Airbus A330 von Swiss und die verschmorte Kopfhörer-Box: Zunächst war der Grund für den Rauch unbekannt.

Flug LX16Kopfhörer-Ladebox zwang Airbus A330 von Swiss zur Ausweichlandung in Bangor

Aufgrund von unklarer Rauchentwicklung in der Business Class landete ein Airbus A330 von Swiss in Bangor statt in New York. Jetzt ist klar: Grund war eine kleine Ladebox für Kopfhörer, die in einen Sitz gerutscht war.

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Das Flugzeug war auf dem Weg von Zürich nach New York. Doch dann musste der Airbus A330 von Swiss auf Flug LX16 nach Bangor im US-Bundesstaat Maine ausweichen und dort landen. Die Schweizer Lufthansa-Tochter nannte anschließend Rauchentwicklung im vorderen Teil der Business Class als Grund für die Entscheidung der Cockpitcrew.

Anschließend entsandte die Fluglinie ein Technikteam nach Bangor, um das Flugzeug zu inspizieren. Am Mittwoch (29. Juli) teilt Swiss nun mit: «Unsere Spezialisten haben dort die Ursache des Rauchs bereits ermitteln können: Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass ein Ladecase für Kopfhörer in einen Sitz gerutscht und dort eingeklemmt worden ist.» Dadurch sei das Gerät beschädigt worden, es sei Hitze entstanden und daraus Rauch.

Swiss: Einhaltung der Regeln in Verantwortung der Passagiere

Die verschmorte Ladebox.

«Es handelt sich um eine handelsübliche Aufbewahrungsbox, welche die Kopfhörer gleichzeitig mittels Powerbank-Funktion auflädt», betont Swiss. «Viele elektronische Geräte enthalten Lithium-Batterien. Werden diese beschädigt oder funktionieren nicht richtig, können sie überhitzen und im schlimmsten Fall einen Brand auslösen.» Daher gebe es für elektronische Geräte sowie insbesondere für Powerbanks an Bord strikte Regeln.

Die Einhaltung dieser Regeln «liegt in der Verantwortung der Passagiere», so die Airline. Dabei gilt: Der Gebrauch von Powerbanks an Bord ist bei Swiss seit Anfang 2026 nicht mehr gestattet. Elektronische Geräte oder Batterien dürfen also nicht mehr mit einer Powerbank aufgeladen werden. Auch das Aufladen einer Powerbank selbst ist nicht mehr erlaubt.

Geht etwas im Sitz verloren, muss Crew informiert werden

Man darf Powerbanks zwar auf einen Flug mitnehmen, aber nur maximal zwei pro Fluggast. Diese müssen entweder am Körper, in der Sitztasche oder im Handgepäck unter dem Sitz verstaut sein. Es ist verboten, Powerbanks im eingecheckten Gepäck mitzuführen oder diese im oberen Handgepäckfach zu verstauen. Dieselben Regeln gelten auch für E-Zigaretten.

Im Sicherheitsvideo vor dem Start weist Swiss die Fluggäste ausdrücklich an, dass diese sofort die Kabinen-Crew informieren müssen, falls sich ein elektronisches Gerät erwärmt, Rauch abgibt, beschädigt wird oder unter dem Sitz verlorengeht.

Warum das Risiko in der Business Class größer ist

Auch wenn ein Gerät in allen Reiseklassen im Sitz verloren gehen und womöglich beschädigt werden kann, gibt es zwei wichtige Unterschiede zwischen Business und Economy Class: Die Sitze in der Geschäftsreiseklasse sind größer und abgeschlossener, so dass in ihnen leichter etwas unbemerkt verloren gehen kann, anstatt einfach heraus und auf den Boden zu fallen. Zudem werden Economy-Sitze mechanisch verstellt - klemmt man dabei ein Gerät ein, stehen die Chancen gut, es zu bemerken. In der Business Class werden die Sitze elektrisch verstellt und der Fluggast hat weniger Gefühl dafür, was im Inneren des Sitzes geschieht.

«Im Fall von LX16 hat es sich 'nur' um ein kleines Ladecase mit vergleichsweise tiefer Akkukapazität gehandelt», ordnet Swiss ein. «'Richtige' Powerbanks haben deutlich mehr Kapazität. Eine Beschädigung oder Fehlfunktion kann in so einem Fall wesentlich gravierendere Folgen haben.» Die Reisenden würden Mitverantwortung für die Sicherheit tragen, Swiss müsse sich darauf verlassen können, dass die Regeln eingehalten werden.

Swiss: Bei unklarer Rauchentwicklung kein Risiko eingehen

Die Schweizer Fluggesellschaft dankt ihrer gesamten Crew für ihr Handeln. Sicherheit stehe immer an erster Stelle. «Dazu gehören auch vorsorgliche Maßnahmen wie eine Ausweichlandung, um sofort auf mögliche Gefahren zu reagieren», schreibt Swiss. «Bei einer unklaren Rauchentwicklung an Bord gehen wir keine Risiken ein.»

Die Airline stellt zudem klar, dass es kein Feuer im Cockpit gab, wie es in manchen Meldungen hieß. «Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hatte ihre anderslautende Erstmeldung kurz nach der Veröffentlichung korrigiert.»

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