Jet von Flydubai (Archivbild): Die Airline hat ihre Tel-Aviv-Flüge vorübergehend ausgesetzt.

Flydubai-Flüge ausgesetztIsrael will Piloten nach Cockpit-Attacke strenger überprüfen

Nach dem Angriff eines Piloten auf den anderen im Cockpit eines Flydubai-Fluges will Israel ausländische Pilotinnen und Piloten strenger überprüfen. Flydubai setzt ihre Tel-Aviv-Flüge vorübergehend aus, Israel bereitet die Rückholung von Staatsbürgern aus Dubai vor.

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Flydubai ist keine kleine Airline auf der Route zwischen Dubai und Tel Aviv, ganz im Gegenteil. Bis zu zehnmal täglich verbindet sie die Metropolen in den Emiraten und Israel miteinander. Damit ist sie die dominante Fluggesellschaft auf der Strecke.

Doch nachdem der Kopilot von Flug FZ1073 am Mittwoch (30. September) versucht hatte, seinen Kapitän aus dem Weg zu räumen, um offenbar den Jet zum Absturz zu bringen, hat Flydubai die Flüge nach Tel Aviv temporär eingestellt, während die Behörden den Vorfall untersuchen. An Bord hatten eingreifende Passagiere und eine mitreisende Crew das Schlimmste verhindert und die Boeing 737 Max sicher nach Tabuk in Saudi-Arabien gebracht. Später flog ein anderes Flydubai-Flugzeug die Reisenden von dort aus nach Tel Aviv.

Israels Inlandsgeheimdienst trifft Vorbereitungen in Dubai

Da die regulären Flydubai-Flüge auf der Strecke wegfallen, sich aber noch israelische Staatsbürger in Dubai befinden, die diese Flüge nutzen wollten, sind nun Agenten des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet nach Dubai gereist, wie das Portal Ynet berichtet. Sie treffen Sicherheitsvorkehrungen für Rückholflüge, die ab Freitag geplant sind.

Derweil erklärte ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu laut der Nachrichtenagentur Reuters, dass das Land die Sicherheitskontrollen für alle Pilotinnen und Piloten, die nach Israel fliegen, verschärfen wird: «Wir werden die Identität jedes Piloten, der nach Israel fliegt, kennen und ihn einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen.»

Sicherheitsvorkehrungen bei israelischen Airlines sehr hoch

Israelische Fluglinien haben auf internationalen Flügen bewaffnete Luftsicherheitsbeamte an Bord und die Flugzeuge von El Al sind sogar mit Raketenabwehrsystemen ausgestattet. Aber bei ausländischen Fluggesellschaften, die nach Israel fliegen, ist all das nicht der Fall.

«Es kann sich um einen Flug mit 400 Personen aus Dubai handeln, ohne dass ein Air Marshal an Bord ist», erklärte ein anonymer israelischer Experte für Luftsicherheit gegenüber der Zeitung Times of Israel. Das Land könne den Fluglinien weder den Einsatz von Sicherheitsbeamten noch andere spezielle Sicherheitsvorkehrungen an Bord vorschreiben.

Die Frage nach der Staatsangehörigkeit der Piloten

Zudem kann Israel - und darüber zeigt sich die Zeitung selber überrascht - laut dem Experten auch die Nationalität ausländischer Pilotinnen und Piloten, die das Land anfliegen, nicht einschränken, solange diese an Bord bleiben. Bei dem angreifenden Kopiloten von Flug FZ1073 soll es sich um einen omanischen Staatsbürger handeln.

Israel und Oman unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. In israelischen Medienberichten hieß es zunächst, Cockpitcrew-Mitglieder aus solchen Ländern dürften keine Israel-Flüge steuern, was über Vereinbarungen mit Staaten geregelt sei. In diesem Fall müsste es eine entsprechende Vereinbarung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten geben, da dort Flydubai angesiedelt ist und auch der Flug startete.

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