Ballon in der Luft: Ballonfahren ist noch gefährlicher als fliegen in Kleinflugzeugen.

Neue StudieWarum Ballonfahrten gefährlicher sind als Flüge im Flugzeug oder Hubschrauber

Ballonfahren vermittelt ein Gefühl von Freiheit. Laut einer aktuellen Studie der australischen Luftfahrtbehörde ist das Verletzungsrisiko bei Ballonfahrten deutlich höher als bei Flügen mit kleinen Flugzeugen. Besonders eine Flugphase birgt besondere Gefahren.

Top-Jobs

Condor Logo Stelle

Duty Manager Ground Handling Center im Schichtdienst (m/w/d)

Feste Anstellung
Condor Flugdienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (m/w/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Pilatus

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (w/m/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Challenger 650

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Man hört nur das Geräusch des Brenners, ein gleichmäßiges, tiefes Brummen. Dann hebt der Korb sanft vom Boden ab – kein Ruckeln, kein Lärm, nur ein fast lautloses Schweben. Unter einem wird die Welt kleiner: Felder, Wälder, Dörfer. Man spürt keinen Wind, denn der Ballon bewegt sich mit der Luft. Nur eine große Ruhe und das Gefühl von Freiheit bleiben.

So oder so ähnlich beschreiben Menschen ihre Ballonfahrt. So romantisch und frei es sich auch anfühlen mag, so gefährlich ist Ballonfahren ebenfalls. Das zeigt eine Studie der australischen Luftfahrtbehörde Australian Transport Safety Bureau ATSB. Die Kurzfassung lautet, dass Ballonfahrten ein höheres Risiko bergen als Flüge mit vergleichbaren Luftfahrzeugen.

Ballonfahrten - keine Todesfälle, aber riskanter als Rundflüge

Grundlage der Untersuchung sind 79 Ballonunfälle, die das ATSB zwischen 2022 und 2024 gemeldet und ausgewertet wurden. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit eines schweren Zwischenfalls oder Unfalls bei einer kommerziellen Ballonfahrt 8,9-mal höher ist als bei einem Rundflug oder Charterflug mit einem Flugzeug. Sie ist sogar rund 25,6-mal höher als bei einem Hubschrauberflug.

Fliegt man gewerblich und das tun die meisten Menschen, ist das Verletzungsrisiko bei einer Ballonfahrt fast 35-mal höher als bei einem Rundflug mit einem Flugzeug oder einem Charterflug. Im Vergleich zu einem kommerziellen Hubschrauberflug ist es sogar um 58,5 Prozent höher. Immerhin wurden der ATSB im untersuchten Zeitraum keine Todesfälle im Zusammenhang mit Ballonfahrten gemeldet.

Hauptproblem ist der offene Korb

Während nur drei Prozent aller Zwischenfälle während des eigentlichen Flugs passieren, entfallen 54 Prozent auf die Landung und weitere 19 Prozent auf den Anflug. Noch alarmierender: 81 Prozent der leichten und 83 Prozent der schweren Verletzungen ereignen sich in dieser letzten Phase der Ballonfahrt. Doch woran liegt das?

Laut der Luftfahrtbehörde ist vor allem der offene Korb ein Problem. Ohne Sicherheitsgurte oder Schutzbarrieren sind Passagiere ungesichert – und damit anfällig für Verletzungen. Die häufigsten Diagnosen: Prellungen oder Brüche der unteren Extremitäten, verursacht durch harte Aufsetzer oder Kollisionen mit dem Boden, sowie Schleudertraumata, wenn Passagiere bei der Landung unkontrolliert gegeneinanderprallen.

ATSB empfiehlt bessere Briefings

Die Luftfahrtbehörde empfiehlt zentrale Maßnahmen, um die Sicherheit bei Ballonfahrten zu erhöhen: eine präzisere Wettervorhersage, die alle verfügbaren Datenquellen nutzt, und vor allem klare Sicherheitsregeln für Passagiere. Dazu gehören visuelle Briefings vor dem Start, eine stabile Landeposition, ähnlich der «Brace-Position» im Flugzeug. Zudem bedarf es genaue Anweisungen, um Zusammenstöße im Korb zu vermeiden.

Unabhängiger Luftfahrtjournalismus braucht Auftrieb. Bei aeroTELEGRAPH arbeitet ein Team erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten, das die Branche seit Jahren begleitet. Für den Preis von weniger als einem Cappuccino im Monat lesen Sie werbefrei – und helfen, dass wir weiter kritisch und fundiert berichten können.Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Start des Coupe Aéronautique Gordon Bennett: Am Freitag 5. März ist die 68. Ausgabe in Metz gestartet.

Schweizer Team gewinnt das prestigeträchtigste Ballonrennen der Welt

Der Ballon zieht an der Boeing 737 Max vorbei: Heikler Moment.

Ballon fliegt wenige Meter an Boeing 737 Max vorbei

Eine Boeing 777-300 ER von KLM: Ein Jet dieses Typs war in den Vorfall verwickelt.

Ballon gerät in Triebwerk von Boeing 777 von KLM

Ballon fällt auf Flugzeug, das gerade betankt wird

Ballon fällt auf Flugzeug, das gerade betankt wird

Video

Boeing 747-8 mit der Kennung: SU-EGY das 14 Jahre alte Flugzeug ist an Ägypten ausgeliefert worden.
Ägypten hat mit der Boeing 747-8 einen neuen Regierungsjet. Der 14 Jahre alte Jet stand ein Jahrzehnt rum und hat eine besondere Verbindung zu Lufthansa.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Boeing 787-9 von Lufthansa: das Flugzeug trägt die Jubiläums-Lackierung.
Das erste Flugzeug aus Lufthansa-Jubiläumsflotte wird Mitte Dezember ausgeliefert. Nun ist ein Bild vom der Boeing 787 im Flug aufgetaucht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
evio 810 01
Mit vier Turboproptriebwerken soll ein neuer Hybrid-Elektroflieger aus Kanada an den Start gehen. Die Evio 810 wird mit prominenter Unterstützung entwickelt, um einst mit bis zu 100 Reisenden abzuheben. Viele Fragen sind aber noch offen.
Timo Nowack
Timo Nowack