Pilot auf dem Weg zum Dienst: Nicht immer ausgeschlafen.

Müde Piloten: Erschreckende Studie

Die britische Pilotenvereinigung veröffentlichte einen Bericht über Erfahrungen mit extremer Müdigkeit im Cockpit. Und der ist beunruhigend.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Als der Pilot einer britischen Airline während eines Nachfluges aufwachte, war er alleine im Cockpit. Er erholte sich von seinem Schock darüber, dass er ohne es zu merken einfach eingeschlafen war. Erst dann fragte er sich: Wo war eigentlich der Kopilot? Er machte sich auf die Suche und fand seinen Kollegen schließlich: Eingeschlafen auf der Toilette.

Das ist keine Szene, sondern wirklich passiert – und nur eine Geschichte von einer ganzen Reihe beunruhigenden Erlebnissen, die Piloten dem britischen Pilotenverband British Airline Pilot's Association für einen Bericht zur Müdigkeit im Cockpit zukommen ließen. Anlass der Untersuchung war ein Aufruf an die britische Regierung: Sie soll die Flugdienstzeiten, die die EU vorschlägt, nicht anerkennen. Nur so ließen sich gefährliche Zwischenfälle aufgrund von Übermüdung verhindern.

«Absolut ausgeknockt»

Nach 22 Stunden – manchmal 24 Stunden – ohne Schlaf dürften Piloten laut dem EU-Vorschlag noch einen Jet landen, so der Verband. Das würde Ereignisse wie eines in London Heathrow wahrscheinlicher machen, von dem Piloten in dem Bericht erzählen. Sie seien so «absolut ausgeknockt gewesen», dass sie eine Landung in London fast vermasselt hätten. Laut ihren eigenen Aussagen hätte es zu einem tödlichen Crash kommen können, so die Piloten.

Auch eine Geschichte von drei Piloten, die auf einem Transatlantikflug gleichzeitig einnickten, sorgt nicht gerade für ein sicheres Gefühl. Am schlimmsten an der Angelegenheit, so der Pilotenverband: Ein Großteil solcher Zwischenfälle werde gar nicht erst berichtet. Die Piloten hätten Angst, ihren Job zu verlieren, wenn sie die unfreiwilligen Nickerchen eingestehen.

«Nicht einmal gewählt»

Laut früheren Studien schliefen bereits mehr als die Hälfte aller Piloten schon einmal unfreiwillig im Cockpit ein. Einem Drittel aller befragten Piloten ist es schon einmal passiert, dass sie aufwachten und neben sich ihren dösenden Kollegen sahen. «Es darf nicht sein, dass die EU Regeln verabschiedet, die solche Fälle noch häufiger möglich machen», so ein Sprecher der Piloten in der britischen Zeitung Daily Mail. «Eine Kommission, die nicht einmal wirklich gewählt wurde, entscheidet über die Sicherheit der Passagiere».

Am Mittwoch in dieser Woche stimmt man in Brüssel über die Angelegenheit ab. Um die neuen Flugdienstzeiten zu verhindern, müsste die Hälfte des europäischen Parlaments gegen den Vorschlag stimmen. Aus der britischen Regierung heißt es, man unterstütze die Pläne der EU. Alles in allem würden sie zu einer verbesserten Sicherheit beitragen, so ein Sprecher des Transportministeriums. «Die neuen Regeln verlangen weit mehr Planung von Pausen- und Schichtzeiten als bisher.» Insgesamt werde das Thema Müdigkeit daher ernster genommen.

Mehr zum Thema

flughafen linz

Flughäfen wie Friedrichshafen, Kassel und Linz sollen leichter Staatshilfen bekommen

ticker-eu-europaeische-union

EU verbietet nachträgliche Kerosinzuschläge bei Flugtickets

ticker-eu-europaeische-union

EU-Kommission: Hohe Kerosinpreise sind kein Grund für Entschädigungsfreiheit

ticker-eu-europaeische-union

EU erwägt koordinierte gemeinsame Kerosinreserve bei möglicher Versorgungskrise

Video

Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Sukhoi Su-57: Erstflug absolviert.
Die neue Variante des russischen Kampfjets soll nicht nur Pilotinnen und Piloten ausbilden, sondern künftig auch Kampfdrohnen koordinieren. Moskau positioniert die Sukhoi Su-57D damit noch stärker als Antwort auf amerikanische Tarnkappenflugzeuge wie die Lockheed Martin F-35.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
md 11 ups unglueck ntsb
Der tödliche Absturz einer McDonnell Douglas MD-11 von UPS im Jahr 2025 wurde durch ein beschädigtes Teil in der Triebwerksaufhängung ausgelöst. Nun ist klar: Boeing beschäftigte sich schon länger mit solchen Schäden, als bisher bekannt war. Und es gab weitere Fälle. Behörden und Airline wollen die Schwere des Problems nicht erkannt haben.
Timo Nowack
Timo Nowack