Solche Berührungspunkte zwischen Raumfahrt und Luftverkehr dürften künftig häufiger werden. Immer mehr Raketen starten in den USA. Gleichzeitig hat die US-Luftfahrtbehörde FAA nun eine Regel geändert, mit der das Risiko für Flugzeuge durch herabfallende Trümmer begrenzt werden sollte. Wie das Portal The Air Current berichtet, fällt dadurch eine bisherige Obergrenze dafür weg, wie viele Flugzeuge bestimmte äußere Bereiche von Gefahrenzonen bei Raketenstarts und Wiedereintritten durchqueren dürfen. Die besonders gefährlichen Bereiche bleiben dagegen weiterhin für Flugzeuge gesperrt.
Obergrenze lag bisher bei 6412 Flugzeugen
Bislang lag die Obergrenze bei 6412 Flugzeugen innerhalb von zwölf Monaten. Damit wollte die FAA mit 95-prozentiger Sicherheit gewährleisten, dass es innerhalb von 80 Jahren zu keinem tödlichen Unfall durch Trümmer eines Raketenstarts oder Wiedereintritts kommt. Ausgereizt wurde diese Grenze bisher nicht. Laut The Air Current erreichte die Zahl der betroffenen Flugzeuge bislang nur rund 30 Prozent des zulässigen Maximums.
Doch die Zahl der Raumfahrtaktivitäten soll deutlich steigen. Frühere Schätzungen der FAA gingen davon aus, dass die bisherige Grenze bei etwa 640 Starts und Wiedereintritten pro Jahr erreicht werden könnte. Die US-Regierung hat für 2030 bereits mehr als 1000 solcher Vorgänge pro Jahr als Ziel ausgegeben.
Piloten wollen keine niedrigeren Sicherheitsstandards
Bei der Pilotengewerkschaft Air Line Pilots Association stößt die Änderung deshalb auf Kritik. Sicherheitsexperte Steve Jangelis sagte gegenüber The Air Current, man lehne es ab, neue Nutzer des Luftraums durch eine Absenkung von Sicherheitsstandards zu integrieren. Stattdessen müsse mit neuen Verfahren und Technologien auf die zunehmende Raumfahrt reagiert werden. «Innovation muss mit Innovation beantwortet werden», sagte er.
Die FAA sieht das anders. Sicherheitsexperten der Behörde hätten die Daten geprüft und seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Änderungen weiterhin ein sicheres Umfeld für Flugzeuge während Raumfahrtaktivitäten gewährleisteten. Zugleich arbeitet die Behörde an neuen Instrumenten, mit denen sich mögliche Gefahren durch Trümmer genauer berechnen und gesperrte Lufträume schneller wieder öffnen lassen. Die Zahl der Flugzeuge, die durch die betreffenden Risikobereiche fliegen, will die FAA auch ohne Obergrenze weiterhin erfassen.
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