Wrack der CRJ 900 von Air Canada: Was führte zum Unfall?

CRJ 900 von Air CanadaZwei Fluglotsen gingen früher nach Hause - kurz darauf geschah der tödliche Unfall in La Guardia

Der tödliche Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 mit einem Feuerwehrfahrzeug in New York wird weiter untersucht. Jetzt kommt ein neuer Aspekt hinzu: Zwei Fluglotsen sollen den Tower zuvor deutlich vor Ende ihrer Schicht verlassen haben.

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Zwei Fluglotsen hatten am Abend des 22. März eigentlich noch Dienst im Tower des Flughafens La Guardia. Trotzdem sollen sie den Kontrollturm vorzeitig verlassen haben. Das wäre möglicherweise nicht ans Licht gekommen. Doch nur kurz darauf ereignete sich ein tödlicher Unfall. Eine Bombardier CRJ 900 von Air Canada Express kollidierte nach der Landung mit einem Feuerwehrfahrzeug. Beide Piloten starben. Nun beschäftigt das vorzeitige Dienstende der beiden Lotsen auch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA.

Wie die Zeitung Wall Street Journal unter Berufung auf eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle berichtet, gingen die beiden am 22. März deutlich vor dem vorgesehenen Ende ihrer Schicht nach Hause. Wie viel früher genau, ist nicht bekannt. Die Quelle betonte jedoch, es habe sich nicht lediglich um «ein paar Minuten» gehandelt. Inzwischen sind beide Lotsen beurlaubt und derzeit nicht für die Kontrolle des Flugverkehrs zuständig.

Feuerwehrfahrzeug war auf dem Weg zu Boeing 737 von United

Die FAA prüft nun disziplinarische Maßnahmen. Auch die Fluglotsengewerkschaft National Air Traffic Controllers Association beschäftigt sich mit den Vorwürfen. Sie bestätigte mögliche Disziplinarmaßnahmen zwar nicht, erklärte aber, darüber mit der Führung der FAA zu sprechen. Wichtig bei all dem ist allerdings: Bislang ist nicht geklärt, ob das vorzeitige Dienstende der beiden Lotsen tatsächlich eine Rolle bei dem Unfall spielte.

Die Bombardier CRJ 900 mit dem Kennzeichen C-GNJZ war am 22. März als Flug AC8646 aus Montreal kommend auf Piste 04 gelandet. Dort kollidierte sie bei einer Geschwindigkeit von rund 209 Kilometern pro Stunde mit einem Feuerwehrfahrzeug. Der Truck war auf dem Weg zu einer Boeing 737 Max von United Airlines, deren Flug UA2384 nach Chicago wegen eines unbekannten Geruchs im Cockpit um Hilfe gebeten hatte. Um dorthin zu gelangen, musste das Feuerwehrfahrzeug die Start- und Landebahn überqueren. Bei der Kollision kamen beide Piloten der CRJ 900 ums Leben, rund 40 Menschen wurden verletzt.

Fahrer des Feuerwehrautos erkannte Warnung nicht

Der vorläufige Bericht der Untersuchungsbehörde National Transportation Safety Board NTSB hatte bereits Probleme in den Sekunden vor dem Zusammenstoß offengelegt. Der Fahrer des Feuerwehrfahrzeugs hörte zunächst den Funkspruch «Stopp, stopp, stopp», erkannte aber nicht eindeutig, dass er gemeint war. Erst als der Tower ausdrücklich «Truck 1, Stopp, Stopp, Stopp» funkte, wurde ihm klar, dass der Befehl seinem Fahrzeug galt.

Zudem gab das Bodenradarsystem keine Warnung aus, unter anderem weil der Feuerwehrtruck keinen Transponder besaß. Auch die Pisten-Einfahrtslichter schalteten sich erst wenige Sekunden vor der Kollision ab.

Abschlussbericht wohl in einem halben Jahr

Ob und wie sich die vorzeitig beendeten Schichten auf die Besetzung oder die Abläufe im Kontrollturm auswirkten, geht aus den bislang bekannten Informationen nicht hervor. Das NTSB untersucht den Unfall weiter. Der Abschlussbericht, in dem die Behörde die wahrscheinliche Unfallursache und mögliche beitragende Faktoren festhalten wird, wird laut dem Sender CNN frühestens in etwa sechs Monaten erwartet.

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