A340 von Emirates: 100 Tonnen zu wenig angegeben.

Horrorminuten nach Tippfehler

Ein Pilot von Emirates patzte bei Routine-Eingaben. Der Start des Airbus A340 wurde so zum Schrecken für die Passagiere.

Top-Jobs

Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (m/w/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Pilatus

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (w/m/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Challenger 650

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Der Zwischenfall ereignete sich schon am 20. März 2009. Doch erst jetzt veröffentlichten die Ermittler der australischen Transportsicherheitsbehörde erste Ergebnisse. Der Airbus A340 von Emirates wollte an diesem Tag von Melbourne nach Dubai fliegen. Eine Routine für die Piloten und die Crew. Beim Start erlebten die 257 Passagiere und 18 Besatzungsmitglieder jedoch dieses Mal einen ganz schönen Schrecken. Der Flieger kratzte mit dem Hinteren Teil den Boden entlang und streifte die Lichter der Startbahn, bevor er in letzter Sekunde schließlich doch noch abhob. Im hinteren Teil der Kabine meldeten die Flugbegleiter schon bald Rauchbildung. In der Folge musste der Jet Treibstoff ablassen, eine Stunde über der australischen Metropole kreisen und dann notlanden - am Boden warteten Feuerwehr und Rettungskräfte.

Verletzt wurde laut der Zeitung The Age niemand, der Jet jedoch war nach der Notlandung schwer beschädigt. Zu dem Zwischenfall kam es, so der Zwischenbericht der Ermittler, offenbar nur durch einen kleinen, aber entscheidenden Tippfehler: Der Pilot gab beim Gewicht des Fliegers 262,9 Tonnen ein. In Wirklichkeit waren es aber 362,9 Tonnen - der Unterschied von 100 Tonnen macht bei der Kalkulation der Geschwindigkeit für den Start so einiges aus. Dass niemand den Fehler bemerkte, hatte einen anderen Grund. Die Piloten waren wohl abgelenkt, weil auch andere Geräte und Software nicht richtig funktionierten. Erst als der Flieger schon kurz vor dem Ende der Startbahn war, wurde die Crew darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmte.

Prozeduren angepasst

Emirates hat in der Folge die Standardprozeduren vor dem Start angepasst, wie The Age berichtet. dazu gehört unter anderem, dass Zahlen mehrfach gegengelesen werden. Außerdem hat man die Ablenkungen, denen Piloten in der Zeit vor dem Start ausgesetzt sind, reduziert und die Software auf den Laptops der Crew ausgetauscht. Außerdem berichtet die Airline, dass sie mit Luftfahrtunternehmen zusammenarbeitet, um Warnsysteme zu entwickeln, die beim Start die Geschwindigkeit kontrollieren.

Erst kürzlich wurde ein Bericht der englischen Air Accidents Investigation Branch (AAIB) veröffentlicht, der sich mit einem Zwischenfall eines Thomas-Cook-Fliegers auseinandersetzt, der im April ebenfalls fast einen Fehlstart hingelegt hatte - auch wegen falscher Gewichtsangaben (aeroTELEGRAPH berichtete). Die Verfasser des Berichts machten darauf aufmerksam, dass potenziell gefährliche Fehler oft schon vor dem Start geschehen - und selten gemeldet werden. In den vergangenen Jahren habe es eine «signifikante Anzahl» von derartigen Zwischenfällen gegeben. Man geht davon aus, dass eine ähnlich hohe Zahl von Kalkulations- oder Kommunikationsfehlern geschahen, die nicht gemeldet wurden.

Mehr zum Thema

ticker-emirates

Airbus A380 von Emirates in Manchester von Tankwagen beschädigt

ticker-emirates

Emirates erhält Zulassung für umfassende Kabinenumbauten und komplexe Designänderungen

ticker-emirates

Airbus A380: Emirates sichert Instandhaltung der Triebwerke bis in die 2040er-Jahre

ticker-emirates

Emirates bestellt acht weitere Airbus A350-900

Video

Weihnachtsspot 2025 von Aena: Elfen spielen eine zentrale Rolle.
Weihnachtsfilme sollen berühren – nicht verkaufen. Erfolgreich sind jene Fluglinien und Flughäfen, die Emotionen wecken, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Wer das 2025 schafft - und wer nicht.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Boeing 737-800 vom KLM: Die PG-BXK wird zerlegt.
Rund 25 Jahre war die Boeing 737-800 mit der Kennung PH-BX für die niederländische Nationalairline unterwegs. Nun wird sie zum Ersatzteilspender - als Premiere für KLM.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A340-300 in Global-Airlines-Livery: Wird das das zweite Flugzeug für Global Airlines?
Im Mai führte sie ihre ersten vier Flüge durch, dann wurde es still um die britische Fluglinie. Während ihr Airbus A380 von Global Airlines in Tarbes steht, gibt Chef James Asquith ein neues Lebenszeichen und präsentiert einen Airbus A340.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies