Falcon 50 der französischen Marine: Ein Flugzeug des Typs soll eine Yacht in Schwierigkeiten gebracht haben.

AtlantikBelgisches Segelteam beschuldigt Dassault Falcon, Spinnaker zerstört zu haben - oder war alles ganz anders?

Bei einem transatlantischen Segelrennen wurde ein Team aus Belgien zurückgeworfen: Ein Jet soll im Tiefflug über das Boot geflogen sein und dabei ein wichtiges Segel zerstört haben.

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Die Transat Café l'Or gilt als das längste und anspruchsvollste transatlantische Segelrennen für Zweier-Crews. Das Rennen wurde nach der französischen Kaffeemarke Café l'Or benannt und führt entlang der historischen Kaffeehandelsroute zwischen Le Havre in Frankreich und Salvador de Bahia in Brasilien. Bei der Regatta gehen verschiedene Bootsklassen an den Start, darunter Ultims, Imoca, Multi 50 und Class 40.

In der 40er-Klasse ist auch das belgische Team von Jérôme Delire und Caroline Dieu gestartet. Richtig gut lief es von Beginn an nicht. Die beiden hatten mit schwierigen Bedingungen und technischen Problemen zu kämpfen. Richtig schlimm wurde es am 29. Oktober. Delire und Dieu veröffentlichten ein Video in den Sozialen Medien, in dem sie unter Tränen berichten, dass ihr Spinnaker - ein besonders großes, bauchig geschnittenes Vorsegel - völlig zerstört wurde. Der Vorfall ereignete sich im Golf von Biskaya.

Privatjet soll drei Mal über das Boot geflogen sein

Laut Aussage der Skipper ereignete sich der Vorfall, als ein Privatjet ihr Boot drei Mal in extrem geringer Höhe überflog, um Fotos zu machen. Durch die Turbulenzen des ersten Überflugs hat sich der Spinnaker unter dem Boot am Kiel verfangen und wurde dabei vollständig zerstört. Besonders bitter: Der Vorfall passierte genau in dem Moment, als sie endlich optimale Segelbedingungen mit Rückenwind und hoher Geschwindigkeit nutzten.

Wie das französische Militär mitteilte, handelte es sich bei dem Flugzeug nicht um einen Privatjet, sondern um eine Dassault Falcon 50 der französischen Marine, die normalerweise zur Rettung von Booten in Seenot eingesetzt wird. Die Yacht der beiden Skipper war aufgefallen, weil sie kein AIS-Signal sendete. Dabei handelt es sich um eine automatische Positionsmeldung, die Schiffe zur Vermeidung von Kollisionen ständig über Funk übermitteln.

Marine erklärt, Boot habe schon vorher Probleme gehabt

Die Marine erklärt, dass sie deswegen die Yacht zwei Mal in der vorgeschriebenen Höhe von 200 Metern überflogen habe, bestreitet aber, für das Kentern des Bootes verantwortlich zu sein. «Das Segelboot hatte bereits Kurs gegen den Wind, bevor das Flugzeug darüber flog», heißt es in einer Pressemitteilung. Die Crew der Falcon 50 sagte gegenüber der Zeitung Le Télégramme, dass sie beobachtet hätte, wie «das Segelboot immer stärker krängte und, vom Spinnaker gezogen, gegen den Wind trieb».

Beim zweiten Überflug stellte sich heraus, dass die Besatzung keine Hilfe benötigte. Einen dritten Überflug, wie von den Skippern behauptet, habe es nicht gegeben, so die Marine. Funkkontakt habe man mit dem Boot nicht aufgenommen.

Dassault Falcon 50 müsste sehr tief geflogen sein

Sollte es wirklich einen Tiefflug über das Segelboot gegeben haben, wäre das ein schwerer Fehler und würde gegen Luftfahrtvorschriften verstoßen. Weil Jets Wirbelschleppen und Luftströmungen erzeugen, dürfen sie nur in größerem Abstand über Boote fliegen. Um die Yacht zum Kentern zu bringen, müsste das Flugzeug in einem Abstand von 50 bis 100 Metern über das Boot geflogen sein.

Die beiden Segler haben nach einer Pause in La Coruna das Rennen fortgesetzt - allerdings mit deutlichem Abstand zum Hauptfeld.

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