Anschnallzeichen: Manchmal respektieren Passagiere sie nicht.

SicherheitSind die Anschnallzeichen zu lange an?

Wenn der Pilot die Anschnallzeichen einschaltet, soll das der Sicherheit der Passagiere dienen. Doch lässt er es zu lange an, kann er im Zweifel das Gegenteil erreichen, warnt eine kanadische Behörde.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Gefährlich sind Turbulenzen nicht – außer, man ist nicht angeschnallt, wenn es anfängt so richtig zu wackeln. Wie es dann ausgehen kann, zeigte sich erst gerade auf einem Flug von Moskau nach Bangkok. Rund 40 Minuten von der Landung am Flughafen Suvarnabhumi geriet die Boeing 777-300 ER von Aeroflot in schwere Turbulenzen. Mehrere Passagiere wurden dabei verletzt, weil sie nicht angeschnallt waren.

Doch warum hören Passagiere nicht darauf, wenn die Crew die Anschnallzeichen anschaltet? Sicherlich gibt es auch leichtsinnige oder ignorante Reisende. Ein Flugsicherheitsexperte hat aber noch eine andere Antwort, die zunächst paradox klingt: Die Warnzeichen sind zu lange an.

Zwischenfall auf Air-Canada-Flug

Eigentlich ist das ja gut, denn immerhin kann es jederzeit zu plötzlichen Turbulenzen kommen. Aus diesem Grund wird auch vor jedem Flug empfohlen, angeschnallt zu bleiben, wann immer man sitzt. Doch das Problem: Wenn die Anschnallzeichen zu lange an sind kann es sein, dass Passagiere sie nicht mehr wirklich ernst nehmen.

Die kanadische Untersuchungsbehörde Transportation Safety Board hat diese Möglichkeit auch als Grund für Verletzungen auf einem Flug in Betracht gezogen. Auf einem Air-Canada-Flug von Toronto nach Shanghai im Dezember 2015 wurden 21 Insassen bei schweren Turbulenzen verletzt. Es sei möglich, dass die Passagiere die Anschnallzeichen nicht ernst genommen hätten, weil sie so lange an waren, heißt es im Bericht zum Zwischenfall.

35 Minuten seien zwischen dem Moment vergangenen, in dem die Crew begann, sich auf Turbulenzen vorzubereiten, bis es dann richtig anfing zu wackeln. In der Zeit hätten Passagiere wieder begonnen, herumzulaufen. Das habe schließlich zu den Verletzungen geführt, so die Ermittler.

Manchmal hilft es den Flugbegleitern

Tatsächlich ist es nicht immer wirklich nötig, die Anschnallzeichen einzuschalten. Manchmal bleiben sie zum Beispiel einfach ein bisschen länger an, damit die Flugbegleiter in der Zeit in Ruhe in der Kabine arbeiten können, ohne dass sie ständig Passagieren Platz machen müssen. Das berichten verschiedene Piloten. Sie sind es auch, die die Zeichen im Flieger ein- und ausschalten.

Auch dem Weltluftfahrtverband Iata ist bewusst, dass die Anschnallzeichen-Politik zum Problem werden kann. Laut ihren Richtlinien sollen Piloten das Zeichen nur dann anmachen, wenn es wirklich nötig ist – um eben genau diese Resistenz zu verhindern.

Mehr zum Thema

Turbulenzen-Visualisierung der Nasa: In den kommenden Jahren dürften die Flüge wackeliger werden.

Was passiert eigentlich bei Turbulenzen?

Video

Business Class Centre Seats
Teilweise wird sie in Airbus A350-900 und A350-900 ULR nachgerüstet, ganz kommt sie später in der Boeing 777-9 zum Einsatz: die neue Langstreckenkabine von Singapore Airlines. Wir zeigen, was das neu vorgestellte Produkt ausmacht.
Peter Pfänder
Peter Pfänder
Die ehemalige D-AICD: Sie hat ihren Standplatz verlassen.
Seit Anfang 2022 steht am Flughafen Düsseldorf ein ehemaliges Condor-Flugzeug. Nun wurde der 28 Jahre alte Airbus A320 von seiner Position weggeschleppt. Denn der geheimnisvolle Eigentümer lässt prüfen, ob der Jet wieder abheben kann.
Timo Nowack
Timo Nowack
Bangkok Suvarnabhumi aus der Luft: Der Flughafen soll seine Kapazität verdoppeln.
Der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi soll künftig 120 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen, doppelt so viele wie heute. Dafür sind ein neues Südterminal und eine vierte Piste geplant. Und schon zuvor soll es eine Erweiterung geben.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies