Durchleuchteter Koffer: Powerbanks, Akkus und andere Batterien werden erkannt.

Gefährliche und verbotene Gegenstände Was geschieht, wenn sich eine Powerbank in den Koffer verirrt?

Es gibt klare Hinweise durch Fluggesellschaften und Flughäfen, zusätzlich gibt es Nachfragen am Check-in. Dennoch werden immer wieder verbotene und gefährliche Gegenstände im Aufgabegepäck gefunden. Was geschieht dann?

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Um nicht auf einmal mit leerem Handyakku dazustehen, sind viele Flugreisende mit einer Powerbank unterwegs. Doch seitdem ein Airbus A321 von Air Busan ausgebrannt ist, verschärfen viele Fluggesellschaften die Regeln. Lufthansa und Eurowings gehören etwa zu den Airlines, bei denen Fluggäste Powerbanks in Sicht- und unmittelbarer Reichweite haben müssen. Emirates untersagt die Nutzung von Powerbanks an Bord.

Wer unter diesen Vorzeichen lieber auf die Powerbank im Handgepäck verzichten möchte, sollte nicht auf die Idee kommen, sie stattdessen ins Aufgabegepäck zu packen - denn dort ist sie nicht erlaubt. Doch was passiert, wenn sie versehentlich doch einmal dort landet?

Aufgabegepäck: Powerbanks sind das eine, Waffen das andere

«Grundsätzlich wird jedes Gepäckstück am Flughafen Frankfurt durchleuchtet», erklärt eine Sprecherin des größten deutschen Airports. Das schreibe das Luftsicherheitsgesetz vor. So müssten die Fluggesellschaften schon beim Check-in dafür sorgen, dass sich keine als Gefahrgut eingestuften oder verbotenen Gegenstände im Gepäck der Reisenden befinden.

Bei verbotenen Gegenständen (nach Paragraph 11 des Luftsicherheitsgesetzes) handelt es sich etwa um Schuss-, Hieb- und Stoßwaffen, Sprengstoffe, Munition, ätzende oder giftige Stoffe. Gefahrgüter (nach Regeln der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation Icao und des Airlines-Dachverbandes Iata) sind etwa Powerbanks, E-Zigaretten oder Feuerzeuge.

Entnahme: Reisende finden schriftlichen Hinweis im Koffer

«Sollten im Rahmen der Luftsicherheitskontrollen gefährliche oder verbotene Gegenstände festgestellt werden, wird ein Beauftragter der Fluggesellschaften hinzugezogen, um das Gepäckstück zu öffnen und den Gegenstand zu prüfen», erklärt die Fraport-Sprecherin. Bestätigt sich der Verdacht, wird der Gegenstand entfernt. «Ein Entnahmeprotokoll, das im Koffer hinterlassen wird, informiert den Fluggast entsprechend über Öffnung und Entnahme.»

Gegenstände mit einem Wert von über 50 Euro werden am Flughafen Frankfurt für vier Wochen im Fundbüro eingelagert. Dinge von geringerem Wert und jene, die nicht abgeholt werden, werden entsorgt. Handelt es sich bei dem entdeckten Gegenstand um Gefahrgut erfolgt eine Meldung an das Luftfahrtbundesamt. Im Falle von verbotenen Gegenständen werden die Bundespolizei und/oder die Landespolizei hinzugezogen.

Vorgehen an deutschen Flughäfen ähnlich, aber nicht identisch

Allerdings sind die Abläufe, in die Flughäfen, Fluggesellschaften und Handling-Dienstleister eingebunden sind, nicht überall gleich. «Dazu bestehen an den einzelnen Standorten spezifische Vereinbarungen über das Verfahren», erklärt eine Sprecherin des Flughafenverbandes ADV. «In vielen Fällen werden auch die betroffenen Reisenden direkt in den Prozess einbezogen.» Insgesamt handele es sich um sehr individuell ausgestaltete Verfahren, die sich auch innerhalb Deutschlands zwischen Flughäfen unterscheiden könnten.

Ein Sprecher des Flughafens Düsseldorf erklärt etwa: «Ergibt sich während des Scans ein Verdacht, wird das Gepäckstück ausgeleitet und gesondert kontrolliert.» Verbotene Gegenstände, insbesondere Waffen oder Munition, würden umgehend der Bundespolizei gemeldet, Gefahrgüter entnommen und fachgerecht entsorgt. «In solchen Fällen informiert der Flughafen die jeweilige Fluggesellschaft. Diese ist verpflichtet, entsprechende Vorkommnisse an das Luftfahrt Bundesamt zu melden.» Und: «In der Mehrzahl der Verdachtsfälle bestätigt sich der Fund nach dem Öffnen des Gepäckstücks.»

Flughafen Zürich: 140'000 Gefahrgüter im Aufgabegepäck

Dazu, wie viele Funde es insgesamt gibt, wollen sich die deutschen Flughäfen aber nicht äußern. Anders der größte Schweizer Flughafen: «Im Jahr 2024 wurden an den Sicherheitskontrollen am Flughafen Zürich rund 140.000 Gefahrgüter aus dem aufgegebenen Gepäck und weitere 40.000 aus dem Handgepäck entfernt», sagt eine Sprecherin des Airports Zürich. Zur Einordnung: Er zählte im vergangenen Jahr insgesamt 31,2 Millionen Reisende.

Gepäckanlage am Flughafen Zürich: Jeder Koffer wird durchleuchtet.

Der Ablauf ist ähnlich wie der in Frankfurt. «Gefahrgut von geringem Wert wird aus Sicherheitsgründen nach der Abnahme fachgerecht entsorgt», erklärt die Sprecherin. «Wertvollere Objekte wie hochwertige Powerbanks oder Mobilitätshilfen werden hingegen für 30 Tage ebenso fachgerecht zwischengelagert.» Die Fluggäste können die Dinge gegen eine Gebühr nach Voranmeldung abholen. Geschieht dies nicht, werden sie entsorgt.

Flughafen Zürich: «Finale Bewertung trifft immer ein Mensch»

Und wie ist die Chance, dass etwas gar nicht gefunden wird? «Unsere Scanner (Computertomographen) an den Sicherheitskontrollen ermöglichen eine dreidimensionale Analyse des Gepäcks», sagt die Zürcher Flughafen-Sprecherin. Damit sei eine viel präzisere Erkennung möglich als mit klassischen Röntgengeräten. Zudem würden die Mitarbeitenden speziell für die Erkennung von Gefahrgut geschult und regelmäßig weitergebildet, weshalb trotz höherer Automatisierung gelte: «Die finale Bewertung trifft immer ein Mensch.»

Flugzeuge fliegen nicht von allein – eine Redaktion ebenso wenig. Hinter aeroTELEGRAPH steckt ein eingespieltes Team, das 365 Tage im Jahr am Start ist, um Ihnen die spannendsten Geschichten aus der Luftfahrt zu bringen. Für den Preis von weniger als einem Getränk am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei und sichern unsere Unabhängigkeit. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Gepäckverladung am Kansai Airport: Viel Personal, große Genauigkeit.

Seit der Eröffnung vor 30 Jahren ging kein Gepäckstück verloren

Ein Mitarbeiter der Guardia Civil vor der Diebesbeute: Der Schaden soll bei rund zwei Millionen Euro liegen.

Personal klaut am Flughafen Teneriffa Uhren, Schmuck und Handys aus Koffern

Neue Gepäckausgabe im Terminal 2 des Flughafens Wien...

Bald kann der Flughafen Wien seine neue Gepäckhalle eröffnen

Rang 5: Falsche Etikette oder Fehler beim Ausladen. Verantwortlich für je 4 Prozent der Fälle.

Warum Fluggepäck verloren geht

Video

santa monica douglas dc 3 monument
Er ist mehr als 100 Jahre alt, doch Ende 2028 wird er schließen. Der Flughafen Santa Monica in Kalifornien war zwar nie ein großer Verkehrsflughafen, aber dennoch historisch bedeutsam.
Timo Nowack
Timo Nowack
wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack