Flugzeugkabine: Die Zahl pöbelnder Passagiere nimmt zu.

Geldstrafen und No-Fly-ListFrankreich geht härter gegen Pöbelpassagiere vor – doch die Regelung hat einen Schwachpunkt

Pöbelnde Passagiere stören täglich den Flugverkehr. Frankreich hat die Regelungen verschärft. Schon Ersttäter müssen mit hohen Strafen rechnen. Doch es gibt einen Haken.

Top-Jobs

Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs

Täglich kommt es weltweit zu Vorfällen mit sogenannten unruly passengers – Reisenden, die sich aggressiv oder gewalttätig verhalten, die Besatzung bedrohen, das Flugzeug beschädigen oder sogar am Flughafen randalieren. Sie schlagen, pöbeln, rauchen trotz Verbots oder weigern sich, Anweisungen zu befolgen.

Obwohl nur eine Minderheit der Passagiere solche Vergehen begeht, haben die Folgen unverhältnismäßige Auswirkungen: Sie gefährden die Sicherheit an Bord, belasten Crews und Mitreisende und führen zu kostspieligen Verspätungen oder Umleitungen. Flughäfen, Fluglinien und auch die Behörden arbeiten an Lösungen.

Frankreich geht härter gegen störende Passagiere vor

Das Luftfahrtbundesamt (LBA) registrierte 2024 insgesamt 160 Vorfälle mit aggressiven Passagieren, fast jeden zweiten Tag einen. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin Report Mainz kritisierte ein Lufthansa-Sprecher im Juli 2025, dass die Strafverfolgung in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern «verbesserungswürdig» sei. Nicht rechtskonformes Verhalten an Bord werde hierzulande «nicht konsequent genug sanktioniert».

Während Österreich einen Pakt geschlossen hat, zieht Frankreich jetzt die Daumenschrauben an. Neben den strafrechtlichen Folgen, die von Polizei und Gerichten verhängt werden können, hat die Regierung der französischen Zivilluftfahrtbehörde (DGAC) ein härteres Vorgehen gegen störende Passagiere erlaubt, berichtet das Portal PYOK. Dazu veröffentlichte die Regierung am 5. November das Dekret Nr. 2025-1063.

No-Fly-List und hohe Geldstrafen für pöbelnde Passagiere

Bußgelder sind massiv gestiegen. Ersttäter müssen seitdem mit Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro rechnen, Wiederholungstäter sogar mit bis zu 20.000 Euro. Die Regierung begründet dies mit einer «wachsenden Gefahr für die Flugsicherheit» – allein 2024 kam es zu 395 Vorfällen an Bord.

Doch damit nicht genug. Frankreich führt analog zum Vorbild USA eine «No-Fly»-List ein. Die Datenbank wird von der Zivilluftfahrtbehörde eingerichtet. Ziel ist es, dass die Fluggesellschaften störende Passagiere direkt an die Aufsichtsbehörden melden können, ohne vorher die Polizei einschalten zu müssen. Bei schwerwiegenden Vergehen können Betroffene auf diese Liste gesetzt werden und erhalten ein Flugverbot von bis zu vier Jahren.

Ein entscheidender Nachteil

Doch das alles hat einen entscheidenden Haken: Die neuen Regelungen gelten nur für Flüge von Airlines, die über eine von Frankreich erteilte Betriebsgenehmigung verfügen – also vor allem für in Frankreich registrierte Fluggesellschaften. Bei ausländischen Airlines können die französischen Behörden keine Bußgelder verhängen.

Unabhängiger Luftfahrtjournalismus braucht Auftrieb. Bei aeroTELEGRAPH arbeitet ein Team erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten, das die Branche seit Jahren begleitet. Für den Preis von weniger als einem Cappuccino im Monat lesen Sie werbefrei – und helfen, dass wir weiter kritisch und fundiert berichten können.Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-frankreich

Frankreich schließt Modernisierung ihrer Breguet Atlantique 2 ab

Falcon 50 der französischen Marine: Ein Flugzeug des Typs soll eine Yacht in Schwierigkeiten gebracht haben.

Belgisches Segelteam beschuldigt Dassault Falcon, Spinnaker zerstört zu haben - oder war alles ganz anders?

ticker-frankreich

Frankreich bestellt fünf weitere Falcon 2000 LXS Albatros

ticker-frankreich

Frankreich erwartet am Mittwoch Flugausfälle und Verspätungen wegen Protestaktionen

Video

etihad airways manchester city
Die Golfairline sponsort den englischen Fußballpokalwettbewerb FA Cup. Emirates ist dadurch auch auf den Trikots präsent. Doch es gibt eine Ausnahme.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Flughafen München steht kurz vor der Eröffnung von Pier 1: Ein Video zeigt den gesamten Bauverlauf.
In München entsteht seit 2019 ein neuer, 95.000 Quadratmeter großer Pier am Terminal 1. Ende April geht der Bau ans Netz. Ein Zeitraffervideo zeigt sieben Jahre Bauarbeiten in 76 Sekunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Sonex Onex im Formationsflug: Der Hersteller ist insolvent.
Sonex Aircraft hat seit 1998 Selbstbaukits für Flugzeuge hergestellt. Nun ist das Unternehmen pleite. Der Inhaber wendet sich in einem emotionalen Video an seine Kundinnen und Kunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies