Rufzeichen sollten eigentlich für Klarheit sorgen. Sie werden im Funkverkehr verwendet, um Flugzeuge eindeutig identifizieren zu können. Ihnen wird jeweils die Flugnummer hintangestellt, damit absolute Klarheit herrscht. So weiß beispielsweise eine Lotsin, mit welchem Flug sie es gerade am Funk zu tun hat, wenn sie beispielsweise «Delta 81» hört.
Flugnummer AA2482 gilt in beide Richtungen
Doch am Freitag (14. August) kam es trotz dieser Vorgehensweise in den USA zu einer Situation, in der eine Identifikation mit dem üblichen Vorgehen nicht mehr möglich war. Denn zwei Boeing 737-800 von American Airlines waren über Phoenix gleichzeitig auf derselben Funkfrequenz mit dem identischen Rufzeichen American 2482 unterwegs, berichten lokale Medien.
American Airlines verwendet die Flugnummer AA2482 sowohl von Chicago nach Phoenix als auch in der Gegenrichtung. Das ist normalerweise kein Problem. Doch der ankommende Flug aus Chicago hatte erheblich Verspätung und landete erst um 0:13 Uhr. Der Flug nach Chicago war dagegen bereits um 23:58 Uhr gestartet. Dadurch befanden sich beide Flugzeuge mit demselben Rufzeichen gleichzeitig im Zuständigkeitsbereich der Flugsicherung.
American Airlines ankommend, American Airlines abfliegend
Doch der Fluglotse war sehr aufmerksam. Er machte beide Besatzungen auf die ungewöhnliche Doppelbelegung aufmerksam. Und er unterschied im Funkverkehr zwischen «American 2482 on the arrival» (American 2482, ankommend) und «American 2482 on the departure» (abfliegend). Die beiden Boeing 737 flogen horizontal 4,8 Kilometer und vertikal 610 Meter aneinander vorbei. Das ist klar innerhalb der erlaubten Grenzen.
Ein Lotse sagte laut Funkaufzeichnung: «Ich arbeite seit 25 Jahren in der Flugsicherung. Ich habe noch nie erlebt, dass zwei Flugzeuge mit demselben Rufzeichen fast miteinander verschmolzen sind. Das ist ziemlich unglaublich.» Ein anderer antwortet: «Es hätte katastrophal enden können, aber ich bin froh, dass alles gut ausgegangen ist.» Die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration untersucht den Zwischenfall.
365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren.