Die russische S7 Airlines leidet unter einem erheblichen Flugzeugmangel. Einerseits müssen Maschinen wegen fehlender Ersatzteile am Boden bleiben, andererseits kämpft die Airline mit Triebwerksproblemen beim Airbus A320neo. Laut dem Luftfahrtdatenanbieter CH-Aviation ist derzeit ein Drittel der Flotte nicht einsatzfähig. Von den 30 Airbus A320 Neo der Airline fliegen aktuell nur fünf. Auch deswegen hat die Airline 100 Tu-214 bestellt.
Hinzu kommen eine Reihe sogenannter harter Landungen. Dabei setzt das Flugzeug mit zu viel Kraft auf, was in G-Werten gemessen wird. Eine normale Landung liegt bei etwa 1,0 bis 1,5 G. Ab 2,0 G ist eine technische Inspektion Pflicht, ab 2,6 G darf das Flugzeug erst nach einer umfassenden Prüfung wieder abheben. S7 Airlines hat angekündigt, die Vorfälle zu untersuchen.
S7 Airlines schränkt Befugnisse der Kopiloten ein
Eine erste Maßnahme hat die Fluglinie schon beschlossen, wie der Telegram-Kanal Aviatorschina berichtet. Kopiloten (First Officers) dürfen nur noch an den Flughäfen landen, an denen S7 Airlines eine Basis betreibt. Dazu zählen Moskau-Domodedowo, Nowosibirsk, Wladiwostok und Irkutsk, allerdings nicht auf Piste 12. An allen anderen Flughäfen, die S7 anfliegt, müssen die Landungen von Flugkapitänen durchgeführt werden.
Die Maßnahme gilt vorerst vom 1. Juni bis zum 1. Oktober, wie der zuständige stellvertretende Betriebsleiter der Airline mitteilt. Ausnahmen gelten für Ausbildungszwecke, konkret für Linientrainingsflüge von Kopiloten unter Aufsicht eines Fluglehrers sowie für Befähigungsüberprüfungen an Bord.
Daten sollen vermehrt ausgewertet werden
Gleichzeitig will die Fluggesellschaft die erhobenen Landedaten künftig verschärft auswerten, um Trends bei harten Landungen frühzeitig zu erkennen. Werden Auffälligkeiten festgestellt, ist eine detaillierte Auswertung der Flugdaten vorangegangener Flüge anzufordern.
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