Rauchen an Bord oder eigenen Schnaps mitbringen: Ist verboten.

Unruly PassengersFluggäste trinken, rauchen und pöbeln öfter an Bord

Ausrastende Fluggäste sind gefährlich und können Airlines teuer zu stehen kommen. Die Zahlen der pöbelnden Passagierinnen und Passagiere nimmt deutlich zu.

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Es ging zurück nach Amsterdam: Eine KLM-Maschine war kürzlich zur Umkehr gezwungen, weil ein Passagier derart ausgerastet war, dass man ihn überwältigen und am Sitz fixieren musste. Im April wurde ein 29-Jähriger in Großbritannien zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er auf einem Emirates-Flug sexuell übergriffig geworden war und mit Gewalt gedroht hatte. In der Luftfahrt heißen solche Pöbel-Passagiere Unruly Passengers.

Die Zahl solcher Vorfälle nimmt zu, auch wenn sie nicht immer so drastisch ausfallen. Gemäß aktuellen Zahlen des Airline-Dachverbandes Iata kam es 2022 auf einem von 568 Flügen zu einem Vorfall. 2021 war es lediglich ein Vorfall auf 835 Flügen. Noch deutlicher ist der Vergleich zu 2017: Damals fiel lediglich auf einem von 1035 Flügen etwas vor.

Anstieg in allen Unruly-Kategorien

Körperliche Übergriffe an Bord kommen sehr selten vor, doch sie nehmen zu. Im Jahr 2022 war ein alarmierender Anstieg um 61 Prozent im Vergleich zu 2021 zu verzeichnen. Das bedeutet, dass es ein Mal alle 17.200 Flüge zu einem solch schweren Vorfall kam.

Auch die Zahl der Fälle von Trunkenheit und von verbalen Übergriffen ist gestiegen. Am häufigsten und ebenfalls immer öfter verstoßen Pöbel-Passagiere gegen einfache Regeln an Bord, wie etwa das Rauchverbot. In diese Kategorie fällt es auch, wenn ein Reisender trotz Crew-Anweisung den Sicherheitsgurt nicht anlegt oder selbst mitgebrachten Alkohol konsumiert. Laut Iata nahm die Zahl der sogenannten Non-Compliance-Vorfälle mit Ende der Maskenpflicht in Flugzeugen zwar zunächst ab, stieg dann aber wieder an.

Getrunken wird oft schon vor dem Flug

Als Gegenmaßnahme setzt der Airline-Dachverband auf zwei Strategien. Ein Pfeiler ist Prävention und Deeskalation. Dazu werden auch Flughäfen, Bars, Restaurants sowie Duty-Free-Shops ins Boot geholt, da die meisten Probleme mit betrunkenen Fluggästen schon außerhalb des Fliegers ihren Anfang nehmen. In Kampagnen wird dort über die Folgen von unangemessenem Verhalten aufgeklärt und die Folgen aufgezeigt.

Der zweite Punkt umfasst eine konsequente Bestrafung. Schon 2014 hat die Internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao ein Protokoll verabschiedet, das die Zuständigkeit für Fälle von Unruly Passengers ändert: War für die Verfolgung der Pöbler bisher der Staat zuständig, in dem das Flugzeug registriert ist, ist es laut dem Protokoll das Land, in dem das Flugzeug landet. Allerdings haben nicht alle Staaten das Protokoll ratifiziert. Bislang sind es etwa 45 Länder, die 33 Prozent des internationalen Passagierverkehrs abdecken.

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