Es gehört zu den Dingen, die Flugbegleitende vor jedem Flug erklären: Wo die Schwimmweste liegt, wie man sie anlegt und wann man sie aufbläst. Dass man die Reißleine nicht einfach aus Neugier ziehen sollte, dürfte dabei eigentlich selbstverständlich sein. Für einen australischen Influencer offenbar nicht.
Der Mann saß am Freitag (16. Oktober) neben seinem Bruder an Bord von Jetstar-Flug JQ768 von Sydney nach Adelaide. Während der Sicherheitseinweisung zog er an der Reißleine seiner Schwimmweste. Die Weste blähte sich auf, andere Passagiere drehten sich um, die Kabinenbesatzung kam zu ihm.
«Nur ein bisschen Spaß haben»
«Ehrlich gesagt wollte ich nur ein bisschen Spaß haben», sagte Lovett später zu Yahoo News Australia. Dass die Crew ausdrücklich davor gewarnt hatte, die Schwimmweste noch im Flugzeug aufzublasen, wusste er. Seine flapsige Erklärung dafür: «Ich höre einfach nicht besonders gut zu.»
Doch die Aktion war weit mehr als ein misslungener Scherz. Für jeden Passagier muss eine einsatzbereite Schwimmweste vorhanden sein. Ist die Sicherheitsausrüstung an einem Sitz beschädigt oder nicht mehr verwendbar, kann dieser Platz nicht einfach weiter belegt werden.
Es hätte noch schlimmer ausgehen können
Der Passagier fragte die Flugbegleitenden zunächst, wie er die aufgeblasene Weste wieder verstauen könne. Das Problem ließ sich jedoch nicht einfach dadurch lösen, dass er die Luft herausließ. Weil der Flug nicht ausgebucht war, konnte er für den Rest des Fluges auf einen anderen Sitz wechseln.
Wäre kein freier Platz verfügbar gewesen, hätte die Sache deutlich größere Folgen haben können. Manipulationen an Sicherheitsausrüstung können zu erheblichen Störungen des Flugbetriebs führen. Im schlimmsten Fall könnte ein Flug ausfallen. Die Kosten dafür könnten sich auf Zehntausende Dollar belaufen, bei Auswirkungen auf weitere Flüge sogar auf Hunderttausende.
Polizei wartete auf den Reisenden
Auch rechtlich ist das kein harmloser Streich. Eingriffe in die Sicherheitsausrüstung können nach australischem Luftfahrtrecht Geldstrafen von bis zu 18.200 australischen Dollar nach sich ziehen. In Adelaide war die Angelegenheit für den Mann deshalb noch nicht vorbei. Er musste als Letzter aussteigen. Der Pilot führte ihn nach eigenen Angaben direkt zur Polizei. Die Beamten hätten mit ihm besprochen, was hätte passieren können, und sich vergewissert, dass er so etwas nicht wiederhole.
Die australische Bundespolizei bestätigte, mit einem Passagier gesprochen zu haben, der während eines Inlandsfluges nach Adelaide eine Schwimmweste aufgeblasen hatte. Die Ermittlungen dauern an. Am Mittwoch erhielt der Reisende nach eigenen Angaben dann eine E-Mail mit weiteren Konsequenzen. Er darf nicht mehr mit Jetstar und Qantas fliegen, berichtet das neuseeländische Portal Stuff. Wie lange das Verbot gilt, war zunächst unklar. Jetstar bestätigte die Sperre und verwies darauf, dass Fluggäste den Sicherheitsanweisungen der Crew folgen müssen und Sicherheitsausrüstung nicht eigenmächtig benutzen oder manipulieren dürfen.
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