Letzte Aktualisierung: um 19:28 Uhr
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737 Max

Southwest-Piloten klagen gegen Boeing

Der US-Billigflieger ist Boeings wichtigster 737-Max-Kunde. Die Piloten der Airline ziehen nun gegen den Flugzeugbauer vor Gericht und werfen ihm Irreführung vor.

Southwest Airlines

Infos für die Passagiere zu 737 NG und 737 Max: Rückblickend fühlen sich die Piloten über die Unterschiede nicht ausreichend informiert.

Southwest Airlines ist in doppelter Hinsicht Boeings größter 737-Max-Kunde: Zum einen hat keine andere Fluglinie mehr der Flieger bestellt als die 280 von Southwest georderten Exemplare. Zum anderen hat der US-Billigflieger mit 31 Stück auch schon die meisten Jets erhalten – und nun am Boden stehen. Das sorgt zunehmend für Ärger bei den Piloten.

So hat die Gewerkschaft Southwest Airlines Pilots Association SWAPA, die nach eigenen Angaben fast 10.000 Piloten der Airline vertritt, am Bezirksgericht Dallas County in Texas nun sogar Klage gegen Boeing eingereicht. Die Piloten werfen dem Flugzeugbauer «absichtliche Irreführung des Unternehmens und seiner Piloten über die 737 Max» vor.

Risiken verheimlicht?

Das Grounding der 737 Max habe schon dazu geführt, dass 30.000 geplante Southwest-Flüge nicht stattfinden konnten, heißt es weiter. Die Piloten hätten dadurch mehr als 100 Millionen Dollar an Vergütungen eingebüßt, so SWAPA. Boeing habe die 737 Max vor der Inbetriebnahme so dargestellt, als sei sie lufttüchtig und gleiche im Wesentlichen der lang erprobten 737. «Diese Darstellungen waren falsch», wirft die Gewerkschaft Boeing vor.

«Boeing hat die Änderungen an der 737 Max gegenüber der 737 NG heruntergespielt, um seinen Gewinn zu maximieren und eine schnelle Zertifizierung zu gewährleisten», heißt es in der Klageschrift. Boeings Eile, den Flieger auf den Markt zu bringen, habe zu nicht bekannt gemachten Risiken geführt. Die Fehler des Flugzeugbauers hätten schließlich 346 Menschen das Leben gekostet, so SWAPA mit Blick auf die beiden Abstürze des Modells.

Boeing kündigt Gegenwehr an

«Als Piloten gibt es für uns nichts Wichtigeres als die Sicherheit unserer Passagiere», erklärte SWAPA-Chef Jonathan Weaks. «Wir müssen darauf vertrauen können, dass Boeing die Informationen wahrheitsgemäß weitergibt, die wir benötigen, um unsere Flugzeuge sicher zu betreiben. Im Falle der 737 Max ist das absolut nicht passiert.»

Boeing erklärte in einer Stellungnahme, man respektiere die Piloten von Southwest, man sehe sie Klage aber als unbegründet an und werde sich entschieden dagegen zur Wehr setzen. Zudem schrieb der Hersteller: «Wir werden weiterhin mit Southwest Airlines und ihren Piloten zusammenarbeiten, um die Max wieder sicher in Betrieb nehmen zu können.»



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