Die entführte Boeing 767 von Ethiopian in Genf: Alle Passagiere sind wohlauf.

Genf: Flugzeugentführer aus Crew

[image1]Eine Boeing 767 von Ethiopian Airlines landete außerplanmäßig in Genf. Offenbar hatte entweder Pilot oder Kopilot den Jet entführt.

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Schweiz

Eigentlich sollte Flug ET 702 von Ethiopian Airlines um 4:40 in Rom landen. Doch die Boeing 767-300 kam nie dort an. Bereits um etwa 2 Uhr nachts hatten die Piloten den ersten Notruf ausgesandt - mit dem Code «7500». Das bedeutet, dass der Flieger entführt wurde. Zum Zeitpunkt des Signals befand sich der Jet noch über dem Sudan.

Ein Irrtum bei dem Notruf wurde von den Behörden schon früh ausgeschlossen. Die Maschine mit der Registrierung ET-AMF nahm danach weiter mit Kurs auf Europa. Doch statt in Italien zu landen, flog sie in Richtung Schweiz. Über Italien wurde das Flugzeug von Kampfjets der italienischen Luftwaffe eskortiert. Inzwischen steht der Langstreckenjet der afrikanischen Fluggesellschaft am Genfer Flughafen Cointrin.

Flughafen Genf längere Zeit gesperrt

[image2]Wie Daten von Flightradar 24 zeigen, kreiste der Flieger von Ethiopian Airlines eine ganze Zeit lang über der Schweiz. Mit «extrem wenig Treibstoff» landete er schließlich in Genf, wie das Portal Airlinereporter unter Berufung auf informierte Quellen berichtete. Über Funk (siehe Aufzeichnung unten) habe man gehört, dass es außerdem Probleme mit einem der Triebwerke gegeben habe. «Wir brauchen Asyl», funkte die Crew verzweifelt. Mit einer Treibstoffreserve für nur 20 Minuten landete die Maschine von Ethiopian schließlich um 6:02 Uhr in der Schweizer Stadt.

Der Genfer Flughafen bestätigte den Vorfall. In der Zeit nach der Landung war er für längere Zeit gesperrt, aber bald nahm er den Betrieb wieder auf. «Sämtliche Passagiere und Besatzungsmitglieder sind sicher am Genfer Flughafen», so Ethiopian Airlines in einer ersten Pressemitteilung, welche inzwischen nicht mehr online verfügbar ist.

Flugzeug durch ein Fenster verlassen

Um 7.30 Uhr meldete die Genfer Polizei dann, der Entführer sei verhaftet worden. Alle 193 Passagiere, darunter rund 140 Italiener, seien unversehrt. Sie werden nun von Psychologen vor Ort betreut. Davor wurden sie von der Polizei aber noch überprüft. Man wollte sicherstellen, dass es unter ihnen keine Komplizen gab.

Wie sich inzwischen herausstellte, war es der Kopilot, welcher die Boeing 767 entführt hatte. Er übernahm gemäß den Schweizer Behörden die Kontrolle im Cockpit, als sein Kollege gerade auf der Toilette war. Der Kopilot schloss dazu die Türe zu, um seinen Plan alleine und ohne Störung umsetzen zu können.

Umgehend einen Asylantrag in der Schweiz gestellt

Der Entführer hat sich in Genf aus dem Fenster aus dem Flugzeug abgeseilt. Danach wurde er gemäß den Behörden auf dem Vorfeld verhaftet «ohne Widerstand zu leisten». Er stellte umgehend einen Asylantrag in der Schweiz. Ihm drohen nun bis zu zwanzig Jahre Haft.

Hier der Funkverkehr aus dem Cockpit:

Die Strecke des Fluges können Sie bei Flightradar 24 nachverfolgen.

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