Airbus' «Watchdog»: Soll Fluggesellschaften vor teuren Fehlauslösungen bewahren.

Projekt «Watchdog»So will Airbus Notrutschen besser sichern

Am Boden versehentlich ausgelöste Notrutschen sind für Fluggesellschaften ein Ärgernis, das teuer werden kann. Airbus will nun mit einem neuen System Abhilfe schaffen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Allroundmitarbeiter Luftfahrzeug (a) Flugzeugmontage/-unterhalt

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs

Er wollte einfach nicht mehr warten: Nachdem ein chinesischer Reisender 2014 mit einem Flugzeug von China Eastern gelandet war, öffnete er einen Notausgang, weil er mithelfen wollte, «schneller aussteigen zu können», wie er gegenüber lokalen Medien sagte. Das Problem: Der Mann löste die Notrutsche aus - und musste für die Kosten aufkommen.

Doch nicht nur Passagiere lösen Notrutschen im falschen Moment aus: In Berlin musste ein Betrunkener, der vor dem Start auf der Toilette einer Air-Berlin-Maschine rauchte, das Flugzeug verlassen. Beim Öffnen der Tür aktivierte ein Crew-Mitglied versehentlich die Notrutsche. Alle Passagiere mussten in eine andere Maschine umsteigen. Die Bild-Zeitung berichtete 2014 über den Fall, und über einen weiteren. Bei dem ging es um die Verpflegung. «Die Maschine befand sich bereits im Flugmodus», sagte ein Lufthansa-Sprecher. «Der Hubwagen des Catering-Services musste noch etwas nachliefern. Ein Crew-Mitglied öffnete dann versehentlich die Tür, dabei löste sich die Notrutsche automatisch aus.»

Projekt kurz vor Abschluss

Gegen all diese Missgeschicke will Airbus nun etwas tun: Der Flugzeughersteller entwickelt eine neue Sensor- und Alarmvorrichtung, Projektname «Watchdog». Dieser «Wachhund» soll Alarm schlagen, sobald sich jemand dem Türgriff nähert, wenn die Türen bereits «scharf gestellt» sind.

«Der Watchdog ist eine Box in der Türverkleidung», erklärte Ingo Gäthje, bei Airbus zuständig für Innovationen in den Bereichen Kabine und Cargo, im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. «Wenn sich eine Hand auf etwa 20 bis 30 Zentimeter nähert, gibt es erst ein Licht- und dann ein piependes Tonsignal.» Der «Watchdog» befindet sich noch in der Entwicklung, diese steht laut Gäthje aber bereits kurz vor Abschluss.

Bis jetzt nur Lichtsignal

Tatsächlich gibt es bereits jetzt ein Lichtsignal, das vor Fehlgriffen schützen soll. Doch das reicht offenbar nicht aus. So ist die Neuerung des «Watchdog» gar keine große, doch sie soll großen Schaden abwenden. Wie der sich beziffern lässt, erklärte Lufthansa Technik auf Anfrage von aeroTELEGRAPH. «Prinzipiell ist der Aufwand natürlich abhängig vom Schaden», hieß es zu den versehentlich ausgelösten Notrutschen.

«Bis zu 25 Stunden Arbeitszeit könnten hier entstehen.» Schlimmstenfalls, wenn die Rutsche beim Auslösen etwa in ein Cateringfahrzeug gerate und große Flächen genäht werden müssten, müsste der Hersteller das reparieren. «Abhängig vom Modell und von der Größe des Schadens können die Kosten in diesem Fall dann auch schon einmal rund 200'000 Dollar erreichen.»

Auch nachträglich einbaubar

Wie oft es überhaupt zu Fehlauslösungen kommt, ist schwer zu sagen. Lufthansa spricht von einer «mittleren zweistelligen Zahl» an Vorfällen pro Jahr. Damit das weniger wird, soll bei Airbus der «Watchdog» nicht nur in neue Maschinen eingebaut werden, sondern bei der Wartung von aktuellen Flugzeugen auch die bisherigen Warnsysteme ersetzen.

Die Idee zum «Watchdog», die von einem Airbus-Ingenieur am Standort Bremen stammt, gefiel auch der Jury der Crystal Cabin Awards: Sie wählte das Konzept zwar nicht unter die Sieger, aber immerhin unter die Finalisten in der Kategorie «Kabinensysteme».

Mehr zum Thema

Die aufgeblasene Notrutsche: Vorsicht, Rutsche handelt selbstständig!

Notrutsche bläst sich im Flug auf

Flügel-Notrutsche: Ein solches Bauteil verlor die Boeing 757.

Boeing 757 verliert Notrutsche

airbus a320 neo lufthansa

Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr: «Was Pratt & Whitney macht, ist richtig»

ticker-airbus-neo-1

Airbus liefert im Februar 35 Flugzeuge aus - 28 Orders von drei Kunden

Video

michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack
united crj 450 interior
Neun Sitze weniger, dafür eine Business Class und mehr Komfort. United Airlines will bis 2028 rund 50 Regionalflugzeuge vom Typ Bombardier CRJ 200 umrüsten und verpasst ihnen dazu gleich einen neuen Namen: CRJ 450.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die Boeing 737 von Ariana Afghan Airlines nach dem sie zum Stoppen kam: Keine Verletzten.
Eine Boeing 737 ist in Kabul nach der Landung von der Piste abgekommen. Niemand wurde verletzt. Das Flugzeug erlitt jedoch erhebliche Schäden. Ariana Afghan Airlines erklärt, solche Vorfälle seien keine Seltenheit, und verweist auf das Unglück in New York-LaGuardia.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin