Tickets zu Tiefstpreisen - und graben so Spirit Kunden ab.

Am schlimmsten zu schaffen macht es Spirit Airlines Frontier, die ebenfalls Ultrabillig-Tarife anbietet und einen aggressiven Wachstumskurs fährt. Deren Slogan: Cheap Fares done right. Übersetzt: Billige Tarife, richtig gemacht. Frontiers Geschäftsführer: Der ehemalige Marketingchef von Spirit.

Passagieren die Schuld zugeschoben

Spirit Airlines will sich nun bessern. «Wir sind finanziell sehr erfolgreich, aber unser Kundenservice ist schlecht», gestand Geschäftsführer Bob Fornaro laut dem Magazin Skift kürzlich ein. Viel davon ist wohl auch seinem Vorgänger zuzuschreiben. Ben Baldanza schob Passagieren, die sich beschwerten stets selbst die Schuld zu - ganz in der Manier, wie es früher auch Ryanair-Chef Michael O'Leary tat. Der ist bei Ryanair zwar noch immer an Bord, aber hält sich mit Aussagen über Kunden heute zurück.

Spirit-Chef Fornaro will nun geraderücken, was sein Vorgänger zerstört hat. «Teilweise haben wir uns fast angestrengt, um die Kunden zu verärgern», sagt er. Das müsse sich ändern, sonst werde man nicht wettbewerbsfähig bleiben.

Mehr zum Thema

A319 von Spirit Airlines: Horrende Gepäckgebühren.

Die meistgehasste Airline der USA

ticker-wizzair-1

Wizz Air und Ryanair nehmen Flüge nach Jordanien wieder auf

Boeing 737 von Ryanair: Bald mehr in Riga unterwegs.

Ryanair verspottet Air Baltic als «Zombie» - und greift die kriseldne Airline frontal an

ticker-ryanair

Boeing 737 Max von Ryanair kommt bei Landung mit Winglet der Piste gefährlich nahe

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier