Pilot auf dem Weg zum Dienst: Nicht immer ausgeschlafen.

Müde Piloten: Erschreckende Studie

Die britische Pilotenvereinigung veröffentlichte einen Bericht über Erfahrungen mit extremer Müdigkeit im Cockpit. Und der ist beunruhigend.

Top-Jobs

Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs
logo aerotelegraph rund

Journalist:in Militärluftfahrt und Verteidigung

Medien
aeroTELEGRAPH
Top jobs
Home Office
Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Als der Pilot einer britischen Airline während eines Nachfluges aufwachte, war er alleine im Cockpit. Er erholte sich von seinem Schock darüber, dass er ohne es zu merken einfach eingeschlafen war. Erst dann fragte er sich: Wo war eigentlich der Kopilot? Er machte sich auf die Suche und fand seinen Kollegen schließlich: Eingeschlafen auf der Toilette.

Das ist keine Szene, sondern wirklich passiert – und nur eine Geschichte von einer ganzen Reihe beunruhigenden Erlebnissen, die Piloten dem britischen Pilotenverband British Airline Pilot's Association für einen Bericht zur Müdigkeit im Cockpit zukommen ließen. Anlass der Untersuchung war ein Aufruf an die britische Regierung: Sie soll die Flugdienstzeiten, die die EU vorschlägt, nicht anerkennen. Nur so ließen sich gefährliche Zwischenfälle aufgrund von Übermüdung verhindern.

«Absolut ausgeknockt»

Nach 22 Stunden – manchmal 24 Stunden – ohne Schlaf dürften Piloten laut dem EU-Vorschlag noch einen Jet landen, so der Verband. Das würde Ereignisse wie eines in London Heathrow wahrscheinlicher machen, von dem Piloten in dem Bericht erzählen. Sie seien so «absolut ausgeknockt gewesen», dass sie eine Landung in London fast vermasselt hätten. Laut ihren eigenen Aussagen hätte es zu einem tödlichen Crash kommen können, so die Piloten.

Auch eine Geschichte von drei Piloten, die auf einem Transatlantikflug gleichzeitig einnickten, sorgt nicht gerade für ein sicheres Gefühl. Am schlimmsten an der Angelegenheit, so der Pilotenverband: Ein Großteil solcher Zwischenfälle werde gar nicht erst berichtet. Die Piloten hätten Angst, ihren Job zu verlieren, wenn sie die unfreiwilligen Nickerchen eingestehen.

«Nicht einmal gewählt»

Laut früheren Studien schliefen bereits mehr als die Hälfte aller Piloten schon einmal unfreiwillig im Cockpit ein. Einem Drittel aller befragten Piloten ist es schon einmal passiert, dass sie aufwachten und neben sich ihren dösenden Kollegen sahen. «Es darf nicht sein, dass die EU Regeln verabschiedet, die solche Fälle noch häufiger möglich machen», so ein Sprecher der Piloten in der britischen Zeitung Daily Mail. «Eine Kommission, die nicht einmal wirklich gewählt wurde, entscheidet über die Sicherheit der Passagiere».

Am Mittwoch in dieser Woche stimmt man in Brüssel über die Angelegenheit ab. Um die neuen Flugdienstzeiten zu verhindern, müsste die Hälfte des europäischen Parlaments gegen den Vorschlag stimmen. Aus der britischen Regierung heißt es, man unterstütze die Pläne der EU. Alles in allem würden sie zu einer verbesserten Sicherheit beitragen, so ein Sprecher des Transportministeriums. «Die neuen Regeln verlangen weit mehr Planung von Pausen- und Schichtzeiten als bisher.» Insgesamt werde das Thema Müdigkeit daher ernster genommen.

Mehr zum Thema

first airbus a321 neo moulding in toulouse

EU und USA einigen sich auf Zollsatz - Airbus und Co. können aufatmen

ticker-eu-europaeische-union

Verkehrsausschuss des EU-Parlaments stimmt für kostenloses Handgepäck

Koffer in der Kabine: Die EU will Zusatzgebühren will Handgepäck abschaffen.

Showdown im EU-Parlament - Kommt das Verbot von Handgepäck-Gebühren?

condor lufthansa dus

Condor klagt gegen EU-Freigabe für Lufthansas ITA-Airways-Übernahme

Video

alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
alaska airlines 1282 ntsb boeing 737 max 9
Obwohl im Flug ein Loch im Rumpf einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines klaffte, landete die Crew das Flugzeug im Januar 2024 sicher. Jetzt klagt der Kapitän gegen den Flugzeughersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
amsterdam schiphol schneemann
Der Schnee sorgt für Chaos und Hunderte Flugausfälle am größten Flughafen der Niederlande. Trotz der harten Bedingungen hat das Bodenpersonal in Amsterdam offenbar Spaß bei der Arbeit.
Timo Nowack
Timo Nowack